die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: Erich Kykal am November 05, 2014, 09:12:52
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Was treibt den Tag voran nach kalten Nächten,
die ohne Träume sind und heiße Tränen?
Die Stunden, die wir überwunden wähnen,
bedrückten uns, wenn wir sie weiterdächten.
Was darf ein Leben ohne Fühl und Fehlen
denn noch bedeuten als ein leeres Zimmer,
in dessen Ecken bloß ein letzter Schimmer
Berührtes klebt, von dem wir uns erzählen?
Denn sind wir nicht zuallererst am Leben,
wenn uns das Herz zerrissen wird vor Sehnen,
Momente sich zu Ewigkeiten dehnen,
da sie sich uns und ganz einander geben?
Wir wachsen und wir schwinden an Gefühlen,
doch ohne ihre Fülle sind wir nichts,
das ein Erwärmen trägt und angesichts
der Kälte nicht verzweifelt am Erkühlen.
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moin moin Erich,
dieses Gedicht wird von mir nicht nur in Verbindung mit einer verflossenen Liebe gesehen,
Was darf ein Leben ohne Fühl und Fehlen
denn noch bedeuten als ein leeres Zimmer,
in dessen Ecken bloß ein letzter Schimmer
Berührtes klebt, von dem wir uns erzählen?
wirklich klebt ?? nicht eventuell "schwebt" ??
S1+2 beschreiben für mich sehr deprimierende Gedanken.
S3 klingt in mir fast wie die letzten Worte eines Gefährdeten.
Jedoch:
".....das ein Erwärmen trägt und angesichts
der Kälte nicht verzweifelt am Erkühlen."
...liegt darin auch Hoffnung, oder das akzeptieren des Schicksals.
Auf mich hat dein Gedicht eine sehr depressive Wirkung. Ich hatte im letzten Jahr eine Phase, in der ich mir mit Todes-Gedichtes meine Angst nach dem Infarkt vom Herzen schrieb.
Die Stunden, die wir überwunden wähnen,
bedrückten uns, wenn wir sie weiterdächten.
Ja, es waren Gedanken und Gefühle, wie du sie hier beschreibst. ich habe über den Tod geschrieben, da ich meine Gefühle dazu nicht in Worte fassen konnte.
Ich bewundere diese Beschreibung, die dir Gänshaut bringend gelungen ist.
LG
CB
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Hi, Curd!
Dieses Gedicht war eigentlich gar nicht so negativ gemeint, wie du es augenscheinlich interpretiert hast! Es sollte ein Aufruf dazu sein, Gefühle zuzulassen, anstatt sie zu unterdrücken und auszuklammern.
Vielleicht schaust du ein andermal noch einmal drüber, wenn du anderer Grundstimmung bist. Von verflossener Liebe und Tod ist da nix - zumindest von meiner Seite! :-\
Dennoch Dank für diese mir neue Perspektive.
LG, eKy
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Lieber Erich -
ich muß einmal mehr an Goethe erinnern:
"Und wo der Mensch in seiner Qual verstummt, gab mir ein Gott, zu sagen, was ich leide".
Aus welcher Quelle dieses Leid stammt - das ist nicht vorgegeben.
Die "heißen Tränen" haben mich an ein anderes Künstlerschicksal erinnert, das dem des LI nicht sehr leicht, dennoch Assoziationen weckt.
Einfach wundervoll!
Dem Sprachkünstler einen Diener
von
Cyparis
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Hi, Cypi!
Vielen Dank für deine Gedanken!
Es bedeutet mir hier mehr als sonst, denn ich persönlich halte dieses Gedicht - zur Abwechslung mal ganz unbescheiden! ;) - für mein gelungenstes der letzten Zeit.
LG, eKy
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Hallo Erich,
eine Lanze gebrochen für die Gefühle. Rationale Gemüter werden es vielleicht nicht nachvollziehen können, aber mir entspricht es ganz und gar.
Mit Freude gelesen
LG gummibaum
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Hi, Gum!
Ich BIN ein rationales Gemüt - aber das eine schließt das andere ja nicht aus, oder? - Zumindest nicht komplett! Das hat nicht mal Mr. Spock geschafft! ;D
Danke für deine(n) Gedanken! :)
LG, eKy