die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: Erich Kykal am Juli 26, 2013, 08:59:36
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Nur dieses Eine noch, bevor ich gehe,
dies Sterne-regnen-Lassen aus der Nacht,
dies eine Licht darin, das mir gelacht
in deinen Augen und in deiner Nähe!
Wär's nur ein Augenblick im Rad der Zeiten,
ich wüsste doch, ich habe einst geliebt.
Erinnerung, die sanfte Wärme gibt,
mich über jene Schwelle zu geleiten,
die ihre Wahrheit niemals mit uns teilt.
Nur dieses Eine noch, und ich will wagen,
mich frohgemut durch jene Tür zu tragen,
solang dein Kuss auf meinen Lippen weilt.
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Hallo Erich,
ein berührendes Liebesgedicht! Berührend vor allem die Wehmut, mit der sich das lyrische Ich an die Erinnerung klammert.
Nur eine echte und tiefe Liebe kann auch in der bloßen Erinnerung noch soviel geben.
Sehr schöne Verse!
Herzlichen Gruß!
Galapapa
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Hallo Erich,
sehr gefühlvoll und ganz zauberhaft!
Du solltest öfter die Schleusen deines Herzens öffnen und solche Gedichte schreiben.
Ich wünsche dir noch ganz viele solche letzte Küsse! :)
LG Daisy
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Hi, ihr beiden!
In meinem Falle eh nur eine soziopsychologische Trockenübung. Ist euch aufgefallen, wie ich in der letzten Strophen die Kadenzen getauscht habe, um zusätzlich Spannung zu erzeugen und die Aufmerksamkeit auf die Conclusio zu lenken?
Vielen Dank für die nachhaltige Belobigung! :)
LG, eKy
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Hallo Erich,
ja, der Kadenzwechsel (die weiblichen jetzt in V2/3), gut möglich durch den Nebensatz in V1 der Strophe, beschleunigt das Lesetempo und außerdem schließt nun V4 wie mit einem Kathedral-Schlussstein betont ab.
Das Gedicht hat aber noch weit mehr gute Seiten.
LG gummibaum
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Hi, Gum!
Vielen Dank für die Blumen! So volles Lob hört man immer gerne!
LG, eKy
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Lieber Erich,
semper idem:
Großen Knicks!
Aaaaber:
Sich selbst durch die Tür tragen - geht das denn?
Ich weiß, man kann sich durchs Leben schleppen, aber hier protestiere ich vorsichtig.
Herzlichen Abendgruß
von
Cyparis
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Hi, Cypi!
"Sich selbst durch jene Tür zu tragen" steht hier im Sinne von: "sich gehen(sterben) lassen". Wenn man das letzte Quentchen Leben ohnehin nur noch mit purer Willenskraft festhält, dann ist das willentliche Loslassen dieser letzten Verbindung ein durchaus bewusster Akt: Man trägt sich quasi selbst durch diese letzte Tür (wenn's denn eine Tür ist...). So ist das gemeint.
LG, eKy
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Lieber Erich,
wie das gemeint ist, wußte ich gleich.
Ich störte mich lediglich am Wortlaut. :)
Lieben Gruß!
Deine
Cyparis