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Themen - Curd Belesos

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1
Verbrannte Erde / Albraumhafte Stunden
« am: Juli 19, 2019, 14:23:25 »

Still liegt der See und glänzend wie ein Spiegel.
Man spürt die Nacht langsam hernieder steigen.
Kein Weltenlärm, nur abendliches Schweigen,
im Schatten ihrer sanften, dunklen Flügel.

Doch auch die Alben kommen bald und drohen,
die Lebenshülle deines Seins zu brechen,
wenn sie mit grauenvollen Stimmen sprechen,
als seien sie dem Höllenschlund entflohen

und hätten sich all gegen dich verbunden,
um Leib und Sinn in ihren Bann zu ziehen.
Dir fehlt die Kraft, dem Grauen zu entfliehen
in diesen schwarzen, albtraumhaften Stunden.

Dann liegst du da, in panischer Erregung,
derweil die Angst sich in der Seele spreitet
und das Erträgliche fast überschreitet.
Doch du bist starr, unfähig zur Bewegung.

Erst mit dem Morgen gibt es ein Entkommen,
denn wenn dein Geist erwacht, sind sie verschwunden.
Du fühlst dich schwach und körperlich geschunden,
doch froh, dass sie dein Leben nicht genommen.

© Curd Belesos

2
Zwischen Rosen und Romantik / Ein zweites Glück
« am: Juli 09, 2019, 13:27:23 »

Die Jugend ging so langsam mit den Jahren,
Gedanken aber an das junge Glück,
im Herbst des Lebens kehren sie zurück,
da wir erneut die Liebe nun erfahren.

Ein zweites Glück vor kalten Wintertagen,
es zeigt, wie heiß noch Sehnsucht in uns brennt,
auch wenn der Sommer uns schon nicht mehr kennt,
so sollten wir doch das Gefühlte wagen.

Im Alter kommt sie uns geklärt entgegen,
ist nicht mehr spröde, sondern schmiegt sich an,
und die Gefühle zeigen irgendwann:
Die Liebe kommt zu uns auf vielen Wegen.

© Curd Belesos


3
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Die Waffenschmiede
« am: Juni 01, 2019, 19:53:39 »
Wenn die Maschinen unerbittlich dröhnen,
drückt ihn die Arbeit schwerer als ein Joch,
und unter Lasten muss der Werker stöhnen,
verrichtet dann sein Tagwerk aber doch.
 
Am liebsten würde er sein Tun verdammen,
denn Schuldgefühle martern seine Brust –
die Schmelze aber fließt legiert zusammen,
und ist sich ihrer Stärke schon bewusst,
 
die sie demnächst entfalten darf in Kriegen
als Gott geweihte Waffe für das Land,
egal wie blutig, sie wird tödlich siegen,
dafür ist Stahl von Rheinmetall bekannt.

© Curd Belesos

4
Zwischen Rosen und Romantik / Ein einzig WIR
« am: Mai 24, 2019, 22:58:21 »

Dein erster Kuss, der tief mein Herz berührte,
hat mir ein neues, spätes Glück gebracht,
und auch die Liebeslust erneut entfacht,
als ich die weichen, zarten Lippen spürte.
 
Im Lebensherbst sind wir nach den Genüssen
aus Herzenswärme und aus Zärtlichkeit
zu vielen kleinen Opfern gern bereit,
auch wenn wir oftmals mit uns kämpfen müssen.

Du wohnst im Süden, ich so fern im Norden,
doch mein Begehren zieht mich zu dir hin,
und du erwartest mich schon voller Sehnen,

denn wir verlangen beide nach dem Schönen,
nach treuer Liebe geht des Lebens Sinn.
Aus ich und du ist so ein WIR geworden.

© Curd Belesos

5
Ach Natur Vergissmeinnicht / Frühlingssonne
« am: Mai 13, 2019, 07:51:14 »
                                                                                                                                                                                                                       

Der Winterschlaf ist grade erst vergangen,
da hat sogleich mit einem müden Gähnen
die Frühjahrsmüdigkeit uns eingefangen,
so dass wir uns nach Pfühlen wieder sehnen,

um unser müdes Haupt darauf zu betten,
und ganz genüsslich unter warmen Decken,
wenn wir nicht dieses schöne Wetter hätten,
in ganzer Länge kuschlig uns zu strecken.

Doch so verleiten nun die goldnen Strahlen,
dazu, dass wir entspannt im Strandkorb liegen;
beglückt sind, wenn im Sand sich Robben aalen
und Möwen schreiend über Priele fliegen.

© Curd Belesos

6
Verbrannte Erde / Schönes zum Muttertag
« am: Mai 12, 2019, 11:30:52 »

Zwei Knaben schrieben einmal ein Gedicht,
und der Gedanke, der zugrunde lag,
war etwas Schönes für den Muttertag;
das eine reimte sich, das andre nicht.

Der eine war ein kleiner, übler Wicht,
weil er den Ehrentag schlichtweg nicht mag,
traf sein Gedicht die Mutter wie ein Schlag.
Der andre Knabe war im Denken schlicht,

so schrieb der eine seiner Mutter dann,
dass es doch manchmal gut bei ihnen läuft,
vor allem wenn sie nicht mehr so viel säuft
so dass er auch mal etwas trinken kann.

Der andre aber dichtete ganz fein:
Geliebte Mutter, danke für die Last,
die du für mich auf dich genommen hast,
ich werd dir ewig dankbar dafür sein.

Dann gingen beide Knaben aus dem Haus,
der eine stieg in seinen Porsche ein,
der andre hinkte fort auf einem Bein-
nicht immer sieht das Leben rosig aus.

© Curd Belesos

7
Geburtstagskinder / LV
« am: Mai 12, 2019, 07:13:20 »
Moin Erich,

obwohl mich selten nur die Muse küsst,
will ich dir heute zum Geburtstag schreiben,
dass dich mein LyrI schmerzhaft oft vermisst
drum will ich weiter auf der Wiese bleiben
und gratuliere dir zum LV Jahr,
bleib wie du bist……denn ich finds wunderbar.
LG
CB

8
Mit Löwenzahn und Lebensfreude / Ruhet in Frieden IV
« am: Mai 03, 2019, 10:10:36 »
Hier ruht der Samenspender A. D. Bar,
durch den so manche Frau ein Kind gebar,
doch war den meisten davon gar nicht klar,
dass er ein schwuler Frauenhasser war.

Hier ruht die schöne Künstlerin B. Gehren,
sie konnte sich der Männer kaum erwehren,
doch starb sie dann im Alter ganz allein
und ging als Jungfrau in den Himmel ein.

Hier ruht Arachnologe  W. Berknecht,
der kannte Webspinnen mehr schlecht als recht,
ihn biss die Schwarze Witwe in das Bein,
und er biss darauf jäh ins Gras hinein.

Hier ruht der Rest von Angelfan K. Rauschen,
ich sah ihn oft am Meer mit Freunden plauschen,
Er kam vom Hochseeangeln nicht zurück,
ein Selachii wurde sein Geschick.

© Curd Belesos

9
Mit Löwenzahn und Lebensfreude / Ein starker Mann
« am: Mai 01, 2019, 22:13:33 »

Ein Großstadt Tarzan fasst den  Plan,
mit seiner Jane mal weg zu fahr‘n.
Er packt das Auto, auch sofort
und beide fahren zu dem Ort,

im Grünen, wo man glücklich dann
ein kleines Picknick machen kann,
und sich bequem und sehr gepflegt,
auf eine weiche Decke legt.

Doch als er sich zur Ruh begibt,
was jeder volle Bauch ja liebt,
da dauert es nur kurze Zeit,
bis er den kühnen Plan bereut,

denn Wespen, Bienen, Stechgetier
gibt es in rauen Mengen hier,
und so beschließt er ganz spontan,
wieder zurück nach Haus zu fahr’n.

