die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: Seeräuber-Jenny am Dezember 03, 2013, 03:00:47

Titel: Das Christkind und das Kätzchen
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Dezember 03, 2013, 03:00:47
Ein rot gestreiftes Kätzchen
mit einem weißen Lätzchen
saß vor verschlossnen Türen
und musste draußen frieren.

Vom Himmel fielen Flocken,
um es zum Spiel zu locken,
und ringsumher im Dunkeln
sah’s goldne Lichter funkeln.

Wie gern säß es im Zimmer
beim hellen Kerzenschimmer,
miaute fromme Lieder
wohl alle Jahre wieder.

Da drangen aus der Küche
gar herrliche Gerüche.
Das Fenster stand weit offen,
das ließ das Kätzchen hoffen.

Betörend, diese Düfte!
Schier flog es durch die Lüfte
im Sturzflug auf den Braten,
der war sehr gut geraten.

Zufrieden, satt und müde
kroch es in eine Tüte,
vergaß den ganzen Kummer
und fiel in tiefen Schlummer.

Bis jählings es erwachte,
als plötzlich jemand lachte.
Gewaltig war sein Schrecken,
es konnt sich kaum verstecken.

Da nahte sich dem Kätzchen
ein Kind und sprach: "Mein Schätzchen,
ich will dich nicht vertreiben,
kannst immer bei mir bleiben."

Das Christkind und das Kätzchen,
die suchten sich ein Plätzchen
im weihnachtlichen Zimmer
und blieben dort für immer.
Titel: Re:Das Christkind und das Kätzchen
Beitrag von: cyparis am Dezember 07, 2013, 18:53:46
Viiiiel schöner als alle Klingeling-Glöckchen!!! :-*
Titel: Re:Das Christkind und das Kätzchen
Beitrag von: Knacki am Dezember 09, 2013, 16:27:28
Hallo Jenny

solch ein Kätzchengedicht kann doch nur von dir kommen. Wie gesagt alles wird gut

schöne Grüße der Knacki
Titel: Re:Das Christkind und das Kätzchen
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Dezember 14, 2013, 00:22:30
Danke, meine Lieben. Wie schön, lieber Knacki, dass du wohlbehalten zurück bist.

Habe eine Alternativversion geschrieben, weil mir der Schluss doch sehr kitschig erschien. Was haltet ihr davon?

Das diebische Kätzchen

Ein rot gestreiftes Kätzchen
mit einem weißen Lätzchen
saß vor verschlossnen Türen
und musste draußen frieren.

Vom Himmel fielen Flocken,
um es zum Spiel zu locken,
und ringsumher im Dunkeln
sah’s goldne Lichter funkeln.

Wie gern säß es im Zimmer
beim hellen Kerzenschimmer,
miaute fromme Lieder
wohl alle Jahre wieder.

Da drangen aus der Küche
gar herrliche Gerüche.
Das Fenster stand weit offen,
das ließ das Kätzchen hoffen.

Betörend, diese Düfte!
Schier flog es durch die Lüfte
im Sturzflug auf den Braten,
der war sehr gut geraten.

Zufrieden, satt und müde
kroch es in eine Tüte,
vergaß den ganzen Kummer
und fiel in tiefen Schlummer.

Bis jählings es erwachte,
als plötzlich jemand lachte.
Gewaltig war sein Schrecken,
es konnt sich kaum verstecken.

Da nahte sich dem Kätzchen
ein Kind und sprach: "Mein Schätzchen,
wir wolln dich nicht vertreiben,
sollst immer bei uns bleiben."

Das rot gestreifte Kätzchen
fand bald ein warmes Plätzchen
im weihnachtlichen Zimmer
und stehlen musst es nimmer.

Liebe Grüße
Seeräuber-Jenny
Titel: Re:Das Christkind und das Kätzchen
Beitrag von: cyparis am Dezember 14, 2013, 14:36:48
Beide Fassungen haben ihren eigenen Reiz! :)