die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am Dezember 10, 2013, 23:38:15
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Das Leben ist uns ausgegangen,
wir zwangen es am Ende nicht,
verloren, was wir je errangen,
verlangend bis ans letzte Licht.
Die keine Liebe wussten, fallen
aus allen Wolken in die Zeit.
Bewusste Wünsche, sie verhallen,
vergehen welk in ihrem Kleid
vergilbten Sehnens. Wir erkühlen
und wühlen zag nach jedem Wort,
das noch verbindet mit Gefühlen,
und spülen mit Erinnern fort,
was uns verblieb vom bunten Reigen.
Wir zeigen nach der ernsten Ruh,
dem letzten Auseinanderschweigen,
und neigen uns dem Abend zu.
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Lieber Erich,
meinst Du mit dem "zeigen nach" in der letzten Strophe das "deuten auf"? Ich denke schon.
Das melancholisch angehauchte Gedicht besticht durch die Assonanzen (nennt man das so?), die eine ganz eigene Melodie schaffen.
Ungewöhnlich ist für mich, daß fallen - wenn auch einmal mit Vorsilbe, zweimal in einer Strophe "fällt".
Aber ich habe mich sofort damit versöhnt.
Das Gedicht strahlt eine eigentümliche Abgeklärtheit aus, die eher zu mir als zu Dir passen mag.
Schön!
Ganz lieben Abendgruß
von
Cyparis
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Hi, Cypi!
Auch anderswo kam es wegen des "zeigen nach" zu Missverständnissen. Du hast recht mit deiner Vermutung, aber des Reimschemas wegen kann ich das Wort nicht ersetzen. Heute sagt man eher "zeigen auf", aber "zeigen nach" sollte noch verständlich sein.
Das Reimschema ist eigentlich dasselbe wie beim Gedicht "Morgenlied - in memoriam RMR" (Weltenwege, Seite 276), bloß dass es nicht A-aB-C-cB ist, sondern A-aB-A-aB.
Ich wollte wieder mal etwas mit diesem Schema zu Papier bringen, das Thema ergab sich wie nebenbei.
Das "fallen/(allen/verhallen/)verfallen" ist mir bewusst, auch wenn es nicht in einer Vorsilbe vorkommt, wie du schreibst. Zum einen gibt es bei diesem Reim nicht viele Alternativen, zum anderen ließ mir der inhaltliche rote Faden noch weniger Auswahl. Ich hoffe, die Stelle ist insgesamt erträglich. ;)
Zum Grad der Abgeklärtheit vermag ich nichts zu sagen, aber der Inhalt entstammt meinem Unterbewussten, und das scheint sich offenbar schon für ein älteres Semester zu halten... ;)
Vielen Dank für deine Gedanken!
LG, eKy
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Lieber Erich,
auch wenn es nicht in einer Vorsilbe schreibst Du.
Habe ich auch nicht behauptet. Ich schrieb mit einer Vorsilbe. :)
Das "zeigen nach" finde ich poetischer als "deuten auf" und es war mir auch klar, was gemeint ist.
Zieh mal von Deinem "älteren Semester" ein paar Häute ab, dann stimmt es wieder! ;)
Ganz lieben Gruß
von
Cyparis
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Hi, Cypi!
Mit dem "zeigen nach" ist hier eher gemeint, dass wir uns so schön langsam in diese Richtung neigen.
LG, eKy
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Hallo Erich,
ein ernüchterndes Thema. Gut umgesetzt, das Auseinanderleben. Erinnert mich etwas an Kästers "Sachliche Romanze".
Sehr gern gelesen (ich schrieb übrigens gleichzeitig mit dir).
LG gummibaum
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Hallo Erich,
wie schön, dass dieses bemerkenswerte Gedicht wieder aufgetaucht ist!
Es hat, wie auch das eine oder andere deiner Gedichte, eine melancholische Note und klingt auch ein wenig nach Resignation, was ich aber sehr mag.
Ganz besonders gut gefällt mir hier aber auch das Reimschema mit den zeilenübergreifenden Binnenreimen, ein spezieller Kunstgriff! Das ist absolut hitverdächtig!
Vor dieser tollen Leistung ziehe ich meinen Hut! Bravissimo! :)
LG Daisy
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Hi, Gum!
