die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Seeräuber-Jenny am Juli 28, 2011, 00:53:06

Titel: Das Massaker von Tlatelolco
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Juli 28, 2011, 00:53:06
Neunzehnhundertachtundsechzig
fand in Mexico Ciudad
feierlich, pompös und prächtig
die Olympiade statt.

Damals gab es für Millionen
Hungerlöhne, keine Renten.
So kam’s zu Protestaktionen
mexikanischer Studenten.

Presidente Ordaz fragte,
was zu tun sei in der Not,
worauf Johnson zu ihm sagte:
"Schieße sie doch einfach tot!"

Und mit Panzern und Gewehren
nahten fünfzehntausend Mann,
um den Unrat fortzukehren,
und ein Massaker begann.

An dem Platz der drei Kulturen
klebt noch der Studenten Blut.
Folg ich heute ihren Spuren,
zieh ich traurig meinen Hut.
Titel: Re:Das Massaker von Tlatelolco
Beitrag von: cyparis am Juli 28, 2011, 11:11:13
Sehr bedrückend.
Intensiv in Verse gefaßt!


LG
von
cyparis
Titel: Re:Das Massaker von Tlatelolco
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Juli 28, 2011, 11:16:12
Aber noch unvollständig. Das Verfahren gegen den Hauptverantwortlichen, den damaligen Innenminister Álvarez, wurde 2006 wegen Verjährung eingestellt. Diese Ungeheuerlichkeit sollte mit einer weiteren Strophe bedacht werden.

Vielleicht wird das Gedicht Teil eines Zyklus über die bewegte Geschichte des Platzes der Drei Kulturen.

Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny