die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am Oktober 20, 2011, 18:30:36

Titel: Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: Erich Kykal am Oktober 20, 2011, 18:30:36
Wie weit darf uns das wilde Tier in uns verführen,
dass wir noch innehalten vor verbotnen Türen,
aus denen keine Pfade in die Zukunft gehen?
Wir beißen allzu gerne in die schwachen Riegel,
zerfetzen geifernd alle selbstgefügten Siegel,
wenn wir mit seinen Augen frische Beute sehen.

Es knurrt in uns ein winterwölfisches Verlangen
nach jenem heißen Traum, der sich in uns zu fangen
und alles Wollen blind sich nachzuzerren wusste.
Wer stutzt des vogelwilden Adlers Schattenflügel,
wer reißt den heißen Hengst am herrenlosen Zügel,
bevor noch wird, was so nie aus uns werden musste?

Die meisten wissen wohl um jene feine Grenze,
die man ein wenig ab und zu, doch nie zur Gänze
zu überschreiten sich entlässt um andrer willen.
Verachte jene nur, die ihrem Tier erlauben,
sich alles, was den Lebenshunger stillt, zu rauben,
um so ihr Herz und einen Abend auszufüllen!
Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: Guenter Mehlhorn am Oktober 20, 2011, 18:45:04
Ein großer Denker hat es schwer,
mit seinem eignen Schweinehund.
Er schützt ihn, denn er liebt ihn sehr.
Verachtet ihn aus diesem Grund!

Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: Erich Kykal am Oktober 20, 2011, 20:10:24
Es sind doch manche Schweinehunde,
gerad die inneren, im Grunde
nur sublimierte Urgedanken,
an denen wir uns "Mannsein" tanken!

Dass wir sie nicht einander sagen
und laut in die Gesellschaft tragen,
bewirkt, dass wir uns fürchten, dass
ein jeder merkt: Es macht uns Spass!
Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: cyparis am Oktober 27, 2011, 09:19:22
Lieber eKy -


wieder vom Feinsten!
Ich selbst habe oft den Eindruck, daß es verschiedene Rassen innere"Schweinehunde" gibt.


LG
cyparis
Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: a.c.larin am Oktober 27, 2011, 16:58:43
Der Schweinhunderassen Zahl
wächst stündlich weiter, infernal!

Wer führt denn hier - verdammt verflucht -
die Schweinehunderassenzucht?

Da hülfe nur (mein letzter Satz)
eine Schweinehundeabrichtplatz!  ;D
Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: Guenter Mehlhorn am Oktober 27, 2011, 17:38:02
Ein jeder knutscht, aus gutem Grund,
mit seinem innren Schweinehund.
Titel: Re:Das Tier in uns (Der Verführer)
Beitrag von: Makaveli am Oktober 30, 2011, 12:49:39
Hehe, das vorletzte Kommentar, das finde ich richtig, richtig, richtig gut. Du hättest nich evtl mal Lust mit diesem Kommentar als "Gastautor" auf meinem Blog antreten, vielleicht ein bisschen aufgewertet, wenn du willst. Ich habe nämlich einige "verführerische Schweindehunde" in meiner Abonnentenliste, also ich ürde das natürlich nicht als mein Werk ausgeben, selbstverständlch.
bt
Was den Inhalt des Textes an sich angeht: Zwischen führen und verführen liegen oftmals Nuancen, zwischen den Ergebnissen Welten. Ein bisschen Führung hat jeder nötig, der ganz ohne Hilfe durch´s Leben gehen kann, glücklich. Den gibt es nicht. auch wenn´s da anders lautende Behauptungen gibt.

Ich denke, dass der Übergang da auch fließend ist, und durchaus auch unbemerkt bleiben kann, da es oft im Seelenleben der Authorität zum Umkippen kommen kann, der sich angesichts eines Delinquenten dann anhand dessen aber wohl oftmals noch klarmachen kann, der ihm ja aus irgendwelchen Gründen auf Wege folgen muss, die sein Person auszeichnen.
Naja, und wenn dann der Führer den Schützling genauso sehr braucht wie andersrum, dann ist schonmal schlecht.
So ähnlich sich diese Dinge aber auch sein mögen, sie unterscheiden sich dann doch, wenn man bisschen genauer hinguckt, noch nicht mal richtig genau, immer in einem: Führung ist ein "Teamprozess". Er fragt. Du antwortest. Er sieht. Du zeigst auf.
Naja, und Verführung kommt aus der Einsamkeit, in Stille geboren. Vorbereitet.
Ich denke allerdings, dass jeder wirklich Denker, diesen Fehler zwar auch ab und an begehen mag, diesen aber bemerkt, wenn er noch die Eier in der Hose hat, an sich zu zweifeln. Jeder der das nicht mehr tut, weil er es nicht kann, was vielen intelligenten Menschen passiert, auch und gerade heute.
Ob man diesen dann noch mit dem "Denker" auszeichnen sollte. Ich denke. Nein. Klares nein. Zum Denkprozess, der wirklich "richtige" Denkprozess, also philosophische Denkprozess, der kann ohne Charakter so wenig statt finden, wie ohne Hirn.
Siehe Josef Goebbels. Intelligent, ja, ganz sicher. Und Verführer. Würdet ihr ihn als Denker nennen wollen? Entscheidet selber.ti
Ich habe übrigens gestern ein ähnlich geartetes Gedicht geschrieben, nicht ganz fertig, aber weils passt mach ichs hier mal on.

Peace