die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am Januar 15, 2015, 00:04:24
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So klein der Geist, so groß der Zorn,
und schon spielt die Musik von vorn
das Lied von tausend Jahren.
Auf blonde Lügen, Angst und Hass
war leider immer schon Verlass,
wie dümmlich sie auch waren.
Ob Großstadt oder letztes Dorf,
in allen Ecken klebt der Schorf
von nie verheilten Wunden.
In aller Stille schwären sie,
und wenn sie platzen, nähren sie
die Wut aus tausend Munden.
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Hi Erich,
resignative Zeilen, die eine traurige Realität beschreiben.
"Wehret den Anfängen" - zu spät! Zumal die Wunden ja nie verheilt waren, die sie sich selbst zugefügt haben.
Woher kommt dieser Hass? Was macht sie so zornig? Ist es wirklich nur Dummheit, die sie ihre Schlächter selber wählen lässt?
Fragen über Fragen.
Wenn diesen Leuten wirklich am christlich-jüdischen Abendland gelegen wäre, fänden zumindest sie auf ihre Fragen eine einfache Antwort: "Liebet einander, wie ich euch geliebt habe."
Gruß
Jenny
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Hi, Jenny!
Es ist nun mal so: Wunden haben wir alle, die uns das Leben schlug, selbst verschuldet oder nicht, aber manche brauchen eben leider immer Sündenböcke, weil sie entweder nicht den Mut oder nicht den Verstand haben, sich den wahren Gründen für ihre Ängste zu stellen. Lieber pauschalisieren, verallgemeinern und bequemen Lügen nachlaufen! Mir war Pegida vom ersten Moment an unsympathisch, obwohl ich mir ganz zu Anfang nicht erklären konnte, warum. Später erkannte ich es und schrieb ein Gedicht darüber, das anderswo dezent Wellen schlug - mehr als ich gedacht hätte. Offenbar stehen sogar viele Autoren in den Lyrikforen der Bewegung zumindest zwiespältig gegenüber. Was sagt uns das über die "gesamtdeutsche Befindlichkeit"?
LG, eKy
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Hi Erich,
habe mein Dresden-Gedicht ebenfalls anderswo veröffentlicht, und die Antwort, die ich erhielt, lässt vermuten, dass der Kritiker zumindest Verständnis für Pegida aufbringt. Auch musste ich auf Facebook ein paar Freundschaften aufkündigen. Bereits vor dem Anschlag auf die Redakteure von Charlie Hