die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: cyparis am Juni 13, 2014, 11:52:37

Titel: Fatum
Beitrag von: cyparis am Juni 13, 2014, 11:52:37


Nun bin ich alt.
Ein langes Leben hat als braver Pflug
mir meine Furchen schlecht und recht gezogen.

Da war Gewalt.
Da war das schwere Bündel, das ich trug.
Und doch: War mir das Schicksal nicht gewogen?

Ich war nicht tot.
Die Sichel holte sich ein andres Leben.
Ich durfte atmen, so als sei ich frei.

Mein Morgenrot!
Ich hab mich dankbar ihm darein gegeben.
Und jeden Tag sag ich beglückt: "Es sei!"


Titel: Re:Fatum
Beitrag von: Erich Kykal am Juni 13, 2014, 16:33:41
Hi, Cypi!

Sehr gut geschrieben! Bis auf eine einzige Stelle, da holpert es: S3Z3! Die sollte für den Takt auf jeden Fall unbetont beginnen!

Alternative: "Ich durfte atmen, so als sei ich frei."

Noch eins: Alle bis auf die 1. Str. haben 2-5-5 Heber in den Zeilen, nur die 1. hat 2-4-4. Absicht? Falls nicht:

Alternative:

"Nun bin ich alt.
Ein langes Leben hat als braver Pflug
mir meine Furchen schlecht und recht gezogen.
"

Zuletzt: Und jeden Tag sag ich beglückt: "Es sei!"     - Doppelpunkt nach "beglückt", groß beginnen, kein Punkt nach der direkten Rede.

Sehr gern gelesen!

LG, eKy
Titel: Re:Fatum
Beitrag von: cyparis am Juni 13, 2014, 17:25:36
Lieber Erich,


wieder einmal kann ich nur für Deinen scharfen Blickdankbar sein!
Ich setze sofort um.


Hitzematten, lieben Gruß
von
Cypi
Titel: Re:Fatum
Beitrag von: wolfmozart am Juni 14, 2014, 14:10:03
Gekonnt.

Tiefe Lebenserfahrung lyrisch schön aufbereitet.

LG wolfmozart
Titel: Re:Fatum
Beitrag von: cyparis am Juni 15, 2014, 10:14:59
Herzlichen Dank, lieber Wolfmozart,

Du treuer Freund!


Laß Dich grüßen
von
Cyparis