die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Koollook am August 20, 2014, 23:33:28
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Der Himmel ist am schönsten
ohne Fussabdrücke.
Das Meer ist am schönsten
ohne Grenzen.
Das Wort ist am schönsten
ungesagt.
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Hi, Kool!
Alle drei Kommata nach den "schönsten" sind falsch. Einfach weglassen, die so wichtige Pause im Sprachfluss entsteht schon allein durch das Abteilen.
Reimloses ist nicht mein Ding, aber das hier hast du sprachlich wie inhaltlich gut verdichtet. Vor allem die Zeile von einem Himmel ohne Fußabdrücke ist ein interessantes Bild - das kitzelt die Ganglien! ;D
Mit dem Titel komme ich weniger klar, da ist mir nicht so recht klar, was genau du damit andeuten willst. Vielleicht ist das Wortspiel auch nicht so gut...
Gern gelesen!
LG, eKy
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Hallo Erich,
danke für deinen Kommentar.
Die Kommas hab ich zwar bewusst gesetzt, damit eine Pause entsteht. Aber wenn ich deine Anmerkung lese, muss ich dir recht geben.
Danke.
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Wenn du die Pause noch zusätzlich bekräftigen willst, wären Bindestriche das Mittel der Wahl. Hier erscheint mir das aber überflüssig.
Über den Titel weiß ich leider immer noch nicht mehr... :(
LG, eKy
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Vielleicht soll der Titel andeuten,
daß der Geschmack wie ein Schicksal/Los bestimmt (beschieden) ist?
Ansonsten schließe ich mich gerne Erich an, lieber Koollook.
Freundlichen Gruß
von
Cyparis
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Guten Tag allerseits,
ja, der Titel ist eine harte Nuss. Selbst für mich.^^ Die Idee dahinter war, den Inhalt möglichst kreativ zu reflektieren oder zu kommentieren. Für mich hat er etwas Schicksalhaftes, d.h., dass der Geschmack etwas ist, wofür man selbst nicht kann. Durch die gesellschaftlichen Umstände werden wir so manipuliert, oder milder ausgedrückt, beeinflusst, dass man gar nicht mehr weiß, was dem eigenen Denken, Fühlen ensprungen ist und was nur eine Reaktion auf gezielte Manipulation ist. Das ist die Frage nach dem freien Willen -- gibt es ihn? Ein strittiges Thema. Aber zurück zum Titel. Die drei Attribute, die dem Himmel, dem Meer und dem Wort nachgestellt sind, negieren typisch menschliche, massengesellschaftliche Ausartungsmerkmale. Überall sind unsere Fussabdrücke, überall ziehen wir grenzen und reden ohne Punkt und Komma. Aber die Frage ist, ob wir etwas dafür können. Können wir es besser, wenn wir uns anstrengen? Das Lyrische-Ich zieht eine Welt ohne all dieses Menschliches, Allzumenschliches vor, bewusst. Darum ist ihm sein Geschmack beschieden, auf der einen Seite durch die Umstände des gesellschaftlichen Lebens (also auferzwungen), auf der anderen Seite bewusst, weil er sich davon distanziert und sich in Bereiche flüchtet, die noch "schön" sind: der Himmel ohne Fussabdrücke, das Meer ohne Grenzen und das Wort -- ungesagt.
Soweit meine Gedanken hinter dem Titel.