die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: Erich Kykal am April 28, 2013, 09:07:18

Titel: Deine Macht
Beitrag von: Erich Kykal am April 28, 2013, 09:07:18
Ich fühle dich auf meiner Haut,
auf meiner nackten Seele liegen!
So frisch und doch uralt vertraut
scheint, was uns neue Brücken baut
in unsrer Leiber Schmiegen.

Ich weiß so sehr um meine Angst,
dich einmal wieder zu verlieren,
die du zu mir wie Licht gelangst!
Die dunklen Geister, die du zwangst
in deinem mich Verführen,

sie wissen jetzt um deine Macht,
um diese zarte, himmlisch reine!
Versage meiner Mitternacht
dein Leuchten nie, das ihr nun lacht
wie dir vielleicht das meine.
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: galapapa am April 28, 2013, 09:28:58
Hallo Erich,
das ist wundervoll formuliert, ein runder und wohlkingender Text. Die Vierhebigkeit hat doch eine ganz eigene Ausdruckskraft.
Der Inhalt ist für mich nur schwer zugänglich. Ist es eine Liebeserkläung und versuche ich zuviel hineinzuinterpretieren? Wer ist das lyrische Du?
Da brauch ich Hilfe.
Ich habe gestern mit meinen Töchtern in einen Geburtstag hineingefeiert; vielleicht liegt's auch daran. ;D
Liebe Grüße!
galapapa
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: Erich Kykal am April 28, 2013, 09:42:38
Hi, Charly!

Es ist bloß ein Versuch, das innige Gefühl der Erfüllung zu verdichten, wenn man sowohl körperlich als auch seelisch liebt. Es ist bewusst so verfasst, dass sich jeder mit dem LyrDu identifizieren könnte. Ich zumindest habe diese Art der Erfüllung nur theoretisch erlebt, in meiner sehnsuchtsvollen jugendlicheren Vorstellungswelt - aber immerhin!

Inspiriert wurde es heute morgen durch Terrapin's wundervolles neues Gedicht "Anna's Augen" (selbes Unterforum drüben auf LyriKern.de).

LG, eKy
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: cyparis am April 28, 2013, 19:01:36
Man möchte in diesen Versen versinken!
Je öfter ich sie lese, desto sehnsüchtiger stimmen sie mich und - mit vertauschten Rollen - in süßer Erinnerung schwelgend.

Von gewohnter Delikatesse und Wortmacht!


Lieben Gruß
von
Cyparis
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: Erich Kykal am April 28, 2013, 19:15:27
Hi, Cypi!

Danke für dein Lob! Besonders die letzte Strophe kommt mir gelungen vor - da fügt sich alles harmonisch in Klang und Conclusio. :)

Hier der Link zum Gedicht von Terrapin, das mich zu diesem inspiriert hat:

http://www.lyrikern.de/viewtopic.php?f=6&t=2390

LG, eKy
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: cyparis am April 28, 2013, 19:20:54
Hab ich dotcom gelesen.
Siedend sagt mir nicht zu und der Apostroph im Titel macht mir Gänsehaut.
Ansonsten gelungen. :)

Lieben Gruß!

Cypi
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: Daisy am April 29, 2013, 20:30:49
Hallo Erich,

diese zärtlich romantischen Verse schmeicheln sich in mein Empfinden und sind zum dahinschmelzen!
Ein Gedicht ganz nach meinem Geschmack.

Hier beweist sich wieder dein sicheres Gespür dafür, welche Vers- und Strophenformen sich für die jeweiligen Themen am besten eignen.

LG Daisy
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: Erich Kykal am April 30, 2013, 11:50:19
Hi, Daisy!

Vielen Dank für deine freundlichen Worte!

Ich entscheide mich nicht bewusst für eine Versform - sie entsteht beim Dichten von selbst, und ich wiederhole sie dann in den weiteren Strophen. Das ist alles intuitiv, dehalb will ich es nicht so klingen lassen, als wäre es eine kognitive Entscheidung, die ich mir anrechnen könnte. :)

LG, eKy
Titel: Re:Deine Macht
Beitrag von: gummibaum am Mai 20, 2013, 21:41:38
Hallo Erich,

alte und neue Vertrautheit nach einem zwischenzeitlichen Verlust, der Angst unter dem Glück zurückgelassen hat. Das Spiel mit Licht und Dunkel, die erst Kontraste, dann eine höhere Einheit bilden (leuchtende Mitternacht), gefällt mir.

LG gummibaum
Titel: Re: Deine Macht
Beitrag von: Erich Kykal am November 29, 2020, 11:11:58
Hi Gum!

Spät, aber doch: Vielen Dank für das positive Echo!  :)

LG, eKy