Zwar ist es schön in der Natur
mit warmer Sonne, Frischluft pur,
doch wollte er ganz sicher nicht,
dass so ein Plagegeist ihn sticht.

Drum schaut er auf die Couch gestreckt,
wo keine Schnake ihn erschreckt,
die Wildnis sich im Fernsehn an,
und spielt bei Jane den starken Mann.

© Curd Belesos

10
Das Blöken der Lämmer / Ruhet in Frieden III
« am: März 31, 2019, 15:49:21 »
Hier ruht nicht nur der Inder K. Masutra
den man in Frauenkreisen hoch verehrt,
nein, auch sein Weib, die schöne Kleo Putra
liegt hier im Sarg als Jungfrau - unversehrt.

Hier ruht der Limey Herr B. Schiss,
der glühend für den Brexit warb.
Doch eines, das ist ganz gewiss -
dass er an seiner Dummheit starb.

Hier ruht der Böse L. N. Bogen,
der leider seine Frau betrogen.
Er starb an einer Prise Gift.
Wer sie ihm gab, das weiß man nicht.

Hier ruht geweiht der Priester P. Dophil,
in der Gemeinde bleibt er unvergessen,
er war auf kleine Jungen ganz versessen,
bis er in eine Jauchegrube fiel.

Hier ruht der Sargträger B. Graben,
er war für jeden Spaß zu haben,
hat selber manchen Scherz gemacht,
beim letzten sich dann totgelacht.

Hier ruht die laute Gärtnersfrau B. Gossen,
die unter schwerer Dipsomanie litt,
und jeden Tag mit ihrem Manne stritt -
nun ist sie still, denn er hat sie erschossen.

Hier ruht vielleicht einmal Herr R. Dogan,
das hört sich zwar nach ner Verschwörung an,
doch ganz befreit könnte Fethullah lachen,
und sich dann selbst zum neuen Herrscher machen.

© Curd Belesos

11
Ach Natur Vergissmeinnicht / Das große Blühen
« am: März 15, 2019, 22:11:51 »

Fort zog der Winter, doch die kalten Horden
verließen Wald und Flur zur zögerlich,
obgleich der Schnee den Sonnenstrahlen wich,
ist die Natur nur langsam wach geworden.

Zwar steht der Krokus schon in bunten Farben,
auch sieht man gelbe Winterlinge stehn,
doch Leberblümchen sind noch nicht zu sehn,
so muss man bis zum Frühlingsanfang darben.

Doch lässt man uns ja nicht mehr lange warten,
weil schon der Haselstaub die Nase reizt,
und auch die Weide nicht mit Kätzchen geizt,
so kann der Lenz das große Blühen starten.

Auch spür ich schon in mir ein leises Beben
tief in der Seele und vor Lebenslust
schlägt mir das Herz noch wilder in der Brust,
denn es erwacht zu neuem Liebesleben.

© Curd Belesos

12
Das Blöken der Lämmer / Ruhet in Frieden II
« am: März 10, 2019, 18:32:03 »

Hier ruht der Pfandbeleiher Herr Claus Tal,
geboren einst im schönen Zellerfeld,
sein Leben endete mit Schmerz und Qual,
man nahm es ihm und stahl auch noch sein Geld.

Hier ruht der Zahnarzt Herr K. Ries
dem ich gern seine Blümchen gieß,
denn er hat meinen Zahn gezogen,
ganz ohne Schmerzen – ungelogen.

Im Massengrab liegt hier der Herr G. Beine
ganz ruhelos und nimmt es daher krumm.
Er liegt seit langer Zeit schon ganz alleine,
denn alle andern bettete man um.

Hier ruht der Architekt R. Bauer
die meisten hielten ihn für schlauer,
doch stürzte ihm sein Hochhaus ein
und ihn erschlug ein Ziegelstein.

