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Themen - Agneta

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1
Eulenspiegeleien / Weihnachtsmann
« am: Dezember 07, 2018, 11:27:15 »
Weihnachtsmann

Es hatte mich gewarnt
ein Etwas, tief in mir.
Man hatte mich gewarnt.
Ich öffnete die Tür.

Es hatte sich getarnt
ein Etwas, draußen vor.
Als Weihnachtsmann getarnt.
Ach, machet hoch das Tor!

Sein weißer Bart, konkav,
erzitterte im Licht.
Na, warst du denn auch brav?
Tja, Jung, ich weiß es nicht.

Er spitzt' den Mund zum Kuss,
das war so seine Art.
Es zitterte sein Bart.
Da gab’s schon auf die Nuss.



2
Zwischen Rosen und Romantik / Weihnachtstränen
« am: November 26, 2018, 18:48:45 »
Weihnachts-Tränen

Tage, die so voller Licht,
waren – sind nicht
mehr.

Platz am Tisch bleibt leer,
seiner, ihrer,
die die Kindheit trugen
mit der Weihnacht in die Stuben.

Nie war es der Gabentisch,
der die Weihnacht leuchten machte.
Wärme, die aus Augen lachte,
war es, die uns wir sein ließ.

Tage, die so voller Licht,
waren,
denn ihr seid nicht
mehr.
 

Für meine Eltern

Anbm. Aus meinem Lyrinband "Lyrische Kristalle", 2014

3
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Es war die Zeit
« am: November 18, 2018, 11:16:14 »

Es war die Zeit

Es war die Zeit, da alle Bäume lauben,
und Nächte sich das Licht vom Eismond leihen,
die Menschen wieder an Geschichten glauben
und Martinsfeuer rote Zungen speien.

Es war die Zeit, da Kinderaugen strahlen,
in kleinen Händen die Laternen baumeln,
die Licht in einen grauen Abend malen,
derweil am Himmel Wolkenschiffe taumeln.

Es war die Zeit, da sie Rezepte las
für Plätzchen, die schon ihre Oma buk
und deren Duft sie niemals mehr vergaß,
wenn Wind ihn über kahle Felder trug.

Dann zog in ihr die tiefe Freude ein,
von einem schönen Großen Teil zu sein.



4
Verbrannte Erde / Neue Wohnung
« am: November 16, 2018, 08:49:37 »
Neue Wohnung

Sie ist nicht angekommen,
sie ist hier nicht zuhaus.
Sie will hier raus,
sie will hier weg.
Jedoch, wohin?

Ihr Haus ist ihr genommen,
das machte ihr nichts aus.
Doch wo ist ihr Zuhaus?
Oh, welch ein Graus,
sie will hier weg.
Jedoch, wohin?

Zur Einweihung gekommen
Bekannte und die Fremden
in faltenlosen Hemden.
Ach, welch ein Schreck,
jetzt sind sie weg.
Jedoch, wohin?

Ihr Haus ist ihr genommen,
das machte ihr nichts aus.
Doch wo ist ihr Zuhaus?

5
Eulenspiegeleien / Erneuern
« am: November 09, 2018, 10:52:26 »
Erneuern

Erneuern heißt die neue Phase,
dem Bürger bleibt die lange Nase
mit neuen Köpfen, gleichem Lächeln,
die dicke Luft seicht von sich fächeln.

Und böse Zungen munkeln, unken,
was jene Kandidaten funken,
Ach, wärn sie Kanzler irgendwann,
was denkst du, täten sie wohl dann?

AKK
Sie zieht den Karren aus dem Dreck,
der doch für sie nicht drinnen steckt,
und heimlich ruft sie Muddi an.
Wir schaffen das – so bleibt die dran.

Spahn
Befüllt den Karren noch mit Dreck
und lockt dabei mit fettem Speck.
Doch werden Muse Krümel picken,
und Spahn verteilt ein Gönner-Nicken.

Merz
Der Mann hat noch ’ne Rechnung offen,
so ganz persönlich im Gepäck.
Die Rechnung denkt er zu begleichen,
ob das als Intention wird reichen?

Drum jeder, der auch immer kommt,
ist einer, der sich selber frommt.
Denn alle sind mit sich im Lot
und sitzen doch im selben Boot.

Dem Bürger schwellen Schnupfen-Nasen,
allergisch auf Erneuerphrasen.
Doch Bürger-Dummkopf: Komm dahinter,
laut Politik kommt die vom Winter.

6
Wo Enzian und Freiheit ist / Zuversicht
« am: November 04, 2018, 11:54:14 »
Zuversicht

Und wenn die Sommervögel schnatternd ziehen,
als hätten sie den Mut sich nur geliehen,
dann malen sie der wehen Sehnsucht Bilder,
und eine weiße Sonne scheint uns milder.

Und wenn die Menschen Kerzen sich entzünden,
mag das im Dunkel noch von Hoffnung künden.
Dann lächeln sie, denn keins ist je verloren.
Mit ersten Primeln wird es neu geboren.



7
Wo Enzian und Freiheit ist / Der Termin
« am: Oktober 29, 2018, 12:20:10 »
Der Termin

Der Tag frisst Löcher in die Nacht, bis ihr samtenes Blau in schmalen Fetzen in den Pappeln hängt. Die ersten Vögel zwitschern. Und Anna hat heute diesen Termin.
Wie damals ist sie früh aufgestanden, um in der unberührten Stille des Morgens Kraft und Ruhe zu finden.
Auf dem Dunkel ihres Balkons verborgen hatte sie den Hotelwächter beobachtet, der im braunen Burnus der Nachtkälte getrotzt hatte. Der lange Dolch baumelte ihm an der Hüfte, stets griffbereit. Das war vierzig Jahre her. Es war der Tag gewesen, an dem sie ihre erste Rundreise durch die Sahara leiten würde. Mit einundzwanzig Jahren würde sie Verantwortung übernehmen für über dreißig Personen. Der Wächter schaute kurz hoch, begrüßte sie, die Fremde, mit einem Kopfnicken. Er würde ihr nicht helfen können.
Der Tag frisst Löcher in die Nacht und Nebelfäden winden sich um die Zweige der Bäume. Ein paar Autos fahren schon auf der dahinter liegenden Straße. Gespenstisch funkeln ihre Lichter. Und heute hat sie diesen Termin.
Eine Taube hüpft unruhig auf dem dünnen Ast der nahen Pappel, schaut herunter auf die Tonschale, die die unbekannte Nachbarin jeden Morgen mit frischem Wasser für die Vögel füllt. Sie traut sich nicht. Reckt den Hals, wippt. Und dann erhebt sie sich doch und fliegt herab zum köstlichen Nass. Anna lächelt.
Damals hatte sie es geschafft. Die Rundreise verlief perfekt und mit der Zeit machte sie sich einen Namen als beste und für die Einheimischen engagierteste Reiseleiterin in Marokko. Schon bald war sie keine Fremde mehr.
Der Tag hat Löcher in die Nacht gefressen. Die Nachbarn in der Wohnanlage stehen langsam auf. Ungewohnte Geräusche dringen an Annas Ohr. Sie ist erst vor kurzem hier eingezogen. Erste Fenster erstrahlen in den erwachenden Morgen. Wie hingestreute Goldkleckse sehen sie aus. Sie blinken fast wie  der Sand der Sahara, der von Stolz und Unbezwingbarkeit erzählt und jedem, der ihn liebt, seine ganz eigene Geschichte mitgibt.
 Die Luft ist kalt. Sie riecht nach Schnee und hat Anna hat heute diesen Termin.



8
Wo Enzian und Freiheit ist / Eruption
« am: Oktober 20, 2018, 10:15:02 »
Eruption

Aufgesprungen
ist die Kruste alter Fragen.
Worte wälzen sich
wie Lavamasse
über Gegenwart.

Ausgespuckt
aus Seelenkratern,
rollen Magmazungen
über Schein und Heiligkeiten
von vier Jahrzehnten,

bahnen mir den Weg
zur Freiheit.
Endlich
ist ein jeder Strom.
Kein Gras wächst jemals noch darüber.

