die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am Mai 09, 2013, 13:03:07
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Ich wüsste gar so viel zu sagen, und es machte Sinn
auch jeden klugen Augenblick und klänge trefflich weise,
und niemals glaubtet ihr fortan dem deutlichsten Beweise,
dass ich nur Thekenschlampe in der Bar zum Schicksal bin!
Doch lieber schweige ich und bade in den Zweifelsmienen,
als dass ich selber mich der Lebenslüge überführte!
Wem nutzt der falsche Glanz von Weisheit, die mich nie berührte,
als den Gespenstern in mir nur, die andern Herren dienen?
Ich mag zwar klug sein und ich habe mit den Lebensjahren,
die mir geschahn, so mancherlei ermessen und erfahren,
doch bin ich weise nicht, bloß einer von den ewig Schwachen:
Ich wüsste zwar, was klüger sei, erkenne die Gefahren,
und wollte dennoch lieber jede neue Dummheit machen,
als nur am Grab des Lebens die Erfahrungen bewachen!
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Hallo Erich,
was für ein ungewöhnliches Sonett mit sieben Hebern in den Versen!
Mich faszinieren in deinen Gedichten immer wieder die speziellen Wortkombinationen und Ausdrucksweisen.
Hier fühle ich mich von Vers zu Vers ganz und gar hin- und hergerissen und bin schließlich erleichtert über das schlüssige Ergebnis im zweiten Terzett.
Ein sehr beachtliches Werk!
LG Daisy
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Und was bleibt mir dann noch zu sagen?
Unübertrefflich, locker und gleichzeitig tief, -
wie immer von tiefer (Selbst)Erkenntnis gepägt.
Cyparis
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Hi, ihr beiden!
Wie immer Dank für die soziale Labe! ;) :)
Ich wollte mal was echt Langzeiliges machen - und es wurde trotzdem wieder ein Sonett! ::)
LG, eKy