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Themen - Rocco

Seiten: [1] 2 3 4
1
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Wochenkalender
« am: August 29, 2022, 05:32:55 »
Ich denke

daß ich bin

*

Ich denke

daß ich bin

*

Ich denke

daß ich bin

*

Ich denke

daß ich bin

*

Ich denke

daß ich bin

*

Samstag

*

Sonntag

*

Ich denke

daß ich bin






Anmerkung:
Ist weniger ein Gedicht, mehr ein Gedanke zu Erichs "Das stille Lied der Nacht".


2
(Satirische Sprüche)

Motto:

Für alle

die auf der Strecke geblieben sind.

Sich nicht verirrt haben







Herr Moser und Dr. Mecker

(Langweilige Sprüche

eines aufregenden Alltags)

Erst Moser, dann Mecker.

*

"Auch Ehrgeizige picken nach Rosinen."

"Den harten Nüssen"

*

"Ich mag Krimis"

"Ich auch. Die besten sind: Fußball!"

*

"Mal kommt man zu früh -

mal zu spät."

"Aber - hey!

Das Leben hat für jeden Belohnungen"

*

"Ein Optimist!"

"Weil er sich gefällt -

in seiner Heldenpose?"



"Auch Pessimisten erwarten das Beste."

"Das Edelschlechteste"

*

"Pessimisten wissen

was sie am Tunnel-

ende erwartet!"

"Licht und Räuber..."

*

"Was ist Satire?"

"Das Schwert

des gesunden Menschenverstands"

*

"Mein Sohn macht mir Sorgen. Er hat: Zecken, Läuse und Flöhe"

"Stimmt, manche übertreiben Tierliebe"

*

"Das ist die nackte Wahrheit"

"Also die Wahrheit derer

die auch nichts haben?"



"Wie schmecken Weltanschauungen?"

"Wie schmeckt Blut?"

*

"X. kann nicht bis drei zählen."

"Aber Achtung vor X.

wenn er mit dem Bauch rechnet"

*

"X. ist nicht die hellste Kerze."

"Aber Selbstleuchter"

**********

Aus dem Fritzchen sein Schulaufsatz

*

Ein sportlicher Dieb ist gut zu Fuß.

Mit seinen Fingern

*

Die Flügel der Vögel sind Beine

für Wolken

*

Auch der Fußball bringt Frisurmoden:

gesträubte Haare

*

Nur Hunde beschnuppern sich

an Furzlöchern oder

an Fäusten

*

Kühe produzieren im Magen Milch

und überschüssige Wärme.

Darum müssen sie ständig pupsen.

Und so bilden sich am Himmel

wo es kälter ist

Wolken.

Aus dem Grund sagte bereits Goethe:

Nicht überall

wo Wolken sind

sind Kühe

aber überall wo Kühe sind...

*

Einen Lügner erkennt man daran

dass er die Wahrheit sagt

ohne zu erröten.

Darum sind alle

die die Wahrheit sagen

ohne zu erröten...

*

Nacktheit: dieser Pelz

der Wahrheit

*

Narrenzeit:

mit Konfettikanonen

auf Spatzen schießen

*

Nähe:

Grenzen lockern

ihre Gefühle

*

Neugierde sorgt für Unterdruß

*

Die besten Parodien auf Krieg und Gewalt:

Konfettikanone

Stinkbombe

*

Leichter einen Weltkrieg zu gewinnen -

als eine Diskussion mit Mama

**********

Schnöseleien

Dem Herrn

Professor

Doktor der Philosophie

Willibert Schnösel

gesammelte Weisheiten

*

Atmen:

Freizeitbeschäftigung der Lungen

*

Man kann so reden

dass ein Holzkopf versteht -

aber wozu?

*

Halte dir Holzwürmer

nicht auf dem Ast

auf dem du sitzt.

Sondern im Brett

vor deinem Kopf

*

Mein Goethe und Schiller:

das Paradoxon

*

Der Sprung

Niemand ist Künstler

mit einem Sprung

in der Schüssel -

sondern:

wer den Sprung

auszugeben weiß

als Porzelankunst

*

Du hast nur alle Tassen im Schrank,

wenn sie zueinander passen!

*

Du lässt dich von anderen einkleiden -

dann trage auch dein Farblos!

*

Der vollendete Poet

führt Einfälle und Damen

gleichermaßen vollendet aus

*

Der Teufel vergisst keinen.

Ist das gut oder

ist das gut?!

**********

Allerweltsweisheiten

*

Einfälle hat jeder -

ein Meister

wer sie richtig poliert

Monika Heinzelmann-Schaluppke

*

"Ein Mann - das Problem

für alle Fälle"

Wilhelmine Germann

*

"Satiriker sind zugleich Jäger und Köche.

Spezialität:

Zeitungsentenbraten"

Semjon Steinlaus

**********

Flausen und Grillen

*

Der Aphorismus ist die Schnur

die Beobachtungen wie Perlen reiht.

Die Ergebnisse schmücken

*

Passende Augenblicke sind Perlen -

ängstliche Menschen: Säue

*

Bei Autor X.

sucht man

mit der Lupe

nach Moral.

Optimisten!

*

Nicht entscheidend ist

ob man auf eigenen Beinen steht

sondern ob man

hinter dem Mond lebt

*

Immer dieser leere Blick -

beim Versuch nachzudenken

*

Chamforts (1741-1794) beste Aphorismen stammen

nicht von ihm selbst,

ähnlich wie:

Goethe (1749-1832).

