die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: gummibaum am August 17, 2014, 14:00:24
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Die Dinge zeigten matten Glanz.
Das Licht enthüllte sie nicht ganz
und hielt sie so in sich gefangen
mit einem dürstenden Verlangen.
Sie welkten bald an stillem Leid,
nur halb zu sein in ihrer Zeit,
und in den unentdeckten Mühen
um Sein erstarb die Lust zu glühen.
Als sich die Helle plötzlich fand
da lag ihr Glanz auf lauter Tand,
der sich im halben Licht entfaltet
und Dinge ohne Wert gestaltet.
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Hi, Gum!
Recht kryptisch, das Gleichnis - Dinge, die zugleich beleuchtet werden wie auch glühen... ;D
Scherz beiseite: Dies erschließt sich mir als ein Blick auf die Welt und die Wahrnehmung derselben. Der traurige Mensch des Halblichts erkennt nie die Dinge in ihrer Ganzheit, in vollem Licht sozusagen, und wenn es geschehen mag, dass er die Schattenbrille endlich absetzt, mag es zu spät sein, und die Möglichkeiten, die Welt als Ganzes zu erleben, sind ihm längst entglitten.
Depression und Verbitterung sowie die Folgen hochlyrisch verschlüsselt - Chapeau!
Sehr gern gelesen!
LG, eKy
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Lieber Erich,
ich bin begeistert über deine Deutung.
LG gummibaum
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Lieber Gummibaum,
ich bin froh, daß ich Erichs Kommentar abgewartet hatte.
Habe ich doch ganz anders gedeutet.
In S1V2 hätte ich das "entpuppen" gegen "enthüllen" ausgetauscht.
Ich finde mich trotz meiner anderen Interpretation in dem Gedicht wieder.
Lieben Abendgruß
von
Cyparis
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Hallo Cyparis,
es geht darum, dass der Geist das Wesentliche und Gute zu seiner Zeit ins Leben rufen muss und dass sich andernfalls wertloser Misswuchs ausbreitet. Die Aufklärung hat das Licht zu ihrem Symbol gewählt. Ich kam darauf, weil die Sonne gestern nur halb schien und sich in mir das Gefühl, ich müsse den Schleier zerreißen, immer mehr aufschaukelte.
"enthüllen" ist gut. Schönen Tag!
LG gummibaum