die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am Februar 27, 2013, 09:59:24
-
Wie rein war dein Verlangen nach dem Schönen,
wie groß dein Durst nach einem Stückchen Glück,
doch wie verbittert zogst du dich zurück
nach Heines bissigen und schrillen Tönen!
Was er verriet, das musstest du verschweigen
in einer Welt, die solches Sein nicht duldet -
zu hoch warst du dem Publikum verschuldet,
dich einmal in der Heimat noch zu zeigen.
So bist du in Italien verstorben,
ein ewig Fremder einer strengen Zeit,
die lauter du in Reim und Wort umworben.
Dem hellen Süden hast du dich geweiht -
dir war die Lust am Vaterland verdorben,
wo es Verachtung nur und Häme schneit.
-
Hallo Erich,
ein sehr ausdrucksstarkes Bild zeichnest du hier von August von Platen.
Was für ein Jammer, dass so ein fähiger, sensibler Mensch in einer Zeit leben musste,
die ihn in seiner persönlichen Freiheit so sehr einschränkte.
LG Daisy
-
Hi, Daisy!
Ich lese gerade sein Werk, daher die Inspiration. Er ist leider viel zu jung verstorben!
LG, eKy
-
"Wer die Schönheit angeschaut mit Augen...."
(Das denke ich angesichts Deiner Gedichte oft).
Du hast einen wunderschönes Sonett auf den bedauernswerten August Graf von Platen gedichtet, seiner würdig, an eines seiner Sonette erinnernd.
Welche Würdigung!
Hab Dank von
Cyparis
-
Hi, Cypi!
Danke für deine Anerkennung - es freut mich, wenn ich dir damit eine Freude machen konnte. Ich persönlich halte Platen ja für den besseren Poeten, verglichen mit Heine. Letzterer mag mehr für die Geschichte der Dichtkunst getan haben, indem er der Lyrik durch Humor, Satire und bissige Sozialkritik einen neuen Wirkungskreis erschloss, aber als bloße Wortkünstler verglichen schneidet von Platen bei weitem besser ab - meine persönliche Meinung!
LG, eKy
-
Beide haben bei mir ihren eigenen Platz.
Beide hatten ein bitteres Schicksal.
Ich vergleiche nicht.
Lieben Gruß!
Cyparis