Chamfort: der kleine Goethe

*

Alternative Fakten und Fake News -

oberer und unterer Teil

einer Medaillenseite

*

Immer diese Gewohnheit

nicht in Gewohnheiten

heimisch zu werden

*

Das ist

wie Gräben überwinden

indem man darauf

Mauern baut

*

Erst brennt er

dann geht ihm ein Licht auf -

der Holzkopf

*

Ich liebe Sternenlicht

nicht weil es romantisch wirkt

sondern weil es beruhigt

wenn man auch nachts

im Schatten sitzen kann

*

Die Kalender

immer vielfältiger -

immer einfältiger

die Zeit

*

Ersetzt nicht das Licht

eines Tunnelendes:

das Sonnengemüt

*

Ein Loch

unter den Teppich

kehren

*

Der Maler ist kein Fotograf:

er zeigt die wirkliche Wirklichkeit

*

Sage mir

was du für Masken trägst

und ich sage dir

was du für Freunde hast

*

Wer Mauern

mit Graffiti

künstlerisch gestaltet

öffnet sich damit

keine neuen Perspektiven

*

Selbst die Narrenkappe wird

dem Weisen

zur Krone

*

Einmal Poet...

Der Mond gießt Milch

in die leere Kaffeetasse

auf der Fensterbank

im Schreibzimmer.

Wie sollte ich da nicht

Kaffee in der Küche brühen

dazu schütten

mich wieder zum Schreibtisch begeben?

*

Nur dilettantische Poeten sind

in der Ungenauigkeit der Sprache

nicht zuhause

*

"Schach spielen

ebenbürtige Partner",

sagte der Schachprofi.

"Gegen Stärkere ist Schach:

Poker"

*

Könnte man sehen

was ein Spiegel sah:

jede Person

jedes Ereignis.

Erhellt wären alle

historischen Geheimnisse.

Spiegel:

stumme Geschichtszeugen

*

Das Problem jeder Spruchsammlung:

Jede Seite hält sich für eine Saite

und will

den Ton angeben

*

Je nach Standpunkt -

je nach Verstellung

*

Ach hätte der Tod

einen Terminkalender mit

Feiertagen und Urlauben!

*

X. hat eine Galerie an Weltbildern.

Er hat alle

Stück für Stück

an den Nagel gehängt

*

Könnte man nur Zeit zurückgewinnen

indem man abgerissene Kaländerblätter wieder anklebt

**********

Eindeutige uneindeutige Fragen

*

Man backt immer

kleine oder große Brötchen.

Aber hat man immer

alle Tassen im Schrank?

*

Nur weil man kleine Brötchen backen muss

soll man seinem Vorgesetzten

verdünnten Wein einschenken?

*

Du stehst lieber

auf deiner

eigenen Seite.

Auf wessen Gebiet?

*

Geschichtsblind vor Liebe?

*

was sonst

ist der lebenssinn -

als so zu leben

dass maden und würmer

mit uns

feste feiern können?

*

Logisch

Man kann doch einen Stein

nicht auf den Mond

hoch werfen!

Was soll er dort?

*

Medien sind keine "Lügenpresse".

Schreiben sie darum die Wahrheit?

*

Politiker sitzen an runden Tischen.

Damit weniger auffällt

daß sie sich im Kreis drehen?

*

Fantasy-Romane umbenennen in:

alternative Reportagen?

**********

Definitionen

aus dem Bauch heraus

*

Arbeitsteilung:

Der Autor hält den Stift

und der

trägt den Autor

*

augenblicke:

risse

im gewohnheitstunnel

*

Auto:

Regenschirm

auf vier Rädern

*

Bescheidenheit:

Quelle

der Phantasielosigkeit

*

Eifersucht:

ein Furz

im Herzen

*

Februar:

Soll der Frühling lachen,

lass die Pfunde krachen.

*

Gesangsverein:

Stimmenkloake

*

Halbstarke:

in die Jahre gekommene Babys

*

X. ist ein Känguru:

nichts in der Tasche -

ständig auf dem Sprung

*

Kleiderschrank:

Archiv

abgelegter Träume

*

Kneipe:

Kindergarten

für Erwachsene

*

märchen:

gute-nacht-geschichten

seien zum einschlafen.

sind zum träumen!

*

Mord:

Matratzensport

mit der Falschen

*

Narrenkappe:

Dornenkrone

*

Moderne Poeten:

(Hinter-) Hofdichter

*

Sport ist Mord:

Zuviel Gewichtheben

in der Kneipe

*

Suppenteller -

für die Kleineren:

ein Planschbecken

*

Teufelskreis:

Endstation aller.

Die immer falsch abgebogen sind

*

Tausendfüßer:

Wurm

dem man

Beine gemacht hat

*

Teppich:

Spielwiese

für Besen

*

Teufelskreis:

Der Punkt an dem

dein Feind

seinen Hebel

ansetzen kann

*

Mit dem Trinken aufhören:

Seine Fahne

an den Nagel

hängen

*

Unglück:

irres Glück

*

Unterhaltungsautor:

Schreibtischabenteurer

*

Vernunft:

Nahrung

der Verzweiflung

*

Verzweiflung:

Alles bezweifeln kann man.

Nie

*

Weinflasche:

bessere Wärmflasche

**********

Romanidee:

Die Geschichte von Romeo, einer Raupe,

die sich in Julia verliebt, einen Wurm.

Ihre Eltern sind gegen diese Beziehung:

"Ihr habt keine Zukunft nicht!"

Eigensinnig bleiben sie ein Paar.

Und trennen sich doch.

Während Julia

- aus Frust -

einen Giftbecher leert,

enthebt sich Romeo in den Himmel.

Romeo: "Unsere Eltern

hatten nicht Unrecht!

Du verkriechst dich

- so bist du.

Ich habe mir

Flügel wachsen lassen!"

Ende

*

Romanidee: Wanda, die DrachIn.

Die Geschichte von Wanda, einer Wurm-Frau, die sich in ihrem Körper gefangen fühlt. Auch hadert sie mit ihrer Geschlechterrolle; sie will ein Drache sein. Und verhält sich entsprechend, da kein Wurm Verständnis zeigt.

"Ein Wurm, wer intolerant ist!"

Ihr Lebensweg führt

in der Anstalt.

Und als sie von dort flieht:

in den Schnabel eines Vogels.