Der Schneidermeister Herr G. Flickt
ruht hier in Frieden in der Gruft,
er war im Leben zwar ein Schuft,
doch Frauen hat er stets beglückt.

Hier ruht der Spanier Z.el Kasten,
der war zu dick und wollte fasten,
doch hat er es dann übertrieben,
nur Haut und Knochen sind geblieben.

Hier liegt der reiche H. B. Nichts,
der nie etwas gegeben.
aufgrund des himmlischen Gerichts,
darf er nun nicht mehr leben.

© Curd Belesos 28.02.2019

13
Ach Natur Vergissmeinnicht / Sturmflutwarnung
« am: Februar 15, 2019, 15:11:35 »
Wenn hoch zum Deich die Meeresfluten steigen,
und sich gleich Irrlicht wie aus einem Traume
die weißen Flocken von der Wellen Schaume
wie Blüten in den windgepeitschten Zweigen

von Bäumen hängen, die die Wipfel neigen,
spür ich in mir ein heimlich stilles Bangen,
denn jede Sturmflut hat so angefangen,
und in den Häusern herrscht ein tiefes Schweigen.

Es kann kein Stern am  Firmament sich zeigen,
weil dunkle Wolken durch den Sturm getrieben
sich vor den Mond und alle Sterne schieben,
egal wie hoch sie stehn im Himmelsreigen.

Doch sieht man dann im Lichte früh am Morgen,
dass trotz des Drängens der Naturgewalten
die Deiche diesen Kräften standgehalten,
ist mir das Herz befreit von Angst und Sorgen.


© Curd Belesos

14
Das Blöken der Lämmer / Ruhet in Frieden I
« am: Januar 30, 2019, 22:03:13 »
Hier ist das Urnengrab von H.G. Stolz,
er war aus einem ganz besondern Holz,
und brannte lichterloh mit seinem Sarge,
auf dass kein Holzwurm jemals an ihm nage.

Hier ruht in Gott, der selige K. Plan,
er nahm sich armer Menschen gerne an.
Sein letztes Hemd verschenkte er zum Schluss,
so dass er nackt im Grabe liegen muss.

Hier ruht der alte Penner Otto Mane,
der Winter deckt sein Grab mit weißer Plane,
denn er erfror in seinem Pappkarton
im hohen Schnee hinter der Busstation.

Ein Bettler, dessen Leben karg
und ohne Freud gewesen ist,
ruht hier in einem Pappesarg
für Ewigkeiten öd und trist.

Hier ist das Grab von Frau S. Cort,
auch der Bestatter liebte sie,
nun ist sie samt dem Sarge fort
neigt er denn zur Nekrophilie?

Hier ruht der Gärtner Peter Silie
im Erbbegräbnis der Familie,
man pflanzt ihm Blumen zwar so dann und wann,
doch er schaut sich nur noch die Wurzeln an.

Hier ruht der kluge Zauberer Herr Lich
in seinem reich geschmückten Grabe,
er hatte eine selt‘ne Gabe,
doch nützt sie ihm nicht mehr seit er verblich.

© Curd Belesos

15
Zwischen Rosen und Romantik / Der Lenz im Herbst
« am: Januar 30, 2019, 00:19:23 »
Der Mai der Jugend hat mir nicht gegeben,
was mir der Herbst an Liebe nun gebracht,
auch selbst in Träumen hätt ich nie gedacht,
dermaßen Schönes einmal zu erleben.

Nun ist der Lenz im Herbst zu mir gekommen,
da mir dein strahlend blaues Auge lacht,
was mir das Herz so froh und glücklich macht,
seit du mich zärtlich in Arm genommen.

Mein Leben lief in einsam, stillen Bahnen
des grauen Alltags ruhig vor sich hin
es konnte nichts von diesem Glücke ahnen.

Doch seit ich deinem Charme erlegen bin
weiß ich der Liebe Füllhorn zu genießen,
und will mich den Gefühlen nicht verschließen.

© Curd Belesos

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