die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am M?RZ 19, 2013, 19:44:46

Titel: Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 19, 2013, 19:44:46
Ob welcher Nichtigkeiten Kinder streiten!
Mit welcher Inbrunst wird sich da gehasst!
Man kränkt sich, geht sich an die Kehle fast:
Der ganze Tag ein Meer von Grausamkeiten.

So wird die Hölle, die sie sich bereiten,
den Ungereiften eine schwere Last.
Ins Wundeste, ins Gröbste wird gefasst
um Stolz und ob verletzter Eitelkeiten.

Sind es nur Werdende, die sich erproben,
bis sie Vernunft und klare Einsicht finden?
Sind sie wie wir, ins Kleinere verschoben,

ein Spiegelbild der vorgelebten Sünden?
Wir schauen abseit, wo die Kinder toben,
um uns der klaren Antwort zu entwinden.
Titel: Re:Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: cyparis am M?RZ 20, 2013, 09:46:49
Lieber Erich -

das hat mich zuerst - noch bevor ich den Schulhof vor mir sah - an junge Füchse erinnert, die sich spielerisch raufen, Kräfte messen, Kräfte entwickeln.
Aber bei denen fehlt die menschliche Gewaltbereitschaft, die Wut, der Neid und der Haß.
Das ist doch sehr viel komplexer.

Ich muß gestehen, daß ich aus meinen Kinder- und Jugendtagen derlei Grausamkeiten (mit zwei Ausnahmen) nie kennengelernt habe.
Daß die Sitten überall verrohen, fällt auch Außenstehenden auf.

Ehrlich:
Klare Anworten gibt es nicht.
Es gibt verschiedene Wege, diese Konflikte zu lösen. Allgemeinhilfreich ist nicht einer.


Fuchseltern sind die besseren Erzieher.


Ein sehr nachdenklich stimmendes Sonett,
dessen zweite Strophe die herausragende ist, weil sie an die Wurzel greift.


Ganz lieben Gruß und hab Dank für den Text!

Cyparis



Titel: Re:Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 20, 2013, 20:37:13
Hi, Cypi!

Wir sind Produkte einer Natur, deren Evolution auf dem Recht des Stärkeren, Angepassteren basiert. Unsere Entwicklung hat uns Millionen Jahre zu berechnenden Opportunisten konditioniert. die sog. "Zivilisation" ist erst ein paar tausend Jahre alt - eine recht dünne Tünche über dem blutigen, egoistischen Fresko unseres Werdegangs als dominierende Art! Immer wieder fallen wir selbst sogar noch aus der "Rolle" - dass Kinder da direkter und ganz wie selbstverständlich unempathisch und auf ihren Vorteil bedacht sind, darf nicht verwundern: Ihr Verhältinis zu Selbstbeherrschung und innerer Reife ist ein noch wesentlich marginaleres als bei uns Großen!
Ich weiß das durchaus - doch die jahrelange "Fronterfahrung" wirkt mit der Zeit einfach zermürbend! Zudem werde ich mit zunehmendem Alter immer lärmempfindlicher!

Danke für deine Gedanken!

LG, eKy
Titel: Re:Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: cyparis am M?RZ 20, 2013, 22:15:56
Das kann ich mit lebhaft vorstellen!

Die Tünche ist wahrhaft dünn.
Die Zeit der "Aufklärung" ist ebenso spurlos vorübergegangen wie der Pietismus.

Um nicht völlig unterzugehen, flüchte ich mich in das Refugium "Schöne Dichtung".

Lieben Nachtgruß
von
Cyparis

Titel: Re:Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: Daisy am M?RZ 27, 2013, 13:42:58
Hallo Erich,

so wie du es hier unverblümt und eindringlich in deinem bemerkenswerten Sonett darstellst,
beobachte und erlebe ich ebenfalls sehr oft Kinder und Jugendliche.

Glücklicherweise gibt es aber auch die andere Seite und das lässt hoffen, dass die künftigen
Generationen nicht ganz "verwildern".

Lieben Gruß von
Daisy
Titel: Re:Des weisen Lehrers Worte
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 27, 2013, 16:43:53
Hi, Daisy!

Ja, ich gebe zu, mein Sonett hört sich recht einseitig an. Es entsprang eben negativen Erfahrungen, und die verallgemeinern gern. Natürlich gibt es die andere Seite, und die ist oft sogar stärker. Meist sind es nur wenige pro Klasse, die das Klima so runterziehen. Die meisten Kinder sind ja okay!

LG, eKy