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Themen - Agneta

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1
Wo Enzian und Freiheit ist / Gute Gesellschaft
« am: September 15, 2018, 10:15:51 »
Gute Gesellschaft

Es sagte mir die Magd von nebenan,
dass sie nicht anders könne - auch ihr Mann.
Sich anzupassen hieß, sich von sich selbst befreien.
Da mag doch die Kommune wohl gedeihen!

Es sagte mir der Knecht von untendrunter:
„Wer nicht entscheidet, der kommt besser runter
vom schnöden Alltagsstress und all den eignen Sorgen.“
Und hoffnungsvoll schaut er in jeden Morgen.

Es sagt der Macho mir von obendrüber:“
„Wirst gegen Wände fahren, holst dir Nasenstüber.
Was hier gemacht wird, das bestimme ich
- seit Jahren schon!“ Ich lächle, kratze mich

am Kopf und denk:“ Der Mensch hat stest die Wahl.
Drum Contenance! -  Und morgen schaun mer mal!“



2
Im Gras wispert Hoffnung / Weiter geben
« am: September 13, 2018, 08:41:04 »
Weiter geben

Es ist, als wäre ich zurückgekehrt
und meine Kinderschuhe stünden an der Pforte
an jenem ruhigen, seelenvollen Orte,
an dem ich Kind sein durfte, glücklich, unbeschwert.

Ich sammelte als Schatz mir Steine in den Feldern,
ich schlief mit Kalb und Ziege auf dem Stroh.
Mit ihnen tollte ich auf Wiesen, lebensfroh
und spielte mit dem Hund in Tannenwäldern.

Ich hatte nichts und hatte doch viel mehr.
Ich hatte euch und meine Welt war düfteschwer.
Es riecht wie damals und nach euch -  ihr fehlt so sehr.

Die Tochter wird mir gleich den Enkel bringen.
Ich will ihn horchen lassen, wie die Gräser singen,
in denen unsre alten Lieder schwingen.

Für meine Eltern und meine Oma

3
Eulenspiegeleien / Merkel spricht von ihrem Teppich
« am: September 06, 2018, 09:12:04 »
Merkel spricht: Mein kleiner, roter Teppich
( Parodie auf: Mein kleiner, grüner Kaktus)


Mein kleiner, roter Teppich
liegt draußen vor dem Haus.
Hoolahihollahihollaho.
Die Leute, die drauf laufen,
die schaun ganz wichtig aus.
Hoolahihollahihollaho.
Und wenn mein Teppich mich nicht sticht,
dann ist beim Staatsbesuch er Pflicht.

So sag ich’s meinen Bürgern:
Das ist nur Protokoll.
Hoolahihollahihollaho.
Und wenn der Erdo schreitet,
dann wird das wundervoll.
Hoolahihollahihollaho.
Wenn Tolu dann zusammenbricht,
dann ist das nix, wovon man spricht.

Wenn Erdo dann da schreitet
mit Militärkapell,
Hoolahihollahihollaho.
Dann weiß, wer ihn begleitet
Protest war nur Gebell
Hoolahihollahihollaho.
von Hunden ohne Biss.
In Köln nennt man das Driss.

Ach Volk, wir ham ’nen Deal,
ich bin in Not wie nie.
Hoolahihollahihollaho.
Drum scheiß doch auf den Kelim
und auf Demokratie.
Hoolahihollahihollaho.
Und wenn dann einer davor kotzt,
dann ist das nix, wohin man glotzt…








4
Eulenspiegeleien / Chemnitz vor der Hundesachkundeprüfung
« am: August 30, 2018, 11:07:00 »
 Chemnitz vor der Hundesachkundeprüfung

Kampfhunde sind das rote Tuch unserer Gesellschaft, aber was sind Kampfhunde und wie werden sie so, wie sie sind? Kampfhunde und  Hunde, die dem Menschen lebensbedrohlich sein können, werden in Listen geführt. Das haben sie gemeinsam mit islamistischen Gefährdern und anderen Straftätern, vor denen der Staat die Gesellschaft schützen muss und will.
An oberster Stelle dieser Liste stehen die Kampfhunde und an dritter Stelle der deutsche Schäferhund. Erfahrene Hundetrainer behaupten, dass diese Statistik geschönt ist und der deutsche Schäferhund eigentlich in der Beißstatistik ganz oben stünde, wenn er nicht als Gebrauchshund bei Polizei und Grenzschutz protegiert wäre.
Die Kriminalstatistik der Bundesregierung weist keine Zunahme der Gewaltkriminalität durch Asylanten auf. Alles Einzelfälle.
Der Kampfhund aber, der zubeißt, ist kein Einzelfall. Es wird auf die gesamte Hundegruppe gemünzt und tausende Tiere wurden ihren Haltern entzogen oder von denen abgegeben in Tierheime. Quasi abgeschoben. Das ging sehr flott. Weil Maßnahmen ergriffen wurden. Auch sehr flott. Die Hundesteuer für solche Tiere wurde so hoch angehoben, dass ungeeigente Halter sie nicht mehr bezahlen konnten.
In Chemnitz rottete sich eine Menschenmenge zusammen, quasi wie eine Hundemeute und ging auf unschuldige Menschen anderer Hautfarbe los. Diese Nachricht beherrscht alle TV-Sender. Von dem Opfer ist verhalten die Rede. Ein junger Mann wurde ermordet, nicht von Nazis, sondern von Asylanten. Einzelfall. Natürlich.
Wieder werden Sachverhalte verharmlost, Ursache und Folgetat vermischt bis zur Unkenntlichkeit. Fakt aber ist, dass ein Mensch tot ist. Wieder mal.
Die Meute, die nun dank unserer ignorierenden und verharmlosenden „Wir schaffen das“ -Regierung, gar einen politischen Arm im Bundestag hat, bekommt Aufwind, gefährlichen Aufwind. Der nun wieder so genannte „sogenannte“ besorgte Bürger marschiert mit, weil er empört ist über den Tod eines jungen Menschen und weil er vielleicht auch einfach mal die Schnauze voll hat von den Abschottungsmechanismen der Wirschaffendas - Bundesregierung.
Die AFD lacht sich ins Fäustchen und reklamiert die „innere Sicherheit“ in Deutschland für sich. Merkel fliegt nach Afrika und der Heimatminister hält sich geschlossen. Vor allem darüber, dass ein Einwanderungsgesetz erlassen werden soll, wo kein Spurwechsel von gut integrierten, nicht gewalttätigen Asylanten, möglich ist. Augenwischerei, ebenso wie bei halbherziger Abschiebung, halbherzigem Familiennachzug.
Der ermordete junge Mann war ein Mischling, sein Vater kommt aus Kuba, aber nicht Rechtsradikale haben ihn ermordet, sondern Asylanten. Das aber möchte man nicht in den Vordergrund rücken, und genau das gibt der Rotte in ihren Augen die Rechtfertigung das zu tun, was sie getan haben.
Eine schlimme Entwicklung, dass Rechtsradikale Demos missbrauchen können, dass sie eine Menschenjagd veranstalten können und dass Linke, die in Hamburg dasselbe getan haben, die einzige Antidemo bilden.
Bald werden wir den Geburtstag von unserem Enkel feiern und alle, die eingeladen sind, freuen sich darauf. Mit dabei sein werden Ari mit seinen Eltern aus Indien, Maurice mit seinen Eltern aus dem Kongo und Sahir mit seiner Familie aus Bosnien. Und dennoch sind wir besorgt und auch sie sind besorgt.
Irgendwo in Deutschland wird ein Erdogan-Denkmal aufgestellt und bei den Vorfällen in Chemnitz regt man sich darüber auf, dass einige Bekloppte den Hitlergruß zeigen. Die Tierheime sind voller Kampfhunde, und wer ist bei diesem perfiden Spiel der deutsche Schäferhund?




