die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: Erich Kykal am Juli 19, 2014, 12:02:16

Titel: Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 19, 2014, 12:02:16
So seidenzart das Spiel des späten Lichtes
im dunklen Fell, das jegliche Bewegung
in Szene setzt mit seiner weichen Regung,
als löse die Bedeutung des Gewichtes

mit ihrem Gang sich in den Reflektionen
der Flanken auf und in der Schritte Gleiten,
wie im geschmeidig sachten Widerstreiten
bewölkter Schatten, die darinnen wohnen.

Wenn große grüne Augen unversehens
ein Ziel fixieren vor dem Sprung zur Beute,
wenn stille Kraft sich ballt zu einer Lanze,

verspüre ich ein Lächeln des Verstehens
für alles, was du bist, ob gestern, heute
und immer weiter fort in deinem Tanze.
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: cyparis am Juli 19, 2014, 18:38:06
Das ist viel zu schön, als daß ich es adäquat kommentieren könnte!



Cyparis
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: gummibaum am Juli 19, 2014, 19:44:25
Hallo Erich,

die gleitende Bewegung von Körper, Fell und Licht ist im Gleiten der Verse wunderschön nachgebildet. Mit Genuss gelesen.

LG gummibaum
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 19, 2014, 19:54:00
Hi, Cypi!

Applaus durch selbstverleugnende Unterlassung? Wirklich gut! ;) :D

Hi, Gum!

Danke für diesen Satz! Das Bild der schleichenden Katze stand mir beim Schreiben immer deutlich vor Augen, die Zeilen schmiegten sich dann sozusagen an dieses Bild.

S2 hab ich nochmals geringfügig überarbeitet.

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Schwager am Juli 26, 2014, 20:10:44
Sehr schön, da fiel mir sofort Rilkes Panther ein:

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 27, 2014, 00:43:27
Hi, Schwager!

Auch wenn ich mich nie mit diesem Genie vergleichen würde, so wird Rilke doch immer mein lyrisches Vorbild sein!

Danke für die Gnade, zumindest an ihn erinnern zu können. :)

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Jana am Juli 27, 2014, 15:22:37
Lieber eKy,

ein wunderschönes Gedicht. Mich beeindruckt vor allem deine Wortwahl.:)

Beeindruckt,
Jana
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 27, 2014, 15:35:36
Hi, Jana!

Die Wortwahl ist das wichtigste! Nicht alleine generierst du so den lyrischen Fluss, eine gleitende Sprachmelodie, du beeinflusst auch die Emotionen des Lesers. Denn Worte machen die Bilder im Kopf, und je nach Wortwahl kannst du diese Bilder in beliebiger Richtung emotional intensivieren.

Beim Sprachklang achte darauf, Konsonantenhäufungen zu meiden, auch schrille Vokale wie zuviele "i"s. Wenig Verschluss- und Zischlaute machen die Sprache weicher, runder, und "dunkle" Klänge (a,o,u) vermitteln Beruhigung, vor allem als lange Vokale. Vermeide Hebungsprall und Konsonantenprall zwischen Wörtern - der Fluss der Sprache soll möglichst obstruktionsfrei fließen.

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Juli 27, 2014, 18:00:07
Hi Erich,

geschmeidig wie die Katzen sind deine Verse. Ich sehe die eleganten, majestätischen Katzen des Franz Marc vor mir, deren wilde Schönheit mich fasziniert.

Sehr poetische Sprache, die der Schönheit der Katzen gerecht wird!

Ein paar Vorschläge noch:

So seidenweich das Spiel des späten Lichtes (Seidenzart ist eigentlich nicht gebräuchlich, vielleicht eine Wortschöpfung von dir? Ich würde lieber "seidenweich" nehmen, auch wenn es etwas abgegriffen wirken mag.)
im dunklen Fell, das jegliche Bewegung
in Szene setzt mit einer sanften Regung,
("Weich" steht in meinem Vorschlag nunmehr in der 1. Zeile.)
als löste die Bedeutung des Gewichtes

mit jedem Schritt sich auf in Reflektionen
der Flanken, in ihr anmutiges Gleiten
(Hier verwendest du in der 1. und in der 2. Zeile das Wort "Schritt". Evtl. ist diese Wiederholung ja von dir beabsichtigt. Wenn nicht, würde ich sie vermeiden.)
wie im berückend sachten Widerstreiten (Das Wort "hypnotisch" und den Bindestrich empfinde ich in diesem poetischen Gedicht als zu prosaisch.)
bewölkter Schatten, die darinnen wohnen. (Wo?)

