die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: Seeräuber-Jenny am Juli 28, 2012, 21:54:12
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Schwarz der Zopf der jungen Frau,
darin leuchten bunte Bänder.
Sonnengelb und Himmelsblau
webte sie in die Gewänder.
Auf dem Markt gibt’s gelbe Früchte,
rote Bohnen, blaue Fische.
Blassgelb brutzeln die Tortillas
überm Feuer in der Küche.
Wie Smaragde und Türkise
schimmern Wasserfall und Meer.
Sattes Grün, maisgoldne Süße
lasten auf den Gipfeln schwer.
Der Hibiskusblüten Flammen,
feuerrot, orange und blau.
Blumen, wundersam die Namen,
tragen Farbenpracht zur Schau.
Klein und grün die Papageien,
groß und braun das Krokodil.
Aus dem Urwald dringt das Schreien
gelber Jaguare schrill.
Schildkröten, die moosgrün funkeln,
Schmetterlinge flattern bunt.
Oft begegnet mir im Dunkeln
noch ein ockergelber Hund.
Einen Rock so weiß wie Schnee
trägt der greise Kirchendiener.
Kiefernzweige grün wie Klee,
drauf grellrot das Blut der Hühner.
Grün das Land der Lakandonen,
golden der Madonna Kleid.
Land, auf dem die Götter thronen,
trotzig bunt in all dem Leid.
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Liebe Seeräuber-Jenny -
das erinnert mich an eine Schilderung Deiner Reise.
Welch eine schöne, tiefempfundene Impression hast Du uns gebracht.
Und gezeigt, wie Religionen miteinander verwachsen können...
Welch ein Unterschied zu hingeschluderten Peru-Texten aus anderer Feder!
Hab Dank für die Buntheit
von
cyparis
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Hallo Jenny
diese Zeilen werde ich sofort meinem Krümel vorlesen, sobald er wieder vom Gassigehen zurück ist.
Man ahnt sofort: du warst in Südamerika
schöne Zeilen die mir sehr gefallen haben
und schöne Grüße
der Knacki
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liebe jenny ,
das ist so bunt und farbenprächtig wie der regenwald selber!
wunderbar!
kann man wieder und wieder und wieder lesen: diese farben verblassen nie!
verzaubert,
larin
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Liebe larin,
der Regenwald ist wunderschön!
In Chiapas haben mich zwei Orte besonders beeindruckt:
Der Cañón del Sumidero, ein großes Naturschutzgebiet, das auch als Wasserreservoir dient. Ein Elektritzitätswerk am Wasser versorgt den Süden Mexikos bis nach Mexico City mit Strom. Rund um den Cañón leben viele Vogelarten und Reptilien, auch Krokodile. Der Cañón war früher Schauplatz blutiger Geschichte: Als die spanischen Eroberer kamen, stürzte sich ein ganzer Indianerstamm in die Fluten, um sich nicht ergeben zu müssen.
Und mein zweiter Lieblingsort war Palenque, eine alte Stätte der Mayas, aus wuchtigen Steinen erbaut, mit vielen Skulpturen, Wandzeichnungen und Ornamenten geschmückt. Das Meisterwerk einer Hochkultur, für die Ewigkeit gemacht, so sollte man meinen. Doch die Natur hat sich ihren Platz zurückerobert. Die Ruinenstadt ist überwuchert vom satten Grün des Dschungels, in dem seltsam geformte Blumen in leuchtenden Farben und seltene Heilkräuter wachsen. Entgegen dem Ratschlag der Mayas findet nun ein Kampf des Menschen gegen die Natur statt. Wer ihn wohl gewinnt?
Nein, diese Farben verblassen nie. Trotzdem wird es Zeit, sie mal wieder aufzufrischen. :)
Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny
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die farben wirken immer noch sehr lebendig.
man spürt , dass hier jede zeile mit leben gefüllt ist! einfach prachtvoll :)
natürlich wid die natur den "kampf" gewinnen.
sie findet hunderte wege, um sich weiterzubringen und ist darin erfinderisch, denn sie klammert sich nicht an eine bestimmte spezies.
wenn man bloß dran denkt, was alles auf dem meeresgrund leben kann, in vollkommener dunkelheit, nah an giften schloten und ...und ....und....
dass wir uns rund um den erdball ausbreiten durften, ist ein geschenk, das das leben uns gemacht hat.
viren , baktereien und andere winzorganismen werden trotzdem in letzter konsequenz anpassungsfähiger sei.
genießen wir also, was wir haben, solange wir es noch haben.
jeden tag!
lg, larin
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dass wir uns rund um den erdball ausbreiten durften, ist ein geschenk, das das leben uns gemacht hat.
viren , baktereien und andere winzorganismen werden trotzdem in letzter konsequenz anpassungsfähiger sein.
Gottseidank!
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zitat cyparis:
GottseiDank!
na ja - alle ist relativ: wenn sich die viren gerade in meinem körper ausbreiten, bin ich trotzdem nicht so begeistert.
hab mal eine doku gesehen: im grunde ist jeder von uns ein planet, auf dem und in dem sich eine vielzahl von mikroorganismen tummeln.
allein, was so alles auf der haut lebt....
und wie das alles, millionenfach vergrößert, ausssieht... :o
glaube mir, das willst du gar nicht wissen! :o :o
lg, larin
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habs gesehen, mit Elektronenrastermikroskopkamera gefilmt.
Sehr beeindruckend.
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Ih, es kribbelt schon auf der Haut. Genauso wie manchmal abends, wenn ich im Bett liege und mir vorstelle, dass lauter Staubmilben auf mir rumkrabbeln. :-[
genießen wir also, was wir haben, solange wir es noch haben.
Ein wahres Wort!
Liebe Grüße
Seeräuber-Jenny (schon auf dem Sprung nach Austria)
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liebe jenny - da wir demnächst ein zimmer teilen, werde höchstens ich auf dir rumkrabbeln! ;D ;)
bis bald!
larin
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Dann bin ich ja beruhigt. Morgen fahre ich los. Mal draußen horchen, wie das Wetter wird. Denn wenn de Zicken pruuschen jewwt andre Weer.
Denn man tschüss,
Seeräuber-Jenny