5
Verbrannte Erde / Klima wandelt
« am: August 25, 2018, 10:20:47 »
Klima wandelt

In ausgehöhlten Bäumen flammten
so wie Laternen den Verdammten
die Fackeln, die sich selbst entzünden
und in ein Brandinferno münden.

Und hinter fernen Waldkulissen
sah man die Flammen Fahnen hissen
wie ein Plakat. Fast wie ein Mal
verflog ein dünner Wasserstrahl.

Der Rauch verschwärzte Himmelsfetzen,
kein Regentropfen wollt benetzen
das Land, dem Menschen nur geliehen,
wo Bäume fallend Feuer spien.



6
Eulenspiegeleien / Von neuzeitlichen Dichtern
« am: August 20, 2018, 11:39:51 »


Er schreib wie Rilke, sagte man.
Doch er kopierte dann und wann.
Der Leser sprach: „Wer kann, der kann!“.

Da rügte Rilke aus dem Grabe:
„Hast du denn keine eigne Gabe,
woran das Publikum sich labe?

Mein Stil ist doch so gut wie tot.“.
Da schrieb er halt wie Eugen Roth.

7
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Zur Blüte hin
« am: August 17, 2018, 09:09:03 »
Zur Blüte (Doppelsonett)

                    1

Ein Abend senkt sich auf die harte Erde,
und Vögel trillern, in das Kahl geboren.
Was hatte ich vorm Umzug mir geschworen?
Dass alles frischer, neu und anders werde.

Verdorrte Beete fangen meinen Blick,
die lange hier ein jeder übersah.
Das eine schmiegt sich an die Wand, so nah,
und wieder einmal denke ich zurück.

Am nächsten Tag kauf ich Lavendel, Rosen,
paar Astern, gelb wie eine Seelensonne.
Nicht ohne ihre Blüten zu liekosen.

Ich hacke, dünge, pflanze ein mit Wonne.
Der Abend senkt sich auf das Blumenbeet.
Ein Mann kommt näher, schaut erstaunt und geht.

                            2

Am Tag darauf, als ich die Pflanzen gieße,
eilt er heran, ein zweiter ist dabei.
„Sie sind hier neu und nicht entscheidungsfrei!“.
Es scheint, als ob er diesen Satz genieße.

Der Andre lächelt hohl, es macht ihn wichtig.
Ich schaue auf die Blumen, die sich strecken
und ihre Köpfe zu der Sonne recken.
„Ach schau“, sag ich, „ich find es aber richtig.“

„Sie müssen alle Eigentümer fragen,
bevor Sie hier die Beete neu bestücken!“
Ich werd euch mit Magnolien noch beglücken,

denk ich und schweige. In den nächsten Tagen!
Und Vögel werden zwitschern in den Zweigen,
wenn Abende sich über Blüten neigen.


