die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: Koollook am November 22, 2014, 19:55:47
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Einsamkeitsbefreit
Wer bist du mir? Ein Unbekannter.
Wer bin ich dir? Dein bester Freund.
Wir kennen uns nebeneinander,
wie unser Leben nun mal läuft.
Was sagst du mir? Dein ganzes Leben.
Was sag ich dir? Hallo, wie geht’s?
Wir tauschen Worte miteinander,
die du in meine Arme legst.
Was gibst du mir? Deine Geschichte.
Was geb ich dir? Ein wenig Zeit.
Wir sind so fern nah bei einander,
verwand und einsamkeitsbefreit.
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Lieber Koollook,
das Gedicht ist zutiefst verstörend und deprimierend (für mich).
Auf der einen Seite ein Geben, auf der andren lediglich ein Nehmen?
Wo kann die Befreiung von der Einsamkeit sein?
Oder habe ich hier eine zwischenmenschliche Beziehung total fehlinterpretiert?
Herzlichen Gruß
von
Cyparis
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Lieber Koollook,
ich empfinde das als ein von der Form her sehr gelungenes Gedicht. Zum Inhalt dieser monologische Dialog sehr passend! Ich denke, du sprichst da etwas Wichtiges und Aktuelles an, nämlich eine Art "einsamkeitsbefreiter" Fern-Nah-Beziehung, welche durch den Wandel der Kommunikation(-smittel) auch noch befördert wird. Man hat viele Freunde, aber selten einen Partner, denn das setzt die Bereitschaft zu Veränderung durch den anderen voraus, also eine Nah-Nah-Beziehung. Gut, dass du nicht wertest und den Leser nachdenklich stimmst. Ich glaube, dein Gedicht wird seine Wirkung tun.
Liebe Grüße
Thomas