die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: cyparis am M?RZ 14, 2013, 15:16:16
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Vorm nahen Frühling schaudert mich.
Seltsame Dinge wolln um mich geschehn,
neue Wunder; Ich inmitten, leer
die Hände, übervoll die wunde Brust.
Und Blick. Und Hieb und Stich
im zärtlich süßen Lüftewehn,
und Todesstoß. Ganz ohne Wehr
ergeb ich mich der trunknen Lust
ersehnter Träume.
Ein Schritt. Die fremde, allzu nahe Hand
gebietet über Frühlings Walten,
verdunkelt Tag und lichtet Nacht
zu brennend sanftem Mondenschein,
sie löst und wirkt und hält und bannt,
zwingt Ros, sich flammend zu entfalten.
E r schreitet stumm. Und wenn er lacht,
hüllt Weid' und Birk in Samt sich ein,
daß Grün sich bäume
weitem, hohem Blau entgegen.
Gleich Prometheus läßt er Funkenregen
über Fluren, Auen, Lande sprühen.
O halt, halt ein! Dies fürchterliche Glühen
wird mir zum Nessushemd, zum Scheiterhaufe;
Wort und Blick und Hand gebären Feuertaufe.
Gnade! Frühling, Liebe, Träume - laßt mich los!
Ich bin zu klein, zu zag, zu schwach. Zu groß
sind mir die Himmelsräume.
1995
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Liebe cyparis,
es ist fantastisch, wie gekonnt du hier das Erwachen des Lebens im Frühling,
dem Ahnen von unabwendbaren Leid gegenüberstellst und spielerisch miteinander verwebst.
Um solche Gedichte erschaffen zu können braucht es viel, viel mehr als bloßes Talent!
Ich bewundere deine Fähigkeit so Großartiges zu schaffen!
Lieben Wochenendgruß von
Daisy
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Liebe Daisy -
welch ein überschwängliches Lob!
(Für mich Nektar und Ambrosia)
Da der dichterische Born versiegt ist, greife ich hier auf Altes zurück.
Mangels großer, tiefer Gefühle nehme ich nur noch selten Stift und Papier zur Hand.
Den Wochenendgruß gebe ich wärmstens zurück!
Cyparis
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Hi, Cypi!
Ein tolles Werk, melodisch, fließend, inbrünstig fühlend und vom Leser gefühlt!
Ein paar Kleinigkeiten zu Fluss und Melodie:
Vorm nahen Frühling schaudert mich.
Seltsame Dinge wolln um mich geschehn
und neue Wunder; Ich inmitten, leer
die Hände, übervoll die wunde Brust.
Und Blick darein. Und Hieb und Stich
im zärtlich süßen Lüftewehn,
und Todesstoß. Ganz ohne Wehr
ergeb ich mich der trunknen Lust
ersehnter Träume.
Ein Schritt. Die fremde, allzu nahe Hand
gebietet über Frühlings Walten,
verdunkelt Tag und lichtet Nacht
zu brennend sanftem Mondenschein,
sie löst und wirkt und hält und bannt,
zwingt Ros, sich flammend zu entfalten.
E r schreitet stumm. Und wenn er lacht,
hüllt Weid' und Birk in Samt sich ein,
daß Grün sich bäume
dem weitem, hohem Blau entgegen.
Prometheus gleichend läßt er Funkenregen
hin über Fluren, Auen, Lande sprühen.
O halt, halt ein! Dies fürchterliche Glühen
wird mir zum Nessushemd, zum Scheiterhaufe;
Wort und Blick und Hand gebären Feuertaufe.
Gnade! Frühling, Liebe, Träume - laßt mich los!
Ich bin zu klein, zu zag, zu schwach. Zu groß
sind mir die Himmelsräume.
1995
Auch nicht perfekt, aber das ist bei all dieser zwingenden lyrischen Gewalt auch nicht nötig. Jedenfalls liest es sich so obstruktionsfreier und weicher. Ich hoffe, ich konnte hilfreich sein!
Sehr gern gelesen und genossen!
LG, eKy
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O ja, lieber Erich!
Herzlichen Dank für Deine profunde Unterstützung und Hilfe, die ich mit Dank annehme!
Grüße zu Dir
von
Cyparis