8
Erzählungen von Tausend und einem Halm / Von leicht und schwer
« am: August 12, 2018, 11:05:01 »
Von leicht und schwer

Sie hatte immer gepfiffen auf die Meinung anderer. Sie wollte anders sein und sie war anders.
Als die Jugendlichen ihre langen Mähnen im Takt von Jagger warfen, liebte sie französische Chansons. Als andere begannen, amerikanische Hamburger in sich hineinzustopfen, als gäbe es nichts anderes mehr, da wurde sie Vegetarierin.
Immer hatte sie denen beigestanden, über deren Äußerlichkeiten andere spotteten. Für sie war es leicht. Immer leicht gewesen.
Sie war hübsch, so sagte man und durch den kraftzehrenden Sport, den sie liebte, war sie schlank wie eine Tanne. Bis weit in die Vierzig. Sie kannte keine Diät, nicht mal die vielen Namen, die davon kursierten. Sie hatte Glück. Für sie war es leicht.
Lebenslang hatte sie kein Make-Up benutzt. Ein bisschen Kajal, ein bisschen Wimperntusche, einen unauffälligen Lippenstift, ja - das reichte aus, um ihre natürliche Attraktivität noch zu steigern.
Erst mit Ende Vierzig bildete sich eine einzige Falte an ihrer Stirn. Ansonsten war ihr Gesicht glatt wie ein Baby-Popo. Bis weit in die Fünfzig noch. Für sie war es leicht. Und sie wusste das.
Dann kam der Tag, an dem ihr Blutdruck so hoch stieg, dass ihr Mann den Notarzt holte.
Von da an musste sie Tabletten schlucken, die als Nebenwirkung Gewichtszunahme auswiesen. Innerhalb von vier Monaten nahm sie zehn Kilo zu.
Ihre Figur wurde fraulich. Auch, wenn sich ansonsten nichts in ihrem Leben veränderte: Sie nahm kein Gramm mehr ab. Nun war sie schwer. War es immer noch leicht?
Höhnische Blicke folgten ihr von jenen, die sich über ihr Schlanksein definierten und  die sich im Alter noch das Essen versagten, weil sie dies als Stärke empfanden. Gegen den eigenen Körper kämpfen, nur um anderen zu gefallen? Das empfand sie als perfide.
Je öfter ihr das passierte, desto mehr wuchs die Wut in ihrem nun nicht mehr platten Bauch und nach weiteren drei Monaten und weiteren fünf Kilos auf den Rippen, entschied sie sich, dies zu ignorieren. Leicht war es nicht,  denn ihr Typus änderte sich gleich mit. Von der attraktiven Brünetten wandelte sie sich mehr zum rundlichen Oma-Typ. Ihren Mann störte das überhaupt nicht, war er doch selbst groß und stämmig. Sie hatte immer kompaktere Menschen gemocht. Schwer gefallen war ihr das nie.

Eines Tages aber traf sie den ehemaligen Hausmeister ihrer Wohnung, in der sie vor dreißig Jahren gelebt hatten und dessen Frau sich lebenslang durch diverse Diäten gequält hatte, um ihm zu gefallen. Er hatte immer schon ein loses Mundwerk gehabt. Spöttisch sagte er zu ihr: „ Du hast dich aber verändert. Ich hätte dich fast nicht wieder erkannt. Hast ja ganz schön zugelegt.“ Schneidend wie ein Messer antwortete sie ihm:
„ Ja, so ist das im Leben eben. Wir verändern uns alle. Der eine wird dicker und der andere noch dümmer!“.
In dem Moment wusste sie: Von nun an würde es leicht sein. Wieder leicht sein.







9
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Zwischen menschlich
« am: August 04, 2018, 11:46:49 »
Zwischen menschlich

Gesprächsfetzen lauerten
in einer Ecke
zwischen Eiscafe und Kinderkarussell,
bereit, gleich aufzuspringen.
Man wollte sich gefallen
war der zehnte Satz
ins süßliche Vanilleshake.
Kakao wär besser, meint der Mann,
und alle nicken.

Gesprächsfetzen tanzen
unterm Tisch
den Tango alles Ungesagten.
Ein Churro fällt herunter.
Sie essen so was nicht.
Ich gehe zur Toilette.
Gesprächsfetzen flimmern
an der Decke,
und Klopapier ist aus.

10
Eulenspiegeleien / Wenn ein Kleiner den Mund aufmacht
« am: Juli 27, 2018, 07:02:08 »
Wenn ein Kleiner …

den Mund aufmacht, dann muss es sitzen. Dann muss es ein Blattschuss sein, die Latte reicht halt nicht. Besonders nicht, wenn man selbst nicht drankommt. „Rassismus“ ist so ein Wort, das der Torwart nie über die Latte gelenkt kriegt. Kommt deshalb immer gut. In jeder Lebenslage.
Wenn ein Kleiner ein Foto macht, dann muss es packen, zupacken wie ein Wolf, der sich in der Dämmerung des Abends aus der Deckung traut. Da muss es ein Foto sein, das einen ganz Großen zeigt. Mit dem Kleinen. Denn dann wird der Kleine auch groß.
Scheiße nur, wenn der Betrachter das Foto in den Reißwolf schmeißt. Dann hat Rotkäppchen nicht nur de Omma verloren.
Wenn ein Kleiner dann einen Verband hinter sich hat, der das Ganze noch religiös aufdribbelt, dann kann der Kleine sich ein Podest kaufen, der Reißwolf jault noch einmal auf. Dann schmoren ihm die Sicherungen durch und  der Ball ist nicht mehr rund.
Das Eckige wird zur Nebensache. Wer will denn da noch rein als Ball, denn die Konformisten haben längst die (Mess)Latte festgelegt.

Merke: Wenn ein Kleiner den Mund aufmacht, dann muss es sitzen. Nur er geht…



11
Im Gras wispert Hoffnung / Ein Abend
« am: Juli 24, 2018, 10:54:06 »
Ein Abend

Ein Abend legt sich lau ins Land,
als habe er mich gleich erkannt,
ein wenig schamhaft und verrucht,
als habe er nach mir gesucht.

Und tiefer Frieden schwebt im Raum.
Es flüstert leis ein naher Baum,
an dem ein junges Eichhorn scharrte,
grad so, als ob es auf mich warte.

Der Abend senkt sich sanft aufs Land
und nimmt mich Fremde bei der Hand.
Ich kam, nicht nur aus freier Wahl.
Ich suchte nicht und fand noch mal.


12
Wo Enzian und Freiheit ist / Kleine Fische
« am: Juli 21, 2018, 09:39:39 »
Kleine Fische

Kleine Fische sind wir alle.
Magst du dich auch noch so recken,
schmuckbeschuppt dich glanzvoll strecken,
sitzt du dennoch in der Falle.

In der Welt aus Schlinglianen
sieht dich mancher gern als Schmaus,
wagst du dich zu weit hinaus.
Und du magst es nicht mal ahnen.

Kleine Fische? Das mag sein.
Relativ sind groß und klein.
Haifischflosse, spröder Wein -
Ich mach jetzt den Angelschein.

13
Erzählungen von Tausend und einem Halm / Anders
« am: Juli 14, 2018, 12:58:31 »
Anders

Er wirkte anders heute. Sie hatten sich lange nicht gesehen, nur kurze Mails geschrieben wegen des Umzugsstresses von Anna.
Er war anders. Das wusste sie über ihren vertrauten Studienfreund schon seit vierzig Jahren. Sie war damals die einzige gewesen, der er es erzählt hatte. Damals, als sie beide noch jung waren.
Er brachte Brot und Salz zum Einzug mit, liebevoll dekoriert mit einer roten Schleife, so wie eine beste Freundin es tun würde. Seine Umarmung jedoch war fahrig, als wäre er mit seinen Gedanken ganz woánders.
„Ich wollte ihn anrufen. Er ist gestern achzig geworden.“ Es brach aus ihm heraus, einfach so. Anna wusste sofort von wem die Rede war und schwieg. Er schaute auf die vertrocknenden Rosen, die ihr Mann ihr erst vor drei Tagen gekauft hatte. Dieses heiße Sommerwetter war nicht gut für Schnittblumen.

Nach zwanzig Jahren hatte Anna ihm damals schon  empfohlen, dass sein Freund, seine große Liebe, seine Ehefrau einweihen sollte, sie gemeinsam einen Weg finden müssten. Nun streichelte sie seine Hand, wie man es bei einem Kind tut, das man trösten will. „Du hättest es vielleicht tun sollen. Wenigstens als Freund, als Kumpel, Zutritt zu seinem Leben zu bekommen, irgendwie. Sonst wirst du nicht einmal erfahren, wenn er einmal krank ist oder stirbt.“ Er nickte, unendlich traurig.
Nun schaute Anna auf die Rosen. Ließ ihm Zeit für eine Antwort.
„Ich wollte es,“ flüsterte er fast tonlos und ein erstes Rosenblatt fiel lautlos von dem Strauß herab auf die kalten Fliesen.


