die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Sprüche, Gedanken, Gescheites => Thema gestartet von: Seeräuber-Jenny am Februar 05, 2011, 00:57:48

Titel: Fortschritt
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Februar 05, 2011, 00:57:48
Fortschritt in der Weltgeschichte
gäb's nicht, wär nicht die Idee.
Wie der Römer Kriegsberichte
sind auch unsre bald passé.

Denn bereits in ein paar Jahren
bricht die neue Ära an.
Dann regiert die Welt erfahren
und gerecht der Wassermann.

***

Weise Menschen streiten mutig
für die Revolution.
Sie wird friedlich und nicht blutig
dank der Zivilisation.

Blutdürstig sind die Tyrannen,
maßlos ist das Kapital.
Doch das Volk jagt sie von dannen,
Ausbeuter, ihr könnt uns mal!
Titel: Re:Fortschritt
Beitrag von: a.c.larin am Februar 05, 2011, 08:07:35
Ach Jenny, du träumst ihn noch immer:
den großen, unmöglichen Traum!
Die Welt wird nicht besser, nicht schlimmer!
Im Grunde wissen wir kaum:

Was führte zu all dem Gewordnen?
Man sagte den Fischen schon nach,
nun würde sie Welt sich neu ordnen!
Doch wirkte die Hoffnung nur schwach.

Denn was in den himmlischen Sphären
wir lesen, ist Illusion:
Archaische Lüste, sie kehren
zurück und bestimmmen den Ton!

So wie bei den Wölfe im Rudel,
und bei Krokodilen im Nil
verklingt rasch das fromme Gedudel:
Beim Fressen will jeder ganz viel!

Da wird man nicht lang unterscheiden:
Wenns eng wird, kämpft jeder allein!
Auf kargen und mageren Weiden
will keiner der letzte dort sein....
Titel: Re:Fortschritt
Beitrag von: cyparis am Februar 05, 2011, 11:57:39
Ja, es führt alles wieder d a r a u f  zurück:

Erst kommt das Fressen, dann die Moral.