9
Wiesengeflüster / Super Werke im Moment
« am: Oktober 16, 2018, 19:28:00 »
Liebe Mitautoren,

mit großer Freude habe ich mir heute mal wieder richtig Zeit für die Wiese genommen. im Moment stehen sehr schöne und lesenswerte, nachhaltige Gedichte drin.
Lasst uns dies Ansporn sein. es macht Spaß und Cyparis freut es sicherlich auch fürs Forum. Smilie Grins.
LG aus einem sonnigen Leverkusen von Agneta

10
Wähler im Walde
oder Nach der Wahl ist vor der Wahl

Welch ein Zetern in den Zedern,
Wehren in den Koniferen,
grobes Dreschen in den Eschen,
wildes Reiben zwischen Eiben.
Dann ein Schlichten in den Fichten
und ein Suchen in den Buchen.
Welch Gewinde zwischen Linde-
voller Grazie - und Akazie
Und die Perle, ja, die Perle,
hockt wie Buddha in der Erle.



11
Eulenspiegeleien / Es dieselt
« am: Oktober 13, 2018, 19:07:46 »
Es dieselt

Es dieselt hin, es düselt her,
es faselt vor, es fädelt quer.
Und der Minister quatscht sich leer,
als ob der Mann be-scheuert wär.

Die Sache ist doch gar  nicht schwer,
doch dieselt es nun mehr und mehr.
In Talkshows dieselrieselts sehr,
als gäb es wo ein Dieselmeer.

Die Industrie muss löhnen - wer
denn sonst? Doch Merkel tut sich schwer.
Da frisst sie liebern Spargel quer,
und wieselt hin und wuselt her.

Am Sonntag aber kommt die Stunde,
des Dieselfahrers Ehrenrunde,
und  in zwei Wochen, dann in Hessen,
kann sie ihr Dieselfaseln messen.

Vielleicht has du ja Dusel, Wiesel!
mit deinem ewgen Dieselwusel.
Das wäre dann ein Wieseldusel.
Schluckst weiter billgen Fusel, Diesel!

Und darauf schüttelt gar nix mehr…




12
Eulenspiegeleien / Ich habe echt ein Problem
« am: Oktober 09, 2018, 11:18:07 »
Ich habe echt ein Problem

Ich habe echt ein Problem mit unseren Politikern und ich mache mir langsam ernsthaft Sorgen um diese Tatsache. Immer, wenn sie ihre bedeutsamen Sätze sagen, und dass sie bedeutsam sind, das sieht man an ihren ernsthaften Gesichtern, immer dann, wenn sie imaginär ganz tief Luft holen, denn sie müssen den Bürger ja „mitnehmen“ und bisher haben sie ihm einiges nicht genau genug erklärt - ja, immer dann muss ich an etwas ganz anderes denken:

Bei Lindner springt mich spontan die Frage an, ob das Gerücht stimmt, dass er sich Haare von einer delikaten Stelle auf den Kopf hat pflanzen lassen. Während ich mich darauf konzentriere, dies am Bildschirmbild nachzuprüfen, habe ich längst seine hochinteressanten Ausführungen verpasst.
Bei Seehofer frage ich mich immer, welche junge Frau sich von so einem Opa-Typ ein Kind machen lässt und wenn der genauso schnarcht wie er lacht, na dann, Gute Nacht.
Bei Altmeier beginne ich sofort die Melodie eines alten kölschen Karnevalsliedes anzusummen: „Wenn de einem in de Arsch kruffe wills un do sitzt schon einer drin…“. Bei der Vorstellung dieses Großkalibers überzieht  mich jedes mal eine Gänsehaut und dieser Gedanke nimmt mich dann so gefagen, dass ich ihm gar nicht mehr lauschen kann.
Bei Göring-Eckard denke ich jedes Mal, dass es ihr nicht besser ergeht als meinen weiblichen Bekannten, die  meinen, eine Radikaldiät würde sie schöner machen. Oder interessanter. Ein durchaus verbreiteter Irrtum, wie es scheint.
Bei Söder denke ich darüber nach, wie so ein kantiger Klotz an eine so schöne blonde, langbeinige Frau kommt. Ja, wenn es ja noch dat Lekerschen Scheuer wäre- Der kann ja alles tragen, vom Lodenjanker bis zur Sportblouson. Naja, ich schweife ab. So geht es mit halt immer.
Bei Kramp-Karrenbauer finde ich, dass diese Frau ihren Job wirklich verdient hat. Sie muss ihn sich erkämpft haben, Hochgeschlafen hat die sich garantiert nicht.
Bei „Flintenuschi“ weiß ich plötzlich, warum der Induktionsherd erfunden wurde – ja, wer schon ein Moor entzündet… Mein dämlicher Herd geht  immer aus, ich habe ihn gebraucht gekauft. man kann sich im Alter ja nix mehr leisten.
Bei dem Bayern da mit den lagen Haaren ,von den Grünen, ich hab den Namen jetzt vergessen, da fällt mir immer mein Oberstufenglischlehrer ein, der dem großmäuligen Schüler Müller einmal zwei rote Kirschzopfspangen mitbrachte und ihn zwang, seine „Gardine“ zu zwei Seitenzöpfen zusammenzuschnüren. Ja, das waren noch Zeiten damals.
Und Muddi mit ihren wie aus Stahl gegossenen Mundwinkeln. Da geh ich immer pinkeln. Fast wie die von der Weidel, aber die zucken noch, muss sie noch lernen. Wie sagte mal einer in einer Parlamentssitzung „ Hass macht hässlich“. Muss ich immer dran denken, wenn ich die Weidel sehe.