Ein sehr schönes Gedicht, dass ich gern in den Kalender der Berliner Stadtkatzen aufnehmen würde.  :)

Lieben Gruß
Jenny
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 28, 2014, 12:46:16
Hi, Jen!

Natürlich kannst du es aufnehmen! Habe ich es nicht ebendazu in deinem Kalenderfaden überhaupt erst gedichtet?

"Seidenzart" ist ein mir durchaus geläufiger Begriff.

Das "auf" in S2 ist in Z2 besser aufgehoben, aber mit den "Schritten" hast du recht. Auch das "berückend" gefällt mir, aber "geschmeidig" gefällt mir noch besser - das wollte ich ohnehin noch unterbringen. Vielen Dank!

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Juli 28, 2014, 13:08:46
Hi Erich,

wie schön, dass unser Katzenkalender zu dichterischen Höhenflügen verleitet!

"Seidenzart" ist weder im Duden noch im Bertelsmann zu finden. Google kennt "Seidenzart" nur als Firmennamen. Möglich, dass dieses Wort in Österreich geläufig ist. Jedenfalls gefällt es dir und du hast es in deinen Wortschatz übernommen. Das ist schon in Ordnung.

"Geschmeidig" passt ausgezeichnet.

Lieben Gruß
Jenny
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: cyparis am Juli 28, 2014, 14:03:19
Aber, aber -

es gibt nicht nur seidenweich, es gibt auch seidenzart.
Ist sogar hier bei uns in der Provinz geläufig! :)
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Daisy am Juli 29, 2014, 14:30:02
Hallo Erich,

jeder einzelne Vers zeigt, dass dir Katzen und ihre Bewegungen sehr vertraut sind.

Wie schade, dass der alte Maxl nicht lesen kann! Er würde sich über eine so liebevolle Hommage sicher unbändig freuen.
Aber macht nix, freue ich mich einfach an seiner Stelle und sage danke für dieses schöne Gedicht!

Rein gefühlsmäßig wäre für mich "Reflexionen" die richtige Schreibweise gewesen, aber damit kann ich natürlich auch völlig falsch liegen.

Schönes Katzengedicht, gefällt mir!

LG Daisy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Seeräuber-Jenny am Juli 29, 2014, 14:59:28
Daisy hat natürlich recht: das Substantiv von "reflektieren" ist die "Reflexion".

Die Ableitung "Reflektion" ist nach den Rechtschreibregeln zwar falsch, wäre aber vom Sinngehalt her m.M.n. in Gedichten vertretbar.

Da der Fehler aber sehr häufig gemacht wird, muss man sich einmal genauer ansehen, warum das k in „Reflektion“ so verlockend ist. Viele vor allem technische Dinge leiten sich vom „reflektieren“ ab, wie beispielsweise der Reflektor am Fahrrad. Auch in geistigen, philosophischen Angelegenheiten wird einiges reflektiert. Dahingegen wird mit einem „Reflex“ eher eine unkontrolllierbare, physische Reaktion auf einen äußeren Reiz verbunden. Der Unterschied mag zum einen in der Wortähnlichkeit liegen, zum anderen aber auch in der Auffassung der Bereiche, in denen diese Wörter verwendet werden.

http://germanblogs.de/reflektion-oder-reflexion-ableitung-des-lateinischen-wortes/ (http://germanblogs.de/reflektion-oder-reflexion-ableitung-des-lateinischen-wortes/)

Anders hier, denn hier wird das Wort im ursprünglichen und nicht im übertragenen Sinn verwendet.

Liebe Grüße
Jenny
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 29, 2014, 21:38:35
Hi, Jen, Daisy!

Ich habe das Wort vor vielen Jahren schon einmal in einem Katzengedicht verwendet (Schwarzer Panther) und mich damals kundig gemacht. Ich fand heraus: Sowohl "Reflektion" als auch "Reflexion" sind gültig und richtig.
Damals habe ich mich für "Reflexion" entschieden, diesmal für das andere Wort, in beiden Fällen, weil die jeweilige Form ein wenig besser in die Sprachmelodie passte.

