die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: Friedhelm am Oktober 06, 2011, 09:56:41
-
Jetzt kommt der Herbst, der golden heißt,
ich spür Arkadiens holden Geist,
wenn Reben prunken, trächtig.
Der Winzer durch die Gasse fährt,
und bald der Most im Fasse gärt,
vom Feuer trunken, prächtig.
Die Scheuern füllt der Garben Flut,
der Wald entflammt in Farbenglut,
ein Falter noch versunken trinkt.
Sein Weibchen in den Lüften heiß,
wiegt sich in schlanken Hüften leis,
bis es zu Boden trunken sinkt.
Was Bacchus uns zum Leben reicht:
Wie macht's der Saft der Reben leicht,
so köstlich und so wunderrein.
Der Meister in der Kelter waltet,
und wenn nun bald die Welt erkaltet,
wie mundet dann ein runder Wein!
-
Da bin ich einfach baff!
Solch raffinierte Reimschütteleien habe ich bisher noch nie gelesen!
Großes Kompliment
und
Prost!
cyparis
-
und ich erst: komplett durchgeschüztelt - und dann auch noch so formvollendet ( und sinn macht es auch noch)
standing ovation!
larin
-
Phantastomanisch!
Jünta.
-
Vielen Dank für die Lobeshymnen.
Das Werk ist nicht in einem Zug entstanden. Die erste Strophe ist mir letztes Jahr eingefallen, der Rest ist dann heuer dazugekommen.
Ich habe in meiner Jugendzeit auf Anregung eines Lehrers mit dem Schütteln begonnen. Er hat mir beigebracht, bei allem, was ich lese, Worte oder Phrasen, die Schüttler sind oder sich zum Schütteln eignen, gleich aufzuschreiben. Auf diese Weise ist eine stattliche Sammlung von Schüttelreimen zustande gekommen, die zum großen Teil schon im Langzeitgedächtnis gespeichert sind. Aus diesem Vorrat kann ich schöpfen, wobei mir auch spontan Schüttelreime einfallen. Wenn ich sie nicht gleich aufschreibe, sind sie aber weg.
LG Friedhelm
-
Prima Anleitung für 90ig jährige!