die Lyrik-Wiese
Spielwiese => Wiesenspiele => Thema gestartet von: cyparis am Juli 29, 2012, 23:59:50
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Ein Reimespiel.
5 Wörter sind vorgegeben, daraus darf man ein Gedicht basteln.
Hier ein Beispiel:
Brautjungfer, Heirat, Pfarrer, Brautpaar, Ringe
Noch hat das Brautpaar die Ringe nicht gekauft,
zu unterschiedlich der Geschmack, der Wunsch.
Er mag es schlicht, s i e zieht einen Flunsch.
Man hat sich dann doch zusammengerauft:
Ein kleiner Brillant darfs am Ende doch sein.
Der Pfarrer trippelt, schwer in Not:
sie ist gsd Katholin, e r ist Protestot.
Was macht man da, was hilft im Nu?
Man drückt das katholische Auge zu.
Der Heirat steht dann nichts im Wege;
das nennt man wahre Christenpflege.
Die Brautjungfer - ob sie Jungfer ist?
Das ist heut keine Christenpflicht.
Sie freut sich über ihr schönes Kleid
und ist, dank Brautstrauß, wohl auch bald gefreit.
So ist die Hochzeit rundum gelungen.
Der Dompfaff hats von oben besungen.
***
Wer ein Gedicht gebastelt hat, gibt wieder 5 Wörter vor.
Ich fang mal an und wünsch viel Spaß mit
Sommer, Wald, Grill, Pilz, Hunger
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Ich probiers:
Ich schlag im Wald mir einen Baum,
der ist am Grill ein wahrer Traum.
Dazu ein Pilz (s) oder ein Weizen,
da lass ich mich nicht lange geizen.
Doch langsam da packt mich die Wut,
der riesen Baum bringt keine Glut.
Der Hunger der ist ganz schön groß,
was ess ich diesen Sommer bloß?
und als Zugabe die großen fünf: Herz, Fusspilz, Reisefieber, Eis, Leber
also dann auf geht es
der Knacki
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Herz, Fusspilz, Reisefieber, Eis, Leber
Das Reisefieber hat mich gepackt,
mein Herz klopft zum Zerspringen,
Ich habe Volldampf voraus geflaggt,
muß nur das Gepäck noch zusammenbringen.
Gegen das Fieber: Schnell noch ein Eis!
Dann die Reiseapotheke, (meine Leber!).
Die Reise ist der gewonnene Preis,
vom Reisebürgo Gebr. Weber.
Alles gepackt? Auf und hinaus!
Den Fußpilz lasse ich besser zuhaus. ;)
und weiter geht es mit:
Sommerblumen, Wiesengrund, Turmspitze, Mütze, Federn
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Auf dem Wiesengrund
Inmitten Sommerblumen
Triebs ein Pärchen bunt
Nahm nun Bitumen
Heißgemacht und Federn eingetaucht
Mütze weg, wurd nicht mehr gebraucht
Geteerte Federn in das Haar gesteckt
Kirchturmspitze abgeleckt
Und wenn sie nicht gestorben sind
Zeugen sie heute noch ein Kind
Calumet, Schreibtisch, Feldstecher, Opernball, Jaguar
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Herr Calumet fuhr auf den Opernball.
Er fuhr dorthin mit seinem Jaguar.
Nur leider sah er wenig, weil sein Opernglas
ud auch sein Feldstecher daheim am Schreibtisch war!
weiter mit
Dekollete, Leibeszier, Weltenbummler, Salzfass, Reservereifen
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doll!
Dekollete, Leibeszier, Weltenbummler, Salzfass, Reservereifen
Einst kam ein selbsternannten Weltenbummler,
auch in die so verlockende Stadt Wien.
Im Grunde war er liebenswert, wenn auch ein Schummler,
nicht zu Franzl, nein, zu Schönen zog's ihn hin.
Er liebte diese Leibeszier,
das hohe Schwelln im Dekollteé,
das fraulich-sinnlich voll Begreifen.
Sah er, zu mager, Salzfass unterm Runden,
entfloh er durch die nächste Tür.
Dei Magre war dann schnell passeé -
Er warte dreiviertel Stunden
auf den Fiaker mit Reservereifen.