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Phoenix-GEZ-frei am August 03, 2014, 10:58:42
Hallo lieber Erich K.

Das trifft bei mir ins Seelengeschmeide.
Mir scheint als liebten wir des Panthers Gang.

Gut, das du bei „seidenzart“ geblieben bist. Das „zart“
entspricht der Katzenart mehr als das „weich“
nach den Seiden. So meinem empfinden.

Empathie zur Anspannung und Entspannung
dieser mythischen Wesen ist angezeigt.

Du zeigst als Dichter in deinen „Schleichende Katze“
Das Du Gleiches in dir trägst.

Es grüßt dich herzlich.
Der Phönix
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am August 03, 2014, 20:40:12
Hi, Phönix!

Manchmal frage ich mich: Ist es die Eile beim Tippen, oder beherrschen manche Dichter ihre Sprache tatsächlich nicht so recht? :-\

Hallo lieber Erich K.

Das trifft bei mir ins Seelengeschmeide.
Mir scheint, als liebten wir beide des Panthers Gang.

Gut, dass du bei „seidenzart“ geblieben bist. Das „zart“
entspricht der Katzenart mehr als das „weich“
nach den Seiden. So mein Empfinden.

Empathie zur Anspannung und Entspannung
dieser mythischen Wesen ist in diesem Text spürbar.

Du zeigst als Dichter mit deiner „Schleichenden Katze“,
dass du Gleiches in dir trägst.

Es grüßt dich herzlich:
Der Phönix

Nicht, dass ich dich ärgern oder provozieren wollte - mich verstimmen bloß diese vielen unnötigen Schlampereien in Rechtschreibung und Ausdruck. Hast du nicht wenigstens ein Rechtschreibprogramm für deine Gedichte?


So, das musste mal raus. Abgesehen von diesem Punkt (bin ich jetzt ein Arschloch?) bedanke ich mich aufrichtig für deine freundlichen Zeilen zu meinem Katzengedicht. :)

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Phoenix-GEZ-frei am August 03, 2014, 23:09:58


Lieber Erich,

es tut mir leid! Und tatsächlich benutze ich solche Unterstützungsprogramme.
Vermutlich habe ich es in diesem Falle nicht getan. Meine Nachlässigkeit. Die
Deinen feinen Augen und Ohren vermutlich beleidigen.

Wie könntest du ein A........ sein. Ein Mensch wie du,
der solche grandiose Gedichte schreibt.
Das wäre ein Widerspruch in sich selbst und mithin unmöglich.

Ich fange nochmals an.



Hallo lieber Erich K.

Das trifft bei mir ins Seelengeschmeide.
Mir scheint als liebten wir des Panthers Gang.

Gut, dass du bei „seidenzart“ geblieben bist. Das „zart“
entspricht der Katzenart mehr als das „weich“
nach den Seiden. So mein Empfinden.

Empathie zur Anspannung und Entspannung
dieser mythischen Wesen ist in deinem Text spürbar.

Du zeigst als Dichter mit deiner „Schleichenden Katze“,
dass du Gleiches in dir trägst.


Es grüßt dich herzlichst:
Der Phönix


Danke für dies tolle Gedicht.



Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Phoenix-GEZ-frei am August 05, 2014, 17:31:57
Hallo Erich,    _ _         HALLO     H a l l o    H  a  l l  o    H   a   l   l   o      H    a    l    l    o     H    a     l     l     o            a        l         l         o             a         l

Komisch, keiner Zuhause.

Ich bitte um: Verzeihung. So bin ich nun - einmal. ;D
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Erich Kykal am August 22, 2014, 20:21:48
Hi nochmal!

Hab nun ein ganzes Sonett draus gemacht!

Ich hoffe, die Terzette können halten, was die Quartette versprachen!

LG, eKy
Titel: Re:Schleichende Katze
Beitrag von: Phoenix-GEZ-frei am August 22, 2014, 20:44:49


Lieber Erich,

ich bin verliebt in dein,
"Schleichende Katze"
Gedicht!

Da ist so vieles von Dir
was mich berührt.

Es löst in mir aus. Ich will!

Das Beste für Dich!

Gruß vom Phönix --- Geprüft mit Duden Technologie ;D