Aber eines Vogels,

der sich mit jedem Wurm versteht

Ende

**********

Wochenkalender

Ich denke

daß ich bin

Ich denke

daß ich bin

Ich denke

daß ich bin

Ich denke

daß ich bin

Ich denke

daß ich bin

Samstag

Sonntag

Ich denke

daß ich bin

**********

3
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Angepasste Rebellen, Neufassung
« am: Juli 16, 2022, 22:17:41 »
Beim Turnierschach:

Nicht unwitzig -

die aktiven Schachzuschauer

auf den Zuschauerplätzen und

die passiven an den Spielbrettern

*

Schachprofi:

ein königstreuer Königsmörder

*

Eigentlich sterben wir nur

weil uns keine Zeit zum Leben bleibt

*

Carl Ludwig Schleich (1859 bis 1922):

Dichter und Erfinder der Narkose.

Die kaum schlechter wirkte

als eines seiner Bücher

*

Nur aus Fehlern anderer kann man lernen,

denn man selber...

*

Wie bescheiden du bist

zeigt deine Stimmung auf die Frage:

Macht dir eine Schwalbe einen Sommer?

*

Auch erwachsene Mafia-Mitglieder spielen

mit Eisenbahnen im Keller.

Als störten sie Leichen!

*

Ein Freund und ich sitzen traurig in der Wartehalle, in der eine Musikgruppe sehr leidenschaftlich, aber nicht schön, alle Zuhörerwünsche zu erfüllen versucht.

"Das Leben ist kein Wunschkonzert", sage ich mit hängenden Schultern.

"Auch keine Wartehalle."

"Und wenn: Wer fragt uns?"

Er nickt: "Im wahrsten Sinn: Der Zug ist abgefahren"

*

Je mehr Köche -

je besser der

Gerüchteküchebrei

*

"Heller Wahnsinn" klingt

anders

in den Ohren Schwarzer

*

"Gibt Teufel mit Heiligenschein.

Aber ihnen deshalb mehr trauen

als Engeln?"

Samy Smörebröd

*

Glück

dein glück

zu schmieden

dazu hast du kaum

talent.

du eignest dich als

amboss

*

"Die großen Aphoristiker lesen sich

so, als ob sie alle einander gut

gekannt hätten."

Elias Canetti (1905 bis 1994)

Wer sind schon die große Aphoristiker -

im Gegensatz zu all den bedeutenden?

*

Wie eine Kirchentür

auf der Suche

nach ihrem Luther

*

Selbst moderne Aufwiegler brauchen

wie jener Mönch damals

eine Kirchentür.

Und haben sie stets dabei

*

Bei Hintertupfing - oder:

bei Muuuh- und Määähdorf

*

Eine Maxime ist:

kein Brückengeländer

*

Geschichten machen das Leben aus

wenn man sich

an sie

nicht erinnert

*

Jeder Pessimist malt sich

die eigene Finsternis aus:

seine Bilderbuchfinsternis

*

Vielleicht ist der Tod nur

ein weniger nervendes Leben?

*

Man sagt, Deutsche bewegen sich kaum.

Und der tägliche Tanz

um Fakten?

*

Seine Hauptstraße

nur bestehend aus Nebenstraßen:

Lebensweg eines Gescheiterten

*

Wer zwei gesunde Arme hat -

wie kann der arm sein?

*

Er ist so arm

bei ihm reicht es nicht einmal

zur Untermiete

in Wolkenkuckucksheim

*

Hauptstadt:

die vorderste Provinz

*

Pessimisten sind Optimisten

die von sich auf andere schließen

und das Ergebnis

zu kennen glauben

*

Meisen im Gehirn,

ein Schweinehund im Herz,

im Hintern Hummeln

und eine Wutz in seiner Hos.

In Dichtern und in Denkern nichts los?

*

Eine Schwalbe macht keinen Sommer,

ein guter Rat keine Hoffnung

*

Trockeneis ist für Hände Feuer. Eis, das brennt, ist denn das kein Gegensatz, wie er in der Rhetorik gebraucht wird?

So nutzt bereits die Natur Rhetorik, wie ein Dichter, um Wirkung zu erzielen.

Doch was sind schon menschliche Künstler?

*

Der Aphorismus ehrt

die Alltagserleuchtung,

wie der Körper einer Frau

ein Kleid aus schillernden Nichts

*

Die Wahrheit trägt einen Panzeranzug.

Nackt könnten wir sie nicht erkennen

*

Pessimisten lesen die Zeitung;

Optimisten reicht der Kaffeesatz

*

"Ich verstehe nicht

wie jemand

nur weil er Tee trinkt

abwarten kann?

Ich würde es vielleicht

wenn ich wüsste

was sonst noch drin ist"

Semjon Steinlaus

*

Gelegenheit (und Bildung)

macht Diebe

*

Wer unter der Woche Champagner trinkt,

stößt am Wochenende mit Wasser an?

*

Nur die Besten sterben jung.

Im Geiste jung!

*

Nur die Oberflächlichen nehmen alles

zu schwer

*

Stefan Napierski (1899 bis 1940):

Seine Aphorismen taugen

ihres privaten Charakters wegen

für den Massengeschmack

wenig.

Wären sie jedoch

intimer!

*

Alle rechten braven Frauen -

alle rechten und braven Frauen

*

Gemütszustand:

ein Seelenwetter

*

Witzegefahr!

"Das ist ein Witz!" heißt es

vom Einfall

der trübe Gedanken vertreibt.

Oder helle.

Auf diese Weise zeigt sich wunderbar

wer Spaß versteht und

wer Humor hat

(Für Erich)

*

Dorf:

eine Herz-Schmerz-Provinz

*

Ein ausgemachter Trottel: Ein Trottel

mit ausgemachtem Lebenslicht?

*

Verdorbenes Obst findet man

nicht nur

unter den Alten

*

Auch Dummheit muss klug sein -

wie sollte sie ansonst beweisen

dass sie richtig liegt?

