die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: Erich Kykal am September 10, 2013, 10:08:04
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Den alten Weg entlang, die stille Gasse,
verliert sich der Erinnerungen Säumen
im weichen Schattenwurf von hohen Bäumen.
Der ferne Blick, den ich im Geiste fasse,
ist lang verwachsen, überbaut, entschwunden,
er ging verloren im Verlauf der Zeiten.
Ein Neues durfte Altes überbreiten,
und was uns kostbar war, bleibt ungefunden
in einer Wirklichkeit nach vielen Jahren.
All jene Winkel, welche willig waren,
die überwundne Kindheit zu begleiten,
sie leben einzig fort in unsern Träumen,
in die wir all die Wunderdinge räumen,
die den Bedarf an Lebensmut bestreiten.
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Hallo Erich,
in diesem Gedicht sprichst du haargenau an, was mich gerade vor wenigen Tagen in Gedanken beschäftigt hat.
Ich fuhr wieder mal durch den Ort, in dem ich geboren und aufgewachsen bin und mir fiel diesmal ganz besonders auf, wie sehr sich doch alles verändert hat.
Aber, keine Wunder nach so vielen Jahren! Doch in meiner Erinnerung und in meinen Träumen sind sie immer noch da, die altbekannten Plätze.
Ganz besonders gern gelesen und zutiefst nachempfunden! :)
LG Daisy
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Hi, Daisy!
Das ist, so glaube ich, schon mein drittes oder viertes Gedicht zu diesem Thema! Es scheint mich doch zu beschäftigen. Reinhard Mey hat übrigens ein sehr schönes Lied dazu gesungen, leider ist mir der Titel nicht geläufig. Der Text geht zum Ende hin so:
Ich denk, es ist nicht gut, zurückzukehren
an all die Plätze, wo wir fröhlich warn.
Die Bilder, die wir dort vorfänden, wären
doch nicht die, die wir uns davon bewahrn.
Erinnerungen sind vor allen Dingen
in uns, und nicht an irgendeinem Ort,
und so schön, wie sie für uns waren, klingen
sie eben nur noch in unsren Erinnerungen fort.
So töricht, wie die Zeiger der Uhren
anzuhalten und zurückzudrehn,
so töricht ist es auch, auf den Spuren
lang vergangner Tage zu gehn.
Ha! Hab's doch auf YouTube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=5FrB7V818bw
Es heißt "Erinnerungen"!
LG, eKy
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Lieber Erich,
was soll ich groß schreiben?
Du hast einmal mehr mein Inneres als Zielscheibe gesehen und voll in die Mitte gezielt.
Wundervoll und gleichzeitig aufwühlend.
Herzlichen Dank und Gruß
von
Cyparis