die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am M?RZ 21, 2013, 20:11:05

Titel: Entreift
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 21, 2013, 20:11:05
Wo sind die Herzen, die sich Flügel fanden
und selig durch die Gitter der Bedenken
entkamen, sich dem Augenblick zu schenken,
dem neue Kinderblicke sie entbanden?

Wo sind die Herzen, die uns wild entbrannten
vor jeden Abenteuers schwankem Plan,
in Asche sanken, unbeweint vertan,
um uns zu lehren, was wir noch nicht kannten?

Vergangen, scheint's, die goldenen Momente
aus einer Jugend, die so viel verhieß.
Der Hang zum Risiko ging früh in Rente,

und Sicherheit, das tägliche Verlies,
zahlt monatlich dem Lächeln Alimente
dafür, dass sie es unbedankt verstieß.
Titel: Re:Entreift
Beitrag von: Daisy am M?RZ 27, 2013, 14:22:19
Hallo Erich,

auch hier zeigt sich einmal mehr, wie gut du Vergangenes nachempfinden und in bewegenden Versen darstellen kannst!

Wir alle trauern wohl mehr als nur einmal in unserem Leben der Jugend nach, aber es bleibt uns doch schließlich die Erinnerung
und vielleicht malt sie uns einiges wesentlich schöner als es in Wirklichkeit war.

Eine wunderbare Reise in die Vergangenheit!

LG Daisy
Titel: Re:Entreift
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 27, 2013, 16:47:31
Hi, Daisy!

Vielen Dank für die Blumen! Ich muss gestehen, dieses Gedicht gefällt mir selber, besonders die Conclusio - wieder so eine "Eingebung", die ganz plötzlich da war...

LG, eKy
Titel: Re:Entreift
Beitrag von: cyparis am M?RZ 28, 2013, 08:36:43
Ich schließe mich Daisy an,
lieber Erich!
Wunderschöne Zeilen mit allem Drum und Dran:
Trauer, Wehmut, Erkenntnis und ein Tropfen Bitterkeit.
Dennoch habe ich das Gedicht frohen Herzens gelesen, drückt es doch so formvollendet meine Gefühle aus.


Ganz herzliche Grüße
von
Cyparis
Titel: Re:Entreift
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 28, 2013, 09:09:10
Hi, Cypi!

Danke für dein Lob! Vielleicht stimmt es versöhnlich, dass dies zwar ein Lamento, aber kein wirklich verbittertes ist, eher ein Stoßseufzer über das Unvermeidliche. So zumindest meine Grundstimmung beim Schreiben.

LG, eKy