die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Aspasia am Juni 28, 2013, 23:46:11
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Seit vierzehn Tagen von dir kein Ton!
Mit Schweigen verhöhnt mich das Telefon,
in Nächten vernahm ich zwar seinen Ruf,
doch weiß ich, dass nur mein Traum ihn erschuf.
Seit vierzehn Tagen wortloser Streit!
Der Graben misst viele Meilen breit,
keine Brücke, kein Boot, soweit ich schau,
was falscher Stolz heißt, weiß ich genau.
Seit vierzehn Tagen in Seelennot!
Ich wär besser dran ohne Wein und Brot
und schenkte mir Wasser statt Wein gern ein,
um damit zu töten die nagende Pein.
Seit vierzehn Tagen von dir kein Ton!
Noch immer verhöhnt mich das Telefon …
Ich gieß ein Glas Sekt über Apfelbrei,
steck die Waffel rein und lass es dabei.
Aspasia
28.06.2013
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Liebe Aspasia -
aus jedem Vers schreit die Verzweiflung,
aus den letzten beiden tiefe Resignation.
Wie Du es immer wieder schaffst, solche Gedichte ohne Herz-Schmerz-Schmalz und doch voller geballter Intensität zu schreiben:
Alle Hochachtung.
Hoffentlich nichts Selbsterlebtes!
Kopf-hoch-Gruß
von
Cyparis
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Hallo Aspasia,
die Wiederholungen an den Strophen-Anfängen zeigen die dargestellte Situation und das Dilemma des Lyrich besonders eindringlich auf und
die Schilderung der Nöte ist so intensiv, dass man den Eindruck gewinnt, selbst in dieses Geschehen verwickelt zu sein.
Sehr überzeugend.
LG Daisy