*

Natürlich kann man verschrobene Wahrheiten sagen -

aber wen kümmert das?

*

Eine Seele ist rein

oder weniger rein.

Was ändert das an ihrer Größe?

*

Aus Schaden wird man klug.

Auch vorsichtiger?

*

Der Angepasste:

ein Rebell

der sich zu gut kennt

*

Auch unter den Weisen gibt es dumme,

aber die sind noch allemal klüger,

als die eitlen


4
Wiesengeflüster / Offener Brief an Scholz
« am: Mai 02, 2022, 11:34:52 »
Hallo Wiesengemeinde!

Ende April erhielt Bundeskanzler Scholz einen offenen Brief, der unterzeichnet wurde von: Intellektuellen, Philosophen, Künstlern usw. Der Brief kritisiert, dass schwere Waffenlieferungen, von russischer Seite, als Einmischung verstanden werden könnten. Und dies könnte zum Auslöser eines dritten Weltkriegs werden.

Inzwischen gab es an diesem Brief Kritik. Die Grünen werfen den Unterzeichnern "Naivität" vor.

Wie seht ihr das?

Sind schwere Waffenlieferungen ethisch/ moralisch vertretbar oder nicht?

Wird Deutschland (jedes Land, das schwere Waffen liefert) zu einem Kriegsbeteiligten?

Soll man überhaupt was gegen Putin unternehmen (was?) oder soll sich die Ukraine ergeben, damit endlich Ruhe ist?

Wie real ist ein Atomkrieg wirklich?

Auf Antworten, Fragen, eine rege Diskussion freue ich mich.

Bis dann!

Rocco

5
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Putins Kriegsoperationen
« am: April 25, 2022, 17:23:24 »
24.02.22

Präsident Wladimir Putin gibt den Befehl zum Ukraine-Krieg; für ihn sei das keine Invasion, eher eine "Militäroperation".

*

Präsident Putin -
so buchstabiert er
MILITÄROPERATION:
INVASION

*

Kriegsbeginn

Das Herz des Krieges
(der Soldat)
beginnt zu schlagen



25.02.22

Nato-Generalsekretär Stoltenbergs Sorge: ein "Überschwappen" des Ukraine-Krieges.

*

Krieg ist erschütternd und erschreckend

Erschütternd
mitansehen zu müssen
wie andere
im eigenen Blut ertrinken;
erschreckend
mitansehen zu müssen
wie Umstehende
dabei mit Blut bespritzt werden



26.02.22

Meldungen über Kämpfe um Städte wie:

Odessa, Mariupol und Kiew.


Die ukrainischen Behörden warnen:

"Auf den Straßen unserer Stadt
laufen jetzt
Kampfhandlungen."

*

Ach könnte man Kampfhandlungen
an die Leine nehmen und
einen Maulkorb überziehen...



27.02.22

Wladimir Putin droht mit Atomwaffen, da sich Nato-Länder "aggressiv" äußern.

Die Gesundheitsbehörde der Ukraine sagt, seit dem Krieg seien etwa 350 Zivilisten getötet worden.

Aggressive Reden gehören nicht zu Putins Markenzeichen. Ein Hoffnungsschimmer?



28.02.22

Die ukrainische Armee hält Kiew.
Pentagon-Sprecher Kirby ist beeindruckt.
Friedensverhandlungen scheinen möglich, aber:

"Es gibt nichts anderes, als vielleicht seine eigene Sturheit, die Herrn Putin davon abhält, hier das Richtige zu tun."

*

Blinder Putin

Auch ein blinder Putin
kann ein Korn finden
(das Richtige tun)

Stattdessen geht er
im Nest der Ukrainer
einen abseilen
(Krieg beginnen)

*

Stur-eisern-putinverbissen



01.03.22

Nachdem Präsident Putin, mit Atomwaffen, die globale Sicherheit bedroht hat, legt sein Außenminister nach und schimpft auf Kiew, es wolle Atomwaffen. Dieser Wunsch bedrohe die globale Sicherheit.

Sicherheit schafft einzig
wer sie allein bedrohen kann?



02.03.22

Während Putin mit Panzern schießt, haben Ukrainer oft nur Molotow-Cocktails, etwa im südukrainischen Cherson.

Derweil demonstrieren in Russland Bürger in über fünfundzwanzig Städten gegen den Krieg. (Über Siebenhundert Verhaftungen.)

Nicht jeder brennt für Krieg.
Siehe Cherson



03.03.22

Cherson in der Hand russischer Truppen.
Bürgermeister Kolychaew:

"Die ukrainische Flagge weht noch..."


Charkow, Mariupol, Kiew wanken,
aber fallen nicht.

*

Cherson
ist überall da
wo Soldaten
für den Krieg brennen



04.03.22

Deutsche Sorgen

Ein wichtiges "Kriegsopfer" beklagt auch Deutschland:
Raketenangriffe, nahe Kiew, töten -
das Gebäude der deutschen Pumpenfirma: Vissmann.

Zugleich wird ein Atomkraftwerk im Süden (Saporischschja) von Panzern getroffen.

Ukrainer fliehen und Deutschland beweint die Büros eines Pumpen-Herstellers.



05.03.22

Vitali Klitschko, Kiews Bürgermeister, will nicht fliehen.

"Wenn ich ginge, wäre das Verrat..."

Deutschland sorgt sich: Was passiert, falls Russland kein Gas mehr liefert?

*

Cherson-Tapferkeit - German Angst




06.03.22

In mehr als sechzig russischen Städten demonstrieren Menschen für den Frieden. Mehr als Dreitausendfünfhundert werden verhaftet.

Die SPD-Politikerin Esken verteidigt, in einer Fernsehsendung, die Aufrüstung der Bundeswehr.

Basis des Friedens sei das Völkerrecht. Dazu gehöre die Wehrhaftigkeit.

Zu fragen wäre:

der Oberen oder der Unteren?