Was sagtet ihr noch, ihr Laberbuchsen in Talkshows, Nachrichten und anderen Events? Ihr Wiederkäuer auf Steuerkosten, ihr ewigen Selbstdarsteller, ihr Äpfel im Schafrock? Ich habs grade nicht so mitbekommen. Sicherlich mein Fehler.





13
Zwischen Rosen und Romantik / Schachbrettliebe
« am: Oktober 05, 2018, 17:47:30 »
Schachbrettliebe

Ich war so frei, ich habe dich geliebt
mit Haut und Haar und ohne jede Frage.
Figuren sind wir, und das Schicksal schiebt
uns übers Schachbrett unsrer Lebenstage.

Ich war so frei und hab dich lieben wollen,
du warst der König, ich war deine Dame.
Respekt und Anstand wollten wir uns zollen.
Du machtest aus der Wilden eine Zahme.

Ich bin so frei, dein Schachbrett engt mich ein,
ich lass mich nicht wie einen Bauern schieben.
Es tut mir leid, ich kann kein Schachmensch sein,
und dennoch werde ich dich immer lieben.

Ach, bin ich dir nicht völlig einerlei,
dann mach mich frei, dann lass mich wieder frei.

14
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Vom Hier und Dort
« am: September 30, 2018, 08:12:03 »
Vom Hier und Dort (Sonett)

Und wieder höre ich das falsche Wort,
das über eure Zungen rollt wie Tran.
Es ist im Hier nicht anders als im Dort,
und in die Wunde treibt derselbe Span.

Und wieder legt sich euer falsches Lächeln
als Dunkles hinter all die Glitzerzier,
mit der ihr sucht, die Schatten fortzufächeln.
Es war im Dort nicht anders als im Hier.

Wie konnt ich glauben, dass es anders wär
in einem Hier, ganz anders als im Dort?
Die Hoffnung schreibt so manche süße Mär.
Es gibt ihn nicht auf Erden, diesen Ort.

Drum mache ich es wie der alte Bär:
Ich roll mich ein und geh gedanklich fort.

15
Wo Enzian und Freiheit ist / Gute Gesellschaft
« am: September 15, 2018, 10:15:51 »
Gute Gesellschaft

Es sagte mir die Magd von nebenan,
dass sie nicht anders könne - auch ihr Mann.
Sich anzupassen hieß, sich von sich selbst befreien.
Da mag doch die Kommune wohl gedeihen!

Es sagte mir der Knecht von untendrunter:
„Wer nicht entscheidet, der kommt besser runter
vom schnöden Alltagsstress und all den eignen Sorgen.“
Und hoffnungsvoll schaut er in jeden Morgen.

Es sagt der Macho mir von obendrüber:“
„Wirst gegen Wände fahren, holst dir Nasenstüber.
Was hier gemacht wird, das bestimme ich
- seit Jahren schon!“ Ich lächle, kratze mich

am Kopf und denk:“ Der Mensch hat stest die Wahl.
Drum Contenance! -  Und morgen schaun mer mal!“



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