die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Ingo Baumgartner am Juli 12, 2013, 15:30:28
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Sie kommen in Scharen ein Schauspiel zu sehen,
vom lustvollen Treiben in gottfernem Hohn,
vom strotzenden Leben und dessen Vergehen,
vom Nein, einen mahnenden Ruf zu verstehen,
vom tödlichen Griff als des Sensenmanns Lohn.
Jahrzehnte schon schauen die Menschen Kulissen,
ein Anblick der edler kein Auge erreicht.
Der Dom steht allein schon für dieses Gewissen,
das Jedermanns Denken so völlig entrissen
und ausgelöscht scheint, bis die Seele entweicht.
Beschwörende Rufe von Türmen und Zinnen
verirren sich bis in die Winkel der Stadt.
Du hörst dieses Mahnen, von außen, von innen,
es scheint zu der Stunde an Kraft zu gewinnen,
wenn tadelndes Schicksal sein Auftreten hat.
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Ausgezeichnet Ingo!
Dieses Gedicht könnte auch von einem Klassiker wie Schiller oder anderen Großen sein.
Ein Meisterwerk.
Gruß wolfmozart
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Hallo wolfmozart, deine Einschätzung ehrt mich zwar, aber bis zu den Gro0en wäre noch ein weiter Weg. :) Danke dir. LG Ingo
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Lieber Ingo,
auch für mich bist Du ein Großer!
Wie Du H.v. Hofmannsthal wieder ins Auge für den Betrachter rückst, das hat schon etwas Großes.
Fazit:
Während der Aufführung läßt man sich beeindrucken,
einen Tag später ist die Mahnung vergessen.
In S1 und S2 fehlt jeweils ein Komma.
Herzlichen Gruß
von
Cyparis
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Hi, Ingo!
Da capo! - möchte man rufen! Chapeau - eine veritable lyrische Leistung auf Oberliganiveau! Auch inhaltlich die Dynamik sauber aufgebaut und in einer ausgesprochen gelungenen Conclusio gelöst!
Großartig!
Allergernst gelesen!
LG, eKy