07.03.22

Ukraines Außenminister Kuleba erfreut:

Mehr als zwanzigtausend Freiwillige aus zweiundfünfzig Ländern reisen ein.

(Darunter auch Deutschland.)

*

Ahnungsvolle Hoffnung auf das Kriegsende:
einen Friedens-Countdown vorwärts zählen



08.03.22

Deutschland unter Schock. Ein Drama hält es im Würgegriff, so brutal, wie es sich selbst Shakespeare nicht hätte ausdenken können.

Der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) gibt bekannt:

Wegen des Ukraine-Krieges werden in ganz Europa hunderttausend LKW-Fahrer aus der Ukraine ausfallen.

Zudem ist noch offen, was passiert, wenn Putin Deutschland den Gashahn zudreht.

Der ukrainische Präsident Selenskyj kann Gott auf Knien preisen, dass er sich mit Putin ärgern muss, anstatt mit deutschen Sorgen.

Nicht auszudenken, wäre es umgekehrt!

*

Eine Geißel Gottes:
Deutsche Sorgen



09.03.22

Durch einen humanitären Korridor fliehen
ca. sechstausendsiebenhundert Bürger aus Sumy. Und zwanzigtausend aus Kiew.

Korridore gibt es auch für:

Trostjanez und Krasnopillja.

In Mariupol warten ca. Zweihundertausend auf Rettung.

Ungeachtet dessen, tobt weiter Krieg.

*

Einer Gefahr entkommen
indem man ins Unglück rennt -
wie sicher ist ein humanitärer Korridor
der vom Feind garantiert wird?



10.03.22

Über humanitäre Korridore fliehen etwa sechzigtausend Bürger aus Städten, wie:

Sumy, Trostjanez, Krasnopillja.

Ungeachtet dessen, tobt weiter Krieg.

*

Humanitärer Korridor:
Fluchtweg oder Einfallstraße?



11.03.22

Melitopols Bürgermeister, Ivan Fedorov, von russischen Soldaten entführt.

Er habe sich geweigert "mit dem Feind zu kooperieren."

Wie zuvor Leyla Ibragimowa. Die auch ein Entführungsopfer russischer Soldaten war und frei kam.

(Die Stellvertretende Vorsitzende
des Regionalrats von Saporischschja.)

*

Cherson ist die Ukraine -
die Ukraine ist Cherson



12.03.22

Die Kleinstadt Isjum, an der Grenze zum Donezker Gebiet, zur Hälfte: "unter der Kontrolle von Russen."

"Unter russischer Kontrolle", die Phrase regt an:

"Unter der russischen Militärkontrolle" -
zermalmt liegen

*

Unter Kontrolle sein:
bestimmt werden;
unter Militärkontrolle sein:
verstimmt werden

*

Wenn Soldaten behaupten,
sie hätten alles unter Kontrolle -
meinen sie damit auch sich?



13.03.22

In Berlin demonstrieren Menschen für den Frieden, über Hunderttausend.

*

Helden und Kriegsfreiwillige

Ein Held
mag ein
Adrenalinjunkie sein,
ein Kriegsfreiwilliger
mag ein
Kriegsjunkie sein,

doch ist wichtig:
warum einer - oder
was einer tut?



14.03.22

Fluchtkorridor für Mariupol gescheitert.

Auf eigene Faust brechen hundertsechzig Privatautos auf, ihr Ziel:

die siebzig Kilometer westlich gelegene Stadt Berdjansk.

*

"Frieden - was ist das?"
sagte der General.
"Ein Zuviel an humanitären Korridoren"



15.03.22

In Kiew treffen drei Regierungsvertreter ein. Sie diskutieren über Hilfen für die Ukraine und Sanktionen für Russland.
(Slowenien, Tschechien, Polen.)

Bundeskanzler Scholz sorgt sich um einen Atomkrieg.

*

Der Deutsche:
quält er die Welt nicht mit Kriegen
dann mit Sorgen



16.03.22

In Melitopol demonstrieren Einwohner für die Freilassung ihres Bürgermeisters:
Ivan Fedorov.

Russlands Statthalterin Daniltschenko fordert die Einwohner von Melitopol auf, "sich der neuen Realität anzupassen".

Zu fragen wäre:

Wenn die Realität aber nicht besser ist?

*

Die guten Nachrichten des Tages:

Melitopols Bürgermeister, Ivan Fedorov,
von ukrainischen Soldaten befreit.
Ebenso der Bürgermeister von Skadowsk:

Oleksandr Jakowlyew.

*

Wird fortgesetzt.

6
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Soldaten können Mörder sein
« am: April 01, 2022, 06:54:57 »
X. ist ein Abendlandmensch:
abends
auf dem Land
ein Mensch

*

X. auf den Punkt gebracht:
ein hinterhofdichtender
Seitengassenabenteurer und
Mondscheinschwärmer

*

Sokrates:
Erfinder der Goldwaage

*

Horrorautoren:
Terrorarchitekten

*

Glück schafft eigenwillige
Sicherheiten

*

Genial!

x. bringt einen gedanken
in zehn wörtern unter
und teilt ihn auf in drei aphorismen

(die kollegen applaudieren,
die kritiker knirschen nur mit den zähnen)

*

Pilotenweisheit:

Riskier keine große Klappe!
Bevor du einen Turm rasierst
rasier dir lieber Haare von den Zähnen

*

Romanidee: Wanda, die DrachIn.
Die Geschichte von Wanda, einer Wurm-Frau, die sich in ihrem Körper gefangen fühlt. Auch hadert sie mit ihrer Geschlechterrolle; sie will ein Drache sein. Und verhält sich auch derart, weil kein Wurm Verständnis zeigt.
"Ein Wurm, wer intolerant ist!"
Ihr Lebensweg endet in der Anstalt.

