die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: cyparis am August 22, 2013, 10:00:21
-
Einer kommt !
Auch heute: schweigend Wald und Flur.
Unbefruchtet. Keine Spur
Süßen Wachsens. Fruchtbarkeit.
Grün wird fahl schon allzufrüh.
Es treibt sich nicht, wie früher, Vieh
Satt und ruhig auf den Weiden.
Trott: wie mochte ich ihn leiden!
Odem haucht die Erde nicht.
Rasend ward ihr Blutgericht.
Blüh sich, was noch kann, zu Tode!
Einer kommt. Er kommt. Er rode
Nicht Natur. Doch Grausamkeit.
-
Hi, Cypi!
Das ist gewiss eins deiner harmonischsten Akrostichons! Würdest du nicht vorne immer alles groß schreiben bei dieser Art Gedicht, man würde es nicht bemerken - und selbst so fiele es vielen gar nicht auf, so flüssig fügen sich die Zeilen!
Ein paar Tipps hab ich dennoch ;):
Einer kommt !
Auch heute schweigen Wald und Flur. Einfacher ist oft besser.
Unbefruchtet. Keine Spur
Süßen Wachsens, Fruchtbarkeit. Besser Komma nach "Wachsens".
Grün wird fahl schon allzufrüh.
Es treibt nicht, wie früher, Vieh Diese Zeile wäre mit dem "sich" unbetont beginnend, das bräche den Rhythmus!
Sich herum auf satten Weiden.
Trott: wie mochte ich ihn leiden!
Odem haucht die Erde nicht.
Rasend ward ihr Blutgericht: Hier besser Doppelpunkt?
Blüh sich, was noch kann, zu Tode!
Einer kommt. Er kommt. Er rode
Nicht Natur. Doch Grausamkeit.
Ausgesprochen gelungen, stilistisch wie inhaltlich! Das ist mal wieder großes Tennis aus deiner Feder!
Allergernst gelesen und bearbeitet!
LG, eKy
-
Wie immer, lieber Erich,
sind Deine Anmerkungen äußerst konstruktiv!
Hab Dank
vom treuen
Cyparis