Blöök! ;D
neu:
Engelsmusik, Himmelreich, Wanderzirkus, Hauptstadt, Spagat
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Engelsmusik, Himmelreich, Wanderzirkus, Hauptstadt, Spagat
Es war einmal dem lieben Gott
beim Welterschaffen ziemlich fad.
Da dachte er in seiner Not:
Was mach ich hier so 'nen Spagat?
Die Englein könnten auch was tun!
Gesagt, getan! Es rief herbei
der liebe Gott die Himmelsschar
und sagte: Leut, ich bin so frei -
jetzt singt mir mal was, wunderbar!
Es wär mir grad so opportun.
Die Putten sahn sich dämlich an -
ein Wanderzirkus warn sie nicht.
Doch kannten sie ja ihren Chef
und hatten Angst vorm Höchstgericht.
Das Himmelreich ein Opernsaal?
Der Teufel grinste aus der Ecke.
Er bot gleich seine Hilfe an,
denn er erfand zu diesem Zwecke
Geräusch - was keinem gut getan.
Die Engelsmusik ward zur Qual.
Gott hat den Fehler eingesehen.
Er lässt die Englein nun in Ruh.
Im Fegefeuer spielt Musik,
der Teufel lacht in seiner Hauptstadt -
und Gott hält sich die Ohren zu!
neu:
Legostein, Damenbein, Gänsewein , Sportverein, Tischtennisschläger
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Legostein, Damenbein, Gänsewein , Sportverein, Tischtennisschläger
Am Sonntagmorgen sitzt und spiele ich
mit dem Legosteine in der Hand -
müd sind meine Damenbeine,
zog ich doch noch gestern mit dem Sportverein durchs Land.
Ich mag nichts mehr essen, mir reichte schon der Gänsewein,
den ich getrunken hab, nach dem Schwingen der Tischtennisschläger.
Was ich nun brauch, das ist ein Bett
und meinen guten Altenpfleger. ;)
neu:
September, Orgel, Wohltat, Inbrunst, Völker
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September, Orgel, Wohltat, Inbrunst, Völker
Völker, hört die Signale!
Singt voll Inbrunst Euer Lied!
Hört, die Orgel klingt zu Tale;
Als September noch den Sommer mied,
war es Wohltat, sich zu wärmen.
Was das Rot vom Braunen schied,
gärt in den Gedärmen.
naja, nicht so toll.
neu:
Blüten, Wasser, Reichtum, Ankläger, Meisterschaft
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Blüten, Wasser, Reichtum, Ankläger, Meisterschaft
Schönheit der Sprache
Ankläger ist die Schönheit unsrer Sprache,
die unbeachtet in der Gosse liegt.
Ihr Reichtum wird von vielen nicht gewürdigt,
da im Vergleich mit andrem Gut, er wenig wiegt.
Doch Großes kann dem Dichter dort gelingen,
wo Meisterschaft mit Liebe sich vermählt,
er zärtlich spielt mit zauberhaften Worten,
wo nur der Sprache holde Schönheit zählt.
Dann öffnet sich, wie wundersame Blüten,
ein jedes Wort und reift uns zum Verstehn.
Wie reines Wasser stet aus klarer Quelle fließt,
mag auch die Schönheit unsrer Sprache nie vergehn.
neu: Schmerz, Einsamkeit, Frost, Stille, Mut
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Daisy!
Wunderschön!
Bitte, stell das auch als eigenständiges Gedicht ein!
Und nicht nur auf der Wiese.
cyparis
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Schmerz, Einsamkeit, Frost, Stille, Mut
Nur aus der Einsamkeit
schöpf ich mir neuen Mut,
es weilt mein Geist, es lebt mein Wille
nur in Stille, nur in Einsamkeit.
Schmerz ist jetzt sanftes Gut,
denn Frost löscht jede frühre Glut,
erlöst das Herz, schöpft neue Hülle.
Daß mir ein Wort gedeiht,
daß es mich ganz erfülle;
das sei mir Reich ung Gut.
Liebe, Los, Leben, Lust, Brust
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Es ist mal so, in meiner Brust,
da tobt seit Wochen eine Lust,
nach viel Liebe und viel Leben.
