die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Das Blöken der Lämmer => Thema gestartet von: a.c.larin am Februar 25, 2011, 16:38:36
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Einst hing ein Knopf am seidnen Faden,
schon knapp vorm Absprung, lose baumelnd.
Leicht aufgerieben, nahm er Schaden -
denn, immer überm Abgrund taumelnd,
ging auch verloren seine Zier.
Er ließ sich hängen, Welt kopfüber.
So präsentierte er sich mir.
"Dich näh ich fest! So ists mir lieber!"
Das hat zwar einerseits gepiekt,
doch nützt er wieder seinem Zwecke.
Die Schwerkraft hat ihn nicht besiegt:
Er blieb mir treu noch manche Strecke!
Auch ich betrachte ihn nun friedlich,
ich bin gewarnt für alle Zeit:
Nimms nicht zu locker, nicht zu niedlich!
Die Nähschatulle steht bereit.....
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Wer näht an sich sich einen Knopf?
Das geht mir nicht in meinen Kopf!
Und dabei auch noch furchtbar quiekt,
weil es ja wohl ein wenig piekt.
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ich näh mir gern ein knöpfchen an,
damit ich mich verschließen kann.
wenns aber einmal schnell gehn muss -
dafür gibts dann den reißverschluss.....
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Reizend, reizend, reizend!
Larin, Du weißt noch den kleinsten dingen ein Gedicht abzugewinnen und uns dadurch Freude zu bereiten.
Auf der andern Seite ist das Gedicht ja auch noch hoch-tief-philosophisch - wenn ich mir so die Knöppe inder Umgebung betrachte... :)
Liebe Grüße
von
cyparis
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und manche kerle sind ja auch wie die knöpfe, die leicht abspringen.... ;D
"jemanden einnähen" ist im wienerischen ein synonym für "einsperren, festhalten".
in diesem sinne ist mir der kleine alltag mit der größeren lebenserfahrung an einem faden zusammengewachsen.
der mikrokosmos als spiegel des makrokosmos.
das hast du feinsinnig herausgespürt, liebe cyparis!
lg, larin
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Auch ein blindes Huhn findet hin und wieder ein Korn -
oder, wie man bei uns sagt:
Auch ein blinder Hund trinkt gern einen Korn. ;)
Laß nadeln!
cyparis