*

Vernunft:
Nahrung der Verzweiflung

*

Romanidee:
Die Geschichte von Romeo, einer Raupe,
die sich in Julia verliebt, einen Wurm.
Ihre Eltern sind gegen diese Beziehung:
"Ihr habt keine gemeinsame Zukunft nicht!"
Eigensinnig bleiben sie ein Paar.
Und trennen sich doch.
Während Julia - aus Frust - einen Giftbecher leert, enthebt sich Romeo in den Himmel.
Romeo: "Unsere Eltern hatten nicht Unrecht! Du verkriechst dich - so bist du. Ich habe mir Flügel wachsen lassen!"

Ende

*

Nicht immer ist der Eigensinn ein Holzweg.
Manchmal eine Sackgasse

*

Manche wähnen sich auf dem richtigen Weg,
weil ihre Sackgasse länger ist

*

Tausendfüßer:
Wurm
dem man
Beine gemacht hat


----------------------
Alte Version:

Schmetterling:
ein Wurm
dem man
Flügel und Beine
gemacht hat

*

Sackgassenhauer

*

Bei X. kriegen die Gedanken immer die Kurve. Mündend in einen Wasserfall
in das sie mit Sprung
baden gehen

*

Im Aphorismus endet ein Gedanke nicht
als Bettvorleger
sondern als Tiger

*

A: "Frauen und Literatur finde ich unsäglich
interessant und langweilig"

B: "Glückwunsch zur abwechslungsreichsten Langeweile überhaupt!"

*

Ein Teufelskreislauf:
X. wollte voran
stattdessen bekam er die Kurve

*

Glück der Dummheit:
sie wäre weniger systematisch
ohne Menschen
denen praktisches Talent fehlt

*

Vorurteil:
Vorurteile sind immer
dumm und schädlich

*

Krieg:
der Friedhof wird zur Welt

*

Auch im Krieg werden Helden geboren:
friedliebende Menschen

*

Ein Soldat kann ein Mörder sein.
Ein uniformierter Bürokrat ist es

*

Die Opfer des Krieges sind immer:
die Soldaten. (Davor, während, danach)

*

Für: Gott! Ehre! Vaterland! sterben Soldaten
freudig.
Aber was unterscheidet freudige Soldaten von lebensmüden Zivilisten?

*

Der Krieg ist ein blutiges Geschäft.
Ähnlich einem Schlachthof

*

7
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Galerie der Weltbilder
« am: M?RZ 24, 2022, 16:34:50 »
 Auto:
Regenschirm
auf vier Rädern

*

Kneipe:
Kindergarten
für Erwachsene

*

Ein Loch
unter den Teppich
kehren

*

Mit dem Trinken aufhören:
Seine Fahne
an den Nagel
hängen

*

Das Problem jeder Aphorismensammlung:
Jede Seite ist eine Saite und will
den Ton
angeben

*

So manche Notation
einer Schachpartie
liest sich
wie ein Wildwestfilm

*

Teppich:
Spielwiese
für Besen

*

Sind die Memoiren
eines Radiergummis
aufreibend?

*

Kleiderschrank:
Archiv
abgelegter Träume

*

X. hat eine Galerie an Weltbildern.
Er hat alle
Stück für Stück
an den Nagel gehängt

*

Sage mir
was du für Masken trägst
und ich sage dir
was du für Freunde hast

*

Das Leben auf der Überholspur
gerät am Interessantesten
in Hinterhöfen und
verwinkelten Gassen
bei Mondenschein

*

Aus dem Fritzchen sein Schüleraufsatz:

"Einen Lügner erkennt man daran
dass er die Wahrheit sagt
ohne zu erröten.
Denn alle
die die Wahrheit sagen…"

*

Heutige Jugend:
Intelligent
mitfühlend
hilflos

*

Sensenmann:
Todeswellenreiter

*

Halte dir
auf dem Ast
auf dem du sitzt
als Haustiere
keine Holzwürmer

*

Härtester Holzweg:
Galgen

*

Gebildete diskutieren länger.
Mit Fäusten
als mit Worten

*

Eine Faust ist vielleicht nicht gebildet
aber sie versteht sich mit jedem

*

Der Boxkampf - oder ein Versuch
mit Fäusten Geschichte zu schreiben

*

Sport ist Mord,
etwa: zuviel Gewichtheben
in der Kneipe

*

Matratzensport mit der Falschen ist Mord

*

Seine Feinde unter Kontrolle zu halten
ist auch eine Art Selbstbeherrschung

*

Knorrige Befehlsstimme:
hölzerner Ruf

*

Den Letzten beißen die Hunde:
des Kalifats Schlächter

*

Boxer sind nett. Bei anderen drücken sie gerne ein Auge zu.

*

8
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Zuhause, in der Sprache
« am: M?RZ 16, 2022, 23:48:06 »
"heute lebt er
wenn er nicht reist"

*

Er: "Ich bin von woanders"
Ich: "Also nicht aus Deutschland?"
Er: "Doch. Ur-Deutscher"

*

Die faule Haut des Umtriebigen. 
Dieses Trägen

*

Sich vorzustellen
die Sternenlichter seien nur
die Lichter
einer echten Großstadt

*

Messerklar

*

Treibt den Künstler zur Karikatur:
die Unlust am Widerspruch

*

A: "Mein Sohn bereitet mir Sorgen. Er hat:
Zecken, Läuse und Flöhe"
B: "Stimmt, manche übertreiben die Tierliebe"

*

Schicksalsritterschlag

*

Verzweiflung: Alles bezweifeln kann man
nie

*

Nur dilettantische Poeten
sind in der Ungenauigkeit der Sprache
nicht zuhause

*

Ach hätte der Tod einen Terminkalender
mit Feiertagen und Urlauben! 

*

Logik

Der Mond gießt Milch
in meine leere Kaffeetasse. 
Wie sollte ich da nicht
Kaffee zuschütten
mich zum Schreibtisch begeben
und Träume
in Manuskriptform bringen? 

