die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: Erich Kykal am November 03, 2014, 19:22:13

Titel: Meine Sonne
Beitrag von: Erich Kykal am November 03, 2014, 19:22:13
Dein Bildnis schickt mein Leben auf die Reise
nach jener Mitte, die ich so erstrebe,
dafür ich atme und wofür ich lebe:
Mein Stern bist du, um den ich ewig kreise.
Ich folge diesem Bildnis, meiner Sonne,
erreiche ich auch niemals deine Nähe -
denn wer dich einmal nur von Nahem sähe,
verglühte im Begreifen seiner Wonne!
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Letreo71 am November 03, 2014, 22:19:42
Hallo Ehrich,

"Meine Sonne" strahlt mich förmlich an
und zieht mich fast magisch in den Bann. :)

Die letzten beiden Zeilen verstehe ich nicht so ganz, da sie meiner Meinung nach aus einer anderen Perspektive,
wie die ersten sechs Zeilen geschrieben sind. Vielleicht sehe ich das auch falsch. Könntest Du mich bitte aufklären?

Freundliche Grüße,
Letreo
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Curd Belesos am November 04, 2014, 00:59:19
moin moin Erich,

dafür ich atme und wofür ich lebe:

wirklich "dafür"  ???

FG
CB
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Erich Kykal am November 04, 2014, 11:37:21
Hi, letreo!

Ich genieße als Sonnenanbeter sozusagen die Fernwärme...

Das Gedicht beschreibt eine Art Minneverehrung, ein Anbeten aus der Distanz. Das LyrIch kreist um dieses (Ideal)bildnis wie ein Planet um seine Sonne, ohne sich je zu nähern, denn er weiß: Seine Gefühle sind so stark, in allzu großer Nähe zum Objekt seiner Verehrung würde er quasi - emotional - verglühen!


Hi, Curd!

Ja, das kann man so sagen. Es ist eine schlichte Inversion. Es ist eine - wie so vieles heutzutage! :( - nicht mehr gebräuchliche Ausdrucksweise, aber ich wollte das "wofür" nicht wiederholen.


LG, ihr beiden!

eKy
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Letreo71 am November 04, 2014, 20:10:39
Hallo eKy,

vielen Dank für die Aufklärung, ja so versteh ich`s.
Gefällt mir!

LG Letreo
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Thomas am November 05, 2014, 12:59:05
Lieber Erich,

ein sehr schönes Bild, welches mir seltsamerweise kürzlich im Zusammenhang mit einem anderen Gedicht auch in ähnlicher Form erschien, ich aber fallen ließ, weilich ich mal wieder alle Ideen umgekrempelt habe. Um so schöner, dass du es so hervorragend ausgearbeitet hast. Das gefällt mir sehr gut. Chapeau.

Liebe Grüße
Thomas
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Erich Kykal am November 05, 2014, 16:06:27
Hi, letreo!

Freut mich, dass ich helfen konnte! :)


Hi, Thomas!

Danke für die Hutlüftung und das Lob! :D

LG, eKy
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: cyparis am November 05, 2014, 22:15:32
Lieber Erich.

ich hab ein wenig rumgefummelt.
V7 und V8 finde ich verunglückt, weil die Ich-Ebene verlassen wird.
Und wirklich: Bildnis? Es klingt so biblisch, auch wenn Mozart es vertont hat.
Hmm - muß noch mal überlegen und lesen.



Dein Bildnis schickt mein Leben auf die Reise
nach jener Mitte, die ich so erstrebe,
für die ich atme und für die ich lebe:
Du bist mein Stern, um den ich ewig kreise.
Ich folge diesem Bildnis, meiner Sonne,
erreiche ich auch niemals deine Nähe -
denn wer dich einmal nur von Nahem sähe,
verglühte im Begreifen seiner Wonne!


Der Konjunktiv ist delikat, aber irgendwie bin ich irritiert.


Lahmen Gruß
von
Cyparis
Titel: Re:Meine Sonne
Beitrag von: Erich Kykal am November 05, 2014, 22:40:53
Hi, Cypi!

Danke für deine Ideen!

die Phrasenwiederholung in Z3 wollte ich ja grade vermeiden, und die inversive Stellung in Z4 ist einer flüssigeren Sprachmelodie geschuldet. Darüber werde ich aber noch nachdenken.

LG, eKy