die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: Ingo Baumgartner am Dezember 05, 2011, 12:43:07

Titel: Orientalische Treiben
Beitrag von: Ingo Baumgartner am Dezember 05, 2011, 12:43:07


Ist's eine Stadt, ein Dörfchen nur,
wohin die Herdenhüter streben.
Des Morgenlandes Baukultur
scheint beiden Bildern Recht zu geben.

Da eilen Könige und Weise
mit Gaben voll der Herrlichkeit
zu einem Stall nach langer Reise,
auch Feldvolk kommt, man ahnt's, von weit.

Da drängen Widder, Schaf und Lamm
zum Bröckellehm der alten Mauern.
Ein Steinwall vor dem Zedernstamm,
setzt Grenzen für das Vieh der Bauern.

Gedränge herrscht und buntes Treiben
vor einem neugebor'nen Kind.
Doch wird's im Trubel stille bleiben,
weil Tonfiguren sprachlos sind.




Titel: Re:Orientalische Treiben
Beitrag von: Guenter Mehlhorn am Dezember 05, 2011, 14:59:01
Wo Glauben sich manifestieren,
da kann so etwas schon passieren.
Wenn einer noch schlecht sehen kann,
dann betet er das Lämmchen an.
Titel: Re:Orientalische Treiben
Beitrag von: Ingo Baumgartner am Dezember 06, 2011, 09:06:43
Ja, Guenter, die Verwirrung war groß. :)
Titel: Re:Orientalische Treiben
Beitrag von: Erich Kykal am Dezember 08, 2011, 09:20:35
Hi, Ingo!

Natürlich müsste es im Titel "Orientalisches Treiben" heißen - ein Vertipperle, schätze ich.

Die Idee ist klasse, erst mit der Conclusio aufzulösen, dass es sich um eine Weihnachtskrippe handelt. Zuvor rätselt man ständig, worauf das Ganze hinauswill. Und dann der Aha-Effekt!

Für den klischeehaft-schmalzigen Nimbus der religiösen Thematik ist der Stil beinahe allzu klar und nüchtern beschreibend - ein paar würzige emotionale Klischees hätten da nix falsch gemacht, denke ich - nur so als Tipp ohne Gewähr...

Gern gelesen und geschmunzelt!

LG, eKy
Titel: Re:Orientalische Treiben
Beitrag von: cyparis am Dezember 29, 2011, 18:52:40
Lieber Ingo,


ich vermisse keine schmalzigen Klischees bei diesem originellen Gedicht.
Ansonsten schließe ich mich Erich an!


Liebe Grüße!
cyparis