*

Teufelskreis. Der Punkt
an dem dich dein Feind aushebeln kann

*

X. ist ein Känguru:
nichts in der Tasche und ständig
auf dem Sprung

*

Eine Hürde zu überspringen
ist noch keine Selbstüberwindung

*

Seltsam. Die Regenbogenpresse
kennt nur eine Farbe:
Schwarz

*

Revolution: ein Pseudonym für
Kannibalismus

*

X. wird erwachsen:
so langsam nabelt er sich ab
von der Blauen Blume

*

So manche Löcher würde er behalten. 
Wegwerfen würde er nur die Strümpfe

*

Arbeitsteilung. Der Autor hält den Stift
und der 
trägt den Autor

*

Politiker

Von ihren vielen Sitzungen bekommen andre Plattköpfe

*

Eine verwinkelte Gasse -
ein öffentlicher Hinterhof

*

Sein Schreibtisch:
eine verwinkelte Gasse
auf dem Katzen
den Mond besingen

*

Bescheidenheit: Elendsquelle
der Phantasie

*

Aus einem Schüleraufsatz:

"Er sprach
mit gespaltener
Eselszunge"

*

In der Nacht blühte er auf. Das heißt:
Er lebte unglücklich bis ans Ende aller Tage

*



9
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Kriegslogik
« am: M?RZ 08, 2022, 20:46:31 »
Schoßhund:
Staubfänger

*

Krümmend-windender Körper:
des Wurms an der Angel
der Hure im Bett

*

A: "Was macht ein Holzkopf bei der Mafia?"
B: "Was macht er in der Politik?"

*

Man kann so reden
dass ein Holzkopf versteht -
aber wozu?

*

X. hat eine frische saubere Weste.

Sie hängt ständig im Wind

*

Eisblumen auf dem Gewächshaus
worin seine Züchtungen ständig eingehen.

Ironie? Mitleid?

*

Aus einem Schüleraufsatz:

"Villenviertel vor acht"

*

Das nackte Elend ist die Summe:
nackter Wahrheit plus nackter Gewalt

*

A: "Ich mag Krimis"
B: "Ich auch. Darum liebe ich Fußball"

*

Jede Sportart hat ihre Frisuren;
beim Fußball:
gesträubte Haare

*

Paralleluniversum:
Demagogie

*

Ein Optimist ist ein Pessimist
nach der Begegnung
mit einem Hoffnungswahnsinnigen

*

Immer dieser leere Blick
beim Versuch
nachzudenken

*

"En Generaldirektor is ken Mädche für alles",
sinnierte Herr Liebscher an der Pforte, als er gerade keine Besucher hatte. "Ist er es doch, nennt ma ihn: Pförtner."

*

Wahnvorstellungen: Wenn Wünsche
Theater machen

*

Auch ein Talent:
ihm misslingen Träume
selbst in Träumen

*

Träume sind Schäume
vor den Mündern
der Demagogen

*

Der Aphorismus ist ein Koberer
der ins Gedankenbordell lockt

*

Narrenkappe:
Dornenkrone

*

Dem Weisen
wird selbst eine Narrenkappe
zur Krone

*

Die besten Parodien auf Krieg und Gewalt:
Konfettikanone und Stinkbombe

*

Aus einem Schüleraufsatz:

"Narrenzeit ist,
wenn man
mit der Konfettikanone
auf Spatzen schießt"

*

Gewalt - deine Kriegslogik
bohrt sich
in meinen Kopf

*

Ein wenig Dummheit schadet nicht.

Wenn alles zu spät ist

*

Das Wunder besteht nicht darin
dass man versucht
über einen zu großen Abgrund zu springen.
Sondern darin
eine Brücke zu errichten

*

Zur Feindschaft gehört Liebe.
Nur vereint gelingt eine starke Feindschaft

*

10
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Risse im Tunnel der Gewohnheit
« am: M?RZ 05, 2022, 15:56:35 »
Bei Autor X. kann man
die Moral mit der Lupe
suchen

Immer diese Optimisten! 

*

A: "Philosophen - wie langweilig"
B: "Was hat er geredet?"
A: "Nichts, aber viel gesagt"

*

X. nimmt den Mund zu voll

Aber tut das nicht jeder
der den heißen Brei
eines anderen
auslöffeln muss? 

*

X. spielte mit seinem Gegner. 
Zwickmühlenpoker

*

Arbeiten: unkonzentriertes
Träumen

*

Will er träumen
geht er ins Büro;
will er schlafen:
zu ihr

*

Unausgeschlafenen geraten Träume leichter. 
Aus der Fassung

*

Aus einem Schüleraufsatz:

"Nähe ist,
wenn eine Grenze
ihre Gefühle
lockert"

*

"Gleich starke Partner
spielen miteinander Schach",
sagte der Schachprofi.
"Gegen Stärkere ist Schach:
Poker"

*

Augenblicke sind Risse
im Tunnel der Gewohnheit

*

Je nach Standpunkt -
je nach Verstellung

*

Das Fernglas vor Augen -
eine andere Art 
Brett vor dem Kopf

*

Die Nacktheit - dieser Pelz
der Wahrheit

*

Immer diese Gewohnheit
in Gewohnheiten
nicht heimisch zu werden

*

Wie soll der Zögerliche sich dabei nicht
die Finger verbrennen
wenn er die Hände
in den Schoß legt? 

*

Erst brennt er
dann geht ihm ein Licht auf -
der Holzkopf

*

Könnte man nur die Zeit zurückgewinnen
indem man die abgerissenen Kaländerblätter
wieder anklebt

*

Die trockensten Moralisten:
das sind die feucht-fröhlichsten

*

Könnte man sehen, was ein Spiegel sah:
jede Person, jedes Ereignis. 
Alle historischen Geheimnisse wären erhellt. 
Spiegel als stumme Zeugen der Geschichte

*

Die rechten Augenblicke sind Perlen. 
Aber jeder Zögerliche ist eine Sau

*

A: "Ich bin gegen Ungerechtigkeit!"
B: "Ich auch. Darum bin ich
gegen Gerechtigkeitsfanatiker
wie dich"

*

A: "Wie schmeckt eine Weltanschauung?"
B: "Wie schmeckt Blut?"

