die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: Erich Kykal am Mai 22, 2013, 16:14:13
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In Bergesschatten, an des Baches Wogen,
auf Tales Grund, wo unter alten Bäumen
bemooste Steine von den Gletschern träumen,
mit denen einst sie über Lande zogen,
vermodert kühl, wie aus der Welt gelogen
und voller Wehmut in den leeren Räumen
ein altes Häuschen, und die Nesseln säumen
des sacht sich neigenden Gemäuers Bogen.
Als Kinder schon sahn wir den Bau verlassen,
und ohne Schindeldach die morschen Bohlen.
Der stille Ort, wo heimlich und verstohlen
wir uns im ersten Ineinanderfassen
der schlanken Hände in die Augen sanken,
verlor die Gegenwart, doch nie mein Danken!
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Hallo Erich,
dieses herrliche Sonett ist so romantisch wie eine zu Herzen gehende Liebeserklärung.
Ich fühle mich wie in eines der Märchen, die mich als Kind so sehr begeistert haben, hineinversetzt. Bin ganz verzaubert.
Zum Träumen schön!
LG Daisy
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Hi, Daisy!
Mir war heute abend wieder mal nach einem Sonett - warum wohl? ;D
Solche Ruinen gab es in meiner Kindheit, und auch eine erste Liebe - sie zusammenzuführen, ist aber freie Erfindung. Wäre aber gut vorstellbar... ;D
Vielen Dank für den lieben Kommi!
LG, eKy
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Hallo Erich,
sehr schön herangerückt, das aus der Welt "gelogene" armselig-kostbare Häuschen, von Brennnesseln gesäumt. Ich bin ganz begeistert.
LG gummibaum
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Des Baches Wogen?
Nein, nein - kein Kommentar, sonst ufere ich aus! ;)
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Hi, Cypi!
Gemeint ist DAS Wogen (sowohl des Wassers als auch des sich schlängelnden Verlaufs), nicht DIE Wogen. Du darfst ruhig "ausufern"... :D
Hi, Gum!
Danke für dein Lob!
LG, eKy
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Lieber Erich,
ich hoffe, Du verstehst mein Nicht-Kapieren.
Unser Bach wogt nicht, er rieselt oder plätschert, nach der Schneeschmelze rauscht er auch hin und wieder,
aber das Wogen blieb ihm bisher versagt. ;)
Cyparis