Ich habe zwar nie in der Tasse gerührt wie die beiden in Kästners Gedicht (das ich für eins seiner besten halte) - mangels ausreichend intensiver Beziehungen, die dann so hätten in die Brüche gehen können - aber ich verstehe, was du meinst! ;D
Hi, Daisy!
Vielen Dank für soviel des Lobes! Ich hoffe, es zu verdienen... :)
LG, eKy
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Sorry, lieber Erich,
da du so starkes Grinsen aufsetzt, habe ich mich mit meiner Auslegung, die sich auf "Liebe" und "Auseinanderschweigen" stützte, wohl geirrt.
LG gummibaum
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Hi, Gum!
Dass ich in einem Kommi mal heiter antworte, heißt nicht zwingend, dass das Gedicht oben auch humorig gemeint gewesen sein muss! Deine Auslegung war durchaus korrekt, nur bei der Antwort stach mich wohl etwas der Hafer.
Allerdings war meine Intention eher ein Gedicht vom Lebensende, wie der Titel suggerieren sollte. Aber Beziehungen können ja auch verblassen, von daher ist deine Deutung durchaus berechtigt.
S2 berichtet hier allgemein von jenen, die im Leben keine Liebe fanden - oder nie empfanden. Das Erkühlen in S3 bezieht sich auf die schwindende Lebenskraft, du lasest ein Abflauen von Gefühlen für einen Partner hinein. Wie gesagt, auch diese Sichtweise ist okay.
Vielen Dank für diese neue Facette!
LG, eKy
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Danke für deine Antwort, Erich. Dass wahrscheinlich eher von der Schwelle vor dem ewigen Schweigen gesprochen wird, wie du klarmachst, hatte mir auch schon gedämmert.
LG gummibaum
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Interessant, dass ich schon 2014 (und wenn ich es recht bedenke, schon seit 10 Jahren davor) so "sterblich", sprich morbide drauf war - da wusste ich noch gar nichts davon, dass ich Krebs hatte. Allein das eigene Älterwerden ließ mich schon nachdenklich und traurig werden und über die Unausweichlichkeit der (vor allem physisch-menschlichen) Entropie nachsinnen!
Ich muss mich zusammenreißen! Ein zu "negatives" Gesamtwerk wird mir die ohnehin schmale Leserschaft vergraulen ...
LG, eKy
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Genau Erich ... zusammenreißen ... und die Krankheit überwinden ... hierzulande gibt's auch keine Anreize... keine Jungfrauen, kein Walhallagelage und der olle Türsteher Petrus macht auch nichts daher. Also weiter kämpfen. Gruß vom Hans
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Hi Hans!
Danke für den zugesprochenen Mut bezüglich meiner Erkrankung, auch wenn mein "Zusammenreißen" oben hinsichtlich meiner Werke gemeint war, die mir zu oft zu negativ geraten, zu dauernd traurig, pessimistisch und zehrend für den Leser.
Anreize habe ich genug, da ich vor Corona auch schon nicht viel anders lebte als seither mit. Und zu kämpfen habe ich nicht viel, abgesehen von den lästigen Nebenwirkungen der Dauerchemo. Zu überwinden gibt es nichts - heilbar ist meine Form nicht. Man kann sie eine gute Weile in Schach halten, wenn man Glück hat.
LG, eKy
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Lieber Erich,
Das ist sehr traurig, was ich da lese. Ich wünsche dir Mut und Kraft ... halte durch.
Gruß vom Hans
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Bleibt eh nix anderes übrig, angesichts der Alternative ... ;) ;D
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Das ist wohl auch das Beste, Erich. Nennt man das nicht Galgenhumor? Gehst du hoffentlich auch zur Schule, die Gschrappn bringen dich auf andere Gedanken. Gruß vom Hans
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p.s. War nach langer Zeit auf Eiland. Dort ist Trauerspiel und Ralf schreibt schon lange nichts mehr.
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Hi Hans!
Acht Jahre maximal noch muss ich "abreiten" - dann winkt die Pension! Hoffe doch sehr, noch was davon zu haben! ::)
Das Eiland, ach ja ... - war über 10 Jahre mein eigentliches Zuhause unter den Foren, dann begann es irgendwie - so zumindest mein Empfinden - politisch nach rechts zu ruckeln - nicht unbedingt gleich Rechtextremismus und völkische Heimattreue, aber doch merkbar kritikunwillig dem einschlägigen Gedankengut gegenüber. Plötzlich war ich der linke Spinner, der realitätsfremde Liberale - bloß weil ich gegen die herzenskalte Unmenschlichkeit, Härte und Grausamkeit dieser Angstbeißerpolitik für geistig wie moralisch Herausgeforderte anschrieb.
Hätte man damals meine Gedichte gegen Rechtspopulismus, die man einfach gelöscht hatte (zusammen mit denen meines Meinungsgegners, immerhin) - um des lieben Forenfriedens willen, wie man es ausdrückte - wieder restauriert, oder hätte ich für diese Entscheidung über meinen Kopf hinweg hinterher wenigstens eine aufrichtige Entschuldigung gehört, ich wäre wohl geblieben, trotz des Gefühls, dort wohl nicht mehr so willkommen zu sein.
Aber man gab mir zu verstehen, dass ich selbst nach 10 Jahren tragender Forenarbeit nur der User-Arsch 0815 vom Dienst sei und nicht mitzureden habe bei Entscheidungen der Moderation, und dass mein "nicht nachvollziehbar intoleranter Hass gegen Rechtspolitik" ohnehin nur deshalb noch irgendwie gelitten sei, weil ich zuvor so viel zum Forum beigetragen habe.
Danke und auf Wiedersehen.
Hat schon weh getan, aber letztlich meine Meinung über Menschen nur bestätigt, sowie meine Entscheidung, niemanden wirklich je an mich heran zu lassen. Entweder man verletzt, oder man wird verletzt, früher oder später, aber irgendwie unausweichlich. Die Leutchen dort (zumindest die damals dort den Grundton angaben und so weit mit der Rechtspolitik sympathisierten, um nichts dagegen zu unternehmen, was manche Aushilfsnazis von der AfD so vom Stapel ließen) sahen die Sache sicher anders - für sie war ich ein einseitig denkender Störenfried. Das sei ihnen gegönnt, denn wenn ich für so engherzige Menschen genau das bin, dann empfinde ich das durchaus als Kompliment! 8)
LG, eKy
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Lieber Erich,
loswerden wollte man dich? Hatte ich eigentlich nicht den Eindruck aber ich kümmere mich weniger um eine Forenstrategie. Verdächtig sind aber die User Xenia und Sunblower, die stetig präsent sind aber in fünf Jahren nur drei Hungerreime eingestellt haben. Für mich eindeutig ein Fake Account. Als einziger postet noch Thomas, der Rest hat sich offensichtlich verflüchtigt und ja, Gin Ton mit seiner Wörterflut schwemmt nach wie vor die Landschaft zu.
Selbstgefällig, starrsinnig und rechthaberich sind kontraproduktiv wie man sehen kann.
Fünf Werke von mir sind dort kommentarlos gelöscht worden ... sei's drum ...
Gruß vom Hans
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Hi Hans!
Du warst ja auch mein "Meinungsgegner", und gelöscht wurdest du vielleicht, weil du zu eindeutig fremdenfeindlich warst ... ;)
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dafür hattest du dir meine Reaktionsgedichte durchaus zurecht verdient! Aber ich denke, unser Disput war letztlich nur ein willkommener Vorwand, mich, den längst unliebsamen Antirechten, endlich abzusägen. Es hatte davor schon dicke Luft mit einer Forenmoderatorin und diversen "völkisch" angehauchten Usern gekommen. Besagte Moderatorin sprang mir dazumals ins Gesicht, weil ich es gewagt hatte zu behaupten, dass es in der Dresdner Pegida rechtsextreme Elemente gäbe, die längst die Bewegung gekapert hätten - oder dass es in Dresden überhaupt Nazis gäbe!
Die Löschung selbst ist nicht das Problem, sondern dass es über unsere Köpfe hinweg geschah, ohne vorab ernsthaft das Gespräch zu suchen, und vor allem: Ohne uns hinterher sofort zu informieren und die Handlungsweise zu erklären! Ich musste, nachdem das Forum wieder online gegangen war, zufällig selbst entdecken, dass Gedichte von mir fehlten, die sich explizit gegen Nazipolitik wandten. Und als ich nachhakte, wurde ich kühl heruntergeputzt und letztlich ignoriert.
Mündige Bürger kann man nicht behandeln wie aufsässige Schuljungen! Sowas geht einfach nicht - passt aber von der Art zur Affinität zu Diktatur und Meinungsreglementierung. So war meines Bleibens nicht länger ... Nun, ich bin sicher, ohne mich, den bösen Rebellen, haben sie nun endlich die Ruhe im Forum, die sie sich so gewünscht haben. Mögen sie glücklich damit werden.
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Lieber Erich,
Meinungsgegner ist eine Sache aber willkürliche Zensur eine ganz andere. Ich vertrete meine Meinung, genau wie du auch, im Rahmen unserer Rechtsordnung, was aber keine Unversöhnlichkeit und persönlichde Diffamierung beinhaltet.
Ich muss auch bei dem Vorwurf der generellen Fremdenfeindlichkeit widersprechen, denn mein Groll hat sich immer gegen den politischen Islam gewendet und die Art wie diese brutale Ideologie in unsere Gesellschaft getragen wird, welche die Grenzen unserer Duldsamkeit peu à peu aufweicht .... und das ist m.M. ein durchaus legitimes Anliegen. Auch in Ö sind diese Vorgänge erkennbar und Kanzler Kurz hat sich dezidiert in diesem Sinne geäußert. Genau das vermisse ich auch hierzulande.
Na ja, wir diskutieren immer noch gegensätzlich aber nicht konsensunfähig und ich sehe darin nichts Widersprüchliches.
Ich wünsche dir Kraft beim Kampf gegen die Krankheit.
Gruß vom Hans
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Nachtrag .... Ruhe im Forum ist eine sehr nette Umschreibung...
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Hi Hans!
Gegen den politischen, extremistischen Islam (oder jegliche andere derartige Denkungsart, sei sie religiös oder politisch) war ich auch immer - habe genug Gedichte dazu verfasst, die das belegen.
Deine Werke waren leider oft missverständlich verallgemeinernd formuliert, vielleicht ohne dass es dir bewusst geworden wäre - und dagegen habe ich sehr viel! Verallgemeinerung ist ein mindestens ebenso großes Übel in der Menschheitsgeschichte wie Vorurteil, Intoleranz, Rassismus oder Fremdenhass.
Während alle anderen entweder der menschlichen Angst oder Hybris entspringen, ist Verallgemeinerung einfach eine moralische Verwerflichkeit, eine dumme Faulheit des Gehirns, das einfache Lösungen und Strukturen bevorzugt. "Kennst du einen, kennst du alle!" - Ein Perser hat mich beklaut oder ich hab ein Attentat von einem im TV gesehen - und schon sind ALLE Perser für mich der letzte Müll - und das auch gleich für immer! Wie bescheuert ist das denn!?
Und viele deiner extremistenfeindlichen Werke konnte man eben auch auf den gesamten Islam münzen. Natürlich ist jede Religion Blödsinn und spielt sich nur im Kopf von Menschen ab, die Stütze oder Gruppenzugehörigkeit brauchen - aber es ist eben ein Unterschied, ob man nur einen Schwachsinn glaubt, ganz bescheiden und privat - oder ob man im Namen dieses Unsinns missioniert, Menschen bedroht, erpresst, unterdrückt, versklavt und ermordet!
LG, eKy
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Lieber Erich,
Verallgemeinerungen sagst du? Nein, die Adresse war stets klar. Es waren die Gewaltbereiten, die Unterdrücker, Vergewaltiger, Mörder, Ehrenmörder, Steiniger, Henker und Handabhacker ... dass es so viele sind, ist traurig genug aber man soll und muss es benennen in einem Rechtsstaat. Dazu kommen die Einpeitscher in den Moscheen und Schulen, die ihre Glaubensbrüder gegen uns und unseren Staat aufhetzen. Auch das hat Kanzler Kurz benannt. Natürlich ist der Großteil der Gruppe angepasst und leben wie wir auch. Das steht außer Frage. Also ich verstehe nun wirklich nicht, wieso ich verallgemeinere. Ich sage nichts anderes als du es im Gedicht getan hast, wenn auch auf einer interaktiven Ebene.
Gruß vom Hans
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Hätte ich diesen Eindruck gehabt, wir wären wohl nicht aneinandergeraten damals. ;)
So ist es eben, der Mensch denkt und handelt nach den eigenen, subjektiven Eindrücken.
Belassen wir es dabei.
LG, eKy