*

A: "X. ist nicht die hellste Kerze"
B: "Aber ein Selbstleuchter"

*

A: "Bilder verraten Tausende Worte"
B: "Genau, sie verraten"

*

Naiv:
misstrauensblind

*

Wer morgens im Gewächshaus sitzt
dem gehen bunte Lichter auf

*







































11
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Kaffee
« am: Januar 29, 2022, 23:16:59 »
Der Kaffee ist
ein Gedicht

Das Gedicht ist
ein Kaffee

gibt dem Geist Farbe

12
Verbrannte Erde / WINTERBLUES
« am: Januar 29, 2022, 23:14:45 »
der tag
ein finsterer
schwan

verspricht abhilfe

die nacht
ein finsterer
schwan

verspricht abhilfe
der tag
die nacht

abwechslung: eine vorhersehbare
wiederholung

13
Gedichte sind Dreck!
Geisteskrank! Wie kann man nur
Verse verehren?

Wie ich alle verachte,
nie würde ich eins dichten!

*

Wo nimmt der Poet,
wenn er sich zur Arbeit setzt,
alle Leuchtkraft her?

Das ist nicht viel anders, als
bei der Mahlzeit der Hunger

*

Abgehängt vom Spiel
lustig-tobender Kinder:
die Papierdrachen

in den Baumkronen. Hängen
sie dort ab oder sich auf?

*

Alternative Version:

Wo nimmt der Poet,
wenn er sich zur Arbeit setzt,
alle Ideen her?

Das ist nicht viel anders, als
steter Versuch und Irrtum

14
Sprüche von drinnen und draußen / Der tägliche Slalom
« am: Dezember 14, 2021, 12:17:09 »
Jeder Pessimist malt sich
die eigene Finsternis aus:
seine Bilderbuchfinsternis

*

Blutblumen sprießen aus Opferwunden.
Krieg: eine blühende Todesblume

*

Man sagt, Deutsche bewegten sich kaum.
Und der tägliche Slalom um
anderer Leute Meinung?

*

Erinnerung an den Freund,
dessen Todestag sich jährt.
Was heißt: aus und…?

*

Eine Hauptstraße
nur bestehend aus Nebenstraßen:
Lebensweg

*

Ein Chef, der wie ein Esel arbeitet,
ist ein Kamel oder Rindvieh

*

Wer zwei Arme hat,
wie kann der arm sein?

*

Er ist so arm
bei ihm reicht es nicht mal
zur Untermiete
im Wolkenschloss

*

Das Wort: "Hitzkopf" -
ein weißer Schimmel

*

Aphorismen sind kurze Gedankenstriche,
Romane lange

*








Alte Version


Jeder Pessimist malt sich
die eigene Finsternis aus:
seine Bilderbuchfinsternis

*

Blutblumen sprießen aus Opferwunden.
Krieg: eine blühende Todesblume

*

Man sagt, Deutsche bewegten sich kaum.
Und der tägliche Slalom um
anderer Leute Meinung?

*

Erinnerung an den Freund,
dessen Todestag sich jährt.
Was heißt: aus und…?

*

Die Hauptstraße seines Lebenswegs:
Tausende Nebenstraßen

*

Ein Chef, der wie ein Esel arbeitet,
ist ein Kamel oder Rindvieh

*

Wer zwei Arme hat,
wie kann der arm sein?

*

Er ist so arm
bei ihm reicht es nicht einmal
zur Untermiete
in einem Wolkenschloss

*

Hitzkopf:
Ein Pleonasmus

*

Aphorismen sind kurze Gedankenstriche,
Romane lange

*






15
Sprüche von drinnen und draußen / Bewegte Zeiten
« am: Dezember 13, 2021, 11:12:36 »
Je mehr Köche -
je besser der
Gerüchteküchebrei

*

"Heller Wahnsinn" klingt anders,
in den Ohren Schwarzer

*

Im Notizheft eine neue Seite beginnend:
Bist du noch auf deinem Gedankenweg oder
findest du nicht mehr zurück?

*

Glück. Man selbst hat kein Talent
um sein Glück zu schmieden.
Eignet sich aber als Amboss

*

Für die Nachfolger jenes Mönchs
ist das Internet auch nur eine Kirchentür

*

Jede Kirchentür sucht ihren Luther

*

Selbst moderne Aufwiegler brauchen,
wie jener Mönch damals,
eine Kirchentür.
Und haben sie stets dabei

*

Wer abwartet und Tee trinkt,
wird weder ruhiger noch ausgeglichener.
Darum: Joints!

*

Eine Maxime ist kein Brückengeländer

*

Dass er kein Leben hat,
das aber in Geschichten verdecken kann,
macht den Dichter

*









Alte Version




Viele Köche verderben keinen Brei.
In der Gerüchteküche

*

Der normale Wahnsinn regiert
mit Unfug und Recht.
Nur die närrische Zeit
zu Recht mit Unfug

*

"Heller Wahnsinn" klingt anders,
in den Ohren Schwarzer

*

Arroganz ist ein einziger Misthaufen.
Darauf können alle pfeifen

*

"Bewegende Zeiten erlebe ich täglich",
sagte er.
"Auf dem Weg zum Kühlschrank und
der Toilette"

*

"Der Mensch macht mit der Milch Käse",
sagte die Kuh

*

Was ist höherer Unsinn?
Dass wir einem Hahn erlauben,
auf einen Misthaufen zu steigen,
damit er uns aus Träumen jagt

*

Im Notizheft eine neue Seite beginnend:
Bist du noch auf dem Weg oder
findest du nicht mehr zurück?

*

Alles hat seine Helden, auch die Hölle.
Man nennt sie:
Soldaten

*

Glück. Man selbst hat kein Talent
um sein Glück zu schmieden.
Eignet sich aber als Amboss

*

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