14
Eulenspiegeleien / Die große Migrationsshow
« am: Juli 07, 2018, 12:01:23 »
Die große Migrations-Show

Die Merkel bebte, ach vor Glück:
Der Horst tritt ab, er tritt zurück
als CSU-Chef, als Minister.
Doch kurz noch an die Wade p… er

der Königin, der Merkelin.
Was hat der Sepp bloß nur im Sinn?
Und böse Zungen um sie unken:
„Das ist ein Spiel nur von Halunken,

’ne Show fürs Volk, den blöden Bürger,
den Alles-Glaub-und- Runterwürger.
Ne Show, nicht schlecht gemacht, taktiert,
dass Merkel nicht’s Gesicht verliert.

Denn selbst der Gutmensch hat’s gepackt:
„Wir schaffen das“ ist abgeflaggt.
Doch Merkel blieb anstatt zu gehen,
Jahr 15 wurd ihr Ego-Lehen.

Drum kurz vor zwölf: Man hat den Clou,
macht irgendwie die Grenzen zu,
doch mit Europa Hand in Hand.
Galant drückt man es an die Wand.

Will schuld es sein, wenn Deutschland kippt?
Da ist so mancher ausgeflippt.
Drum sagen 28 Ja,
ganz plötzlich, was nie möglich war.

Doch böse Zungen um sie unken:
Das ist ein Spiel nur von Halunken,
’ne Show, taktiert, gut angebahnte,
von dem, was Merkel lang schon plante.

Der Horst spielt ganz gekonnt den Bösen,
so kann man das Problem doch lösen!
Die Afd hat man versenkt,
weil der besorgte Bürger denkt:

Wir machen dicht, wir schotten ab.
- Nur, dass das rechtlich gar nicht klappt.
Und böse Zungen um sie unken:
Das ist ein Spiel nur von Halunken.

Es bleiben Horst und Muddi - klar!
Und alles andre auch, wie’s war…



15
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Still stand
« am: Juli 03, 2018, 10:55:09 »
Still stand

Still war es im Haus. Als habe eine alte Uhr aufgehört zu schlagen, als schiene alles zu warten. Stickige Luft stand in den Räumen.
Das Haus empfing mich nicht. Nicht wie früher, wenn ich vom Hundespaziergang zurückkam und die feine weiße Spitzengardine aus dem Wohnzimmerfenster winkte und im Sommerwind spielte.
Ich nestelte an meinem Schlüsselbund, den ich gleich dem neuen Eigentümer des Hauses übergeben würde, zog die Küchenrollade hoch und sah, dass das Gras im Garten einen halben Meter hoch stand. Die Blumen auf den verunkrauteten Beeten ließen die Köpfe hängen. Niemand hatte sie begossen.
Alles schien mit einer seltsamen Schwermut belegt, in einer bleiernen Leere gefangen, gerade so, als hätte ich die Seele des Hauses bei meinem Auszug mit mir fort getragen.
Es schellte und ich überreichte dem Mann den Schlüssel mit den Worten: „Willkommen in Ihrem Haus.“
Seine Frau stand in der Einfahrt, wie versteinert schaute sie auf die roten Klinkeraußenwände. Eine Mischung aus Verzweiflung und Gleichgültigkeit lag in ihrem Blick, als er sich mit meinem kreuzte.
Das Haus empfing sie nicht. Sie hatte es nicht gewollt und nun stand sie da in der schwülen Hitze, in ihrem bunten Ballonkleid aus Ibiza, während ihr Mann in Flipflops von Raum zu Raum lief und strahlte wie ein kleiner Junge, der zu Weihnachten eine neue Eisenbahn bekommen hat. Ein kalter Schauder überzog meinen Rücken.
Kurz überlegte ich, ob ich mir ein paar rosa Heckenrosen für die Chinavase in meiner schicken neuen Wohnung abschneiden sollte und ließ es sein. Als ich ins Auto stieg, war mir so, als würde das Haus mir nachsehen, aus blinden Fenstern, beinahe so wie ein verlassener Freund.
Sie würden alles rausreißen, hatte der Mann gesagt, und ich drehte mich nicht um, bevor ich abfuhr.

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