die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: horstgrosse2 am September 04, 2014, 09:08:49

Titel: Mein Kind
Beitrag von: horstgrosse2 am September 04, 2014, 09:08:49
Klappe die Zweite:




 
Mein Kind



 Mein Kind, du suchst verstört den Heiland hier,
die Liebe unter Sternen und Girlanden,
wo alle Liebenden sich erstmals fanden.
Die heißen Küsse zählten, bis zur Gier.


 He blasser Engel, du bist liebeskrank.
Gefärbt, die Federn rot, doch schemenhaft
die Liebe. Dir fehlt Sonne, fehlt die Kraft,
Verlangen nur aus wilden Träumen rank.


 Doch hoffe ich, dein Morgen wird erscheinen.
 Er bringt dir alles, was die Sehnsucht kennt,
 das Lieben sanft, und was man noch so nennt.



 Sentimentales Abendrot beweinen.
 Die Hände heiß, und schwüle Fetzenkluft
 Die wilde Gier, und schreiend laut die Luft.
...
..
.
[/color]
Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: cyparis am September 04, 2014, 11:10:56
Hallo, horstgrosse2 -

da gehts aber deftig zu, sehr viel glühende Röte, viel Hitziges.
Gar nicht so fromm. Aber das muß auch nicht sein.

Jedoch in einem Klanggedicht "bumsen" zu lesen - das hat mich unangenehm berührt.
Kannst Du das nicht ersetzen?
Und ist nun das Abendrot sentimental oder der Beweinende?
Kommt unklar rüber.


Herzlichen Gruß
von
Cyparis
Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: horstgrosse2 am September 09, 2014, 11:24:30
@Cyparis


Grüße.

Wie du erkennen kannst, ist das schräge Wort entfernt wurden.

Zitat:“ Sentimentales Abendrot beweinen“

Das Abendrot, was Erinnerungen wecken sollte.
So die Richtung.

Danke und tschüss.

Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: Curd Belesos am September 13, 2014, 16:52:08


Sentimentales Abendrot beweinen.
[/color]

moin moin horst grosse2,

ich würde:

sentimental das Abendrot beweinen.

LG
CB
Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: horstgrosse2 am Oktober 31, 2014, 13:12:20
@Curd


Grüße uns sorry. Ich schaffe es nicht, in diesem Forum, meine eingestellten Texte auf Anhieb zu finden. Habe erst jetzt eben dein Re. Bemerkt.
Zur Antwort:

Dein Vorschlag funktioniert nicht. 

Zitat.


 Sentimentales Abendrot beweinen.“

Hat hier eine zynische, ironische Funktion.

Danke dir  für das Re.
Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: Erich Kykal am Oktober 31, 2014, 16:35:34
Hi, HG2!

Ein interessantes Sonett - derlei kenne ich noch gar nicht aus deiner Feder, will mir scheinen!

Ein paar Tipps:


Mein Kind, du suchst verkrampft den Heiland hier.
Die Liebe unter Sternen und Girlanden.
Wo alle Liebenden sich erstmals fanden.
Die heißen Küsse zählten, bis zur Gier.

Warum muss hier am Ende jeder Zeile ein Punkt sein? Das "verkrampft" wirkt recht unlyrisch. Vorschlag:

Mein Kind, du suchst verstört den Heiland hier,
die Liebe unter Sternen und Girlanden,
wo alle Liebenden sich erstmals fanden.
Die heißen Küsse zählten, bis zur Gier.
...

He blasser Engel, du bist liebeskrank.
Gefärbt, die Federn rot, doch schemenhaft
die Liebe. Dir fehlt Sonne fehlt die Kraft,
Verlangen nur aus wilden Träumen rank.

Die Zeichensetzung in dieser Str. kann optimiert werden. Z2 vereinfacht. In Z1 und Z3 fehlen Kommata. Das Wort "rank" ist ein Eigenschaftswort. Als Form von "ranken" hier falsch verwendet:

He, blasser Engel, du bist liebeskrank.
Die Federn rot gefärbt, doch schemenhaft
die Liebe. Dir fehlt Sonne, fehlt die Kraft,
Verlangen wilder Träume, groß und rank.
...

Doch hoffe ich, dein Morgen wird erscheinen.
Er bringt dir alles, was die Sehnsucht kennt. Komma hier statt Punkt.
Das Lieben sanft, und was man noch so nennt. "die Liebe, oder was man sonst so nennt."

Sentimentales Abendrot beweinen. "Sentimental" wird natürlich auf der ersten Silbe betont - hier brauchen wir einen unbetonten Auftakt. Der Satz ist aber ohnehin so falsch, bzw. unvollständig. WER oder WAS beweint das sentimentale Abendrot? In welchem Zusammenhang? Der Satz hängt völlig sinnfrei herum, der Leser findet keinen Bezug zum Rest des Gedichtes.
Die Hände heiß, und schwüle Fetzenkluft Was soll "schwüle Fetzenkluft" bedeuten??? Keinerlei Sinnzusammenhang mit dem beschworenen Bild. Kleidung KANN nicht "schwül" sein!
Die wilde Gier, und schreiend laut die Luft.


Dein Sonett hat sprachliches und emotionales Potential, aber einige Stellen solltest du ernstlich nochmal überarbeiten.

Insgesamt gern gelesen! :)

LG, eKy
Titel: Re:Mein Kind
Beitrag von: horstgrosse2 am November 02, 2014, 11:31:53
@Erich

Grüße und danke für das kommentieren.


Also, alle aufgenommenen Punkte:


„Mein Kind, du suchst verkrampft den Heiland hier.“

„Verstört“ oder „verkrampft“.

„Verstört“ leitet mich Richtung „gestört“. Ist nicht empfehlenswert.

„verkrampft“ leitet mich Richtung mit Gewalt, aber eben unrichtige, sporadische „Arbeitsweise“

Ich lasse es.
 Die Satzstellung übernehme ich gerne.

Dein Zitat:“ Verlangen wilder Träume, groß und rank.“

Ist vom Sinne her nicht richtig. Ich muss mir die Stelle nochmals anschauen.



Zitat:“ Sentimental"


Metrisch:  xxxX  3mal unbetont, hinten betont. Natürlich, kein lyrisches Wort. Ich denke hier muss ich reparieren.

Zitat: Sentimentales Abendrot beweinen.“


Diese Aussage ist auf dem ersten Blick unlogisch.  Auf den Zweiten nicht.
Aussage entschleiert: Einen zum Träumen anregenden Sonnenuntergang, beweinen.
 Also:“ Wie schön könnte es jetzt zu zweit sein“= sentimentales Abendrot.


 Zitat: „Die Hände heiß, und schwüle Fetzenkluft“



A: Nicht anderes als: innerlich aufgeregt, starkes Verlangen, beim Anblick deiner Verlockung, garniert mit der übersinnlichen Bekleidung.

Nur eben hier, „trockener“, anders ausgedrückt.

Ok, Erich. Ich danke dir für das beschnarchen. Danach schaue ich mal, was weg muss. Schönes WE.