die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: gummibaum am Januar 05, 2015, 09:32:52
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Ein stilles Haus, noch ganz im Schatten
der Winterfrühe, doch es tränkt
schon zartes Rot die fernen Watten,
das hinter kahlen Ästen hängt.
Die Straße brach, noch unbefahren,
in Gärten rostet die Natur,
doch über ihnen, hoch, im Klaren
da kreidet eine lichte Spur.
Man sieht, wohin der Wandel deutet,
wenn man es auch noch nicht verspürt.
Ein unhörbares Glöckchen läutet,
das aus dem Reich der Schatten führt.
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Schön, dein feines Gespür für die Natur.
..und die Vögel singen auch schon wieder :)
Lieben Gruß
charis
besonders schön:
da kreidet eine lichte Spur
sehr flüchtig :)
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Danke, charis. Aha, sie singen... das freut mich. Mein Fenster geht über das Dorf auf den Himmel hinaus. Es wird nie langweilig.
LG gummibaum
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moin moin gummibaum,
sehr schön beschrieben, dieses Ahnen, das erst zu einem Spüren wird, wenn die Natur die Glöckchen zum Aufbruch ruft.
wenn man es auch noch nicht verspürt.
Sehr gerne gelesen, da es ein ganz feines Klingen erzeugt.
LG
CB
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Danke, lieber Curd. Dass sich Vers 1/4 auf Rot und nicht auf Watten bezieht, wird vielleicht nicht gleich klar.
LG gummibaum
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Schöner Bick; schöne Aussicht, lieber gummibaum!
Habs gern gelesen
und grüße
in die neuen Tage:
Cyparis
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Hallo cyparis,
ein lieber Gruß mit Dank zurück.
LG gummibaum
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Hi, Gum!
ein sehr schönes, hochlyrisches Gedicht! Gefällt mir sehr, bloß an 2 Punkten musste ich innehalten:
S1Z4 - Da fand ich den Bezug von "das" nicht sofort, weil in Z3 das zarte Rot nicht zuletzt steht.
S2Z4 - Der Begriff "kreidet" ist ungewöhnlich - so kenne ich ihn nicht. Mit Kreide malen, ja - jemandem etwas ankreiden, ja ... aber dass eine Spur "kreiden" kann, erscheint mir höchst seltsam. Was soll das heißen? Dass die Spur sich selbst zog? Dass sie wie mit Kreide gemalt aussieht?
Man sagt: Ich schreibe mit Kreide an die Tafel - und nicht: Ich kreide an die Tafel. Das erscheint mir falsch verwendet - ich würde den Begriff ersetzen.
Zudem erscheint mir alles, wofür Kreide steht: Mineral, Erde, bröckelig, trocken,... wenig geeignet, um eine Spur im Himmel zu versinnbildlichen. Da will der Kopf nicht so recht mit.
Sehr gern gelesen! :) Vor allem die letzte Strophe ist erste Sahne!
LG, eKy
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Hallo gummibaum,
schön und stimmungsvoll, ein feines Naturschauspiel ganz nach meinem Geschmack. Du hast wunderbar "gemalt"!
Mir gefällt der Vers - da kreidet eine lichte Spur - sehr gut, denn ich bin immer dafür auch ungewöhnliche Wege zu gehen und mit Worten kreativ zu sein.
Sehr gern gelesen!
LG Daisy