Und dieses ist mein Los, na eben.
Die neuen: Stein, Herz, Kopf, Schmerz und .... Rücken
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Stein, Herz, Kopf, Schmerz und .... Rücken
Dies ist ein ganz verratzer Tag:
Mein Kopf schmerzt zum Zerspringen.
Mein Herz ist eine einzge Plag
und nichts will mir gelingen.
Der Magen ist ein Stein im Bauch.
Ich kann mich nicht mal bücken:
Der Schmerz in meinem Rücken!
Und hinterwärts klemmts auch.
Ich schwöre heute Bein und Stein:
Ich laß den Abendrotwein sein!
neu:
grün, bunt, gelb, rosa, hell
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Oh, verflixt, ich bin zu spät! Aber Knackis Wortwahl hat mich ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ich stell mein Fabrikat trotzdem noch ein.
Stein, Herz, Kopf, Schmerz und Rücken
Ich sitze und grüble bei Kerzenschein,
zerbrech mir den Kopf, doch mir fällt nichts ein.
Mein Herz wird so schwer wie ein großer Stein,
denn mir fällt nichts ein: Ist das nicht gemein?
Das verursacht mir Schmerz, ach, muss das sein?
Zum Trost schenke ich mir ein Gläschen Wein
von dem guten ein, denn der schmeckt so fein
und falle beschwipst in mein Bett hinein.
Ich lieg auf dem Rücken, schlafe schnell ein
und lasse das Dichten kurzerhand sein.
Eure Gedichte sind klasse! Werde mich in Zukunft sputen!
Zur Erinnerung die neuen Begriffe von cyparis: grün, bunt, gelb, rosa, hell
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Dass geb ich selbstverständlich weiter! :D
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grün, bunt, gelb, rosa, hell
Jetzt färben sich die Wiesen grün
und rosa Apfelbäumchen blühn
im Garten am Spalier.
Wie bunt zeigt sich des Frühlings Kleid!
Der Himmel dehnt sich hell und weit
und blau ist sein Revier.
Narzissen drängen sich im Beet
in weiß und gelb. Und zart verweht
ihr Duft im Sonnenschein.
Die Vögel schwirren im Verband,
sie schwärmen jubelnd übers Land
in neues Glück hinein.
Neu: Lächeln, Kräfte, Süden, Wort, Ruhe
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Lächeln, Kräfte, Süden, Wort, Ruhe
Wie zart kommt jetzt ein Duft vom Süden!
Er weckt die ungebrochnen Kräfte,
die uns der Winter hinterließ.
Selbst all die Alten, Zahmen, Müden
schmecken wieder neue Säfte,
die das Ahnen heut verhieß.
Es zaubert diese warme Ruhe
auf jeden Mund ein frohes Lächeln.
Oh, "Frühling"! Welch ein schönes Wort!
Schon spürt die Birke sanftes Fächeln
und weiß: Der Winter strebt zum nächsten Ort.
Er bleibe im Verlies!
Mehr fiel mir so schnell nicht ein.
Aber ein großes Lob für Deine wunderschöenen Zeilen!
Neu:
Zölibat, Strenge, Zelle, Mund, Gold
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Zölibat, Strenge, Zelle, Mund, Gold
Er suchte Gold und fand nur dunkle Gänge;
da war kein Pfad, der ihn ins Helle führte,
kein hehres Wort, das seinen Geist berührte.
Sein Mund entließ nur bittere Gesänge.
So litt er wie ein Raubtier in der Enge
der Zelle, die als Heim ihm niemals galt,
ihn quälte und ihn preisgab der Gewalt
des Zölibats, der Kirche ehern Strenge.
Er konnte diesen Schmerz nicht mehr ertragen
und betete und flehte um ein Zeichen,
Erleuchtung und um Rettung aus der Not.
Doch unerhört blieb all sein wehes Klagen,
der Himmel ließ sich davon nicht erweichen
und eines Morgens fanden sie ihn tot.
Neu: Schlaf, Wolken, Sinn, Mühe, Jahr
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Zwischenruf:
Was ist das für ein großartiges Sonett!