die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am April 13, 2013, 11:49:23

Titel: (K)eine Lebensreise
Beitrag von: Erich Kykal am April 13, 2013, 11:49:23
Es war einmal ein Mensch, der an der Dinge
"Wie's-nun-mal-Ist" sein Seelenheil zerrieb.
War endlich nichts, was seinem Sein verblieb
als eine Hoffnung, dass es doch gelinge.

Er hatte nichts und niemanden noch lieb,
und dennoch drängte etwas ihn: Besinge
das höchste Gut aus Amors zarter Schwinge,
und sei's als dessen unersehnter Dieb!

Was lehrt uns dies, was dürfen wir behalten?
Verbleibt ein unerklärtes Resumeé?
Und wenn, wie lautet wohl der Spruch der Weisen?

Was sind wir doch für seltsame Gestalten!
So mancher wartet auf die gute Fee
ein Leben lang - anstatt es zu bereisen.
Titel: Re:(K)eine Lebensreise
Beitrag von: Daisy am April 14, 2013, 14:18:00
Hallo Erich,

was für eine deprimierende Lebensreise!

Ich mag einfach nicht daran glauben, dass es jemanden geben sollte,
der nichts und niemanden lieb hätte.

Das Gedicht ist, wie nicht anders zu erwarten, feinst geschmiedet und formvollendet.

LG Daisy
Titel: Re:(K)eine Lebensreise
Beitrag von: cyparis am April 14, 2013, 16:10:24
Ich finds gut!
Und gar nicht deprimierend.
Fee und Reise werden Erfolge bringen - und sei es auch nur gedanklich.
Hauptsache, es wird eine gutes Gedicht daraus!

"als dessen unerkannter Dieb"
wäre auch eine Möglichkeit.

Auf, auf die Reise!
Die Fee wartet schon!


Lieben Gruß
von
Cyparis
Titel: Re:(K)eine Lebensreise
Beitrag von: Erich Kykal am April 14, 2013, 17:24:15
Hi, ihr beiden!

Dies war das letzte der 3 Sonette - alle innerhalb einer Stunde ins Forum getippt - und da war schon ein wenig die Luft raus, finde ich. Ist aber noch ganz nett geworden, alles in allem...vor allem, weil hier wenigstens die Regeln eingehalten wurden!

LG, eKy