die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am M?RZ 09, 2014, 09:20:58
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Der Wald ist kalt, darin die Nebel hängen.
Noch lässt der Morgenfrost die Welt verharren,
und nur den Vögeln, diesen bunten Narren,
quillt Sonne schon aus ihren Jubelklängen.
So grüßen sie das Licht der Dämmerstunden
wie neu geboren in des Tages Reigen,
und wo noch Schatten herrschen oder Schweigen,
hat ihre Lebenslust ein helles Ziel gefunden.
O könnte ich wie diese leichten Sänger
den Tag begrüßen wie ein Neubeginnen!
Was wäre Größeres wohl zu gewinnen -
doch meine Lieder klingen bang und bänger
mit jedem Auferstehen aus dem Grunde,
des dunkle Hände trugen, was mich reute
so lange schon, und mir gerinnt das Heute
aufs Neue nur wie Blut aus einer Wunde.
Der Wald ist kalt, darin die Nebel hängen.
Verloren ragt mein Schauen in den Morgen,
weiß nur in Finsternissen sich geborgen
und kehrt sich ab von Wärme und Gesängen.
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Hallo Erich,
das LI bleibt schmerzlich in seine Welt eingesperrt. Die letzte Strophe, der ersten ähnlich, macht formal den Sargdeckel gewissermaßen zu und sperrt die munteren Sänger aus. Nur die Stelle mit dem verkürzten "des"sen finde ich suboptimal. Sonst sehr schön in seiner traurig stimmernden Bildlichkeit. Ich lese in letzter Zeit öfter diese resignative Stimmung in deinen Werken. Eine Art Midlife crisis? Alles Gute!!
Sehr gern gelesn
gummibaum
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HI, Gum!
Nö, keine Midlifecrisis - ich bin immer schon so wehmütig drauf gewesen, manchmal merkt man es meiner Lyrik eben mehr an und mal weniger. ;D
Oft ist so ein Gedicht auch reine Seelenhygiene - ich schreib mir den Frust quasi von der Seele und fühl mich hinterher wieder gut.
Danke der sorglichen Nachfrage! :)
LG, eKy
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Lieber Erich,
manchmal möchte ich die Fäuste ballen, weil ein Lob zu schreiben unzulänglich erscheint.
Ich h a b doch schon alles gesagt!
Cyparis
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Ach, liebe Cypi, könntest du doch noch weiter schwelgen. Deine unverdient übersprudelnde Begeisterung für mein Schaffen fehlt mir - wie du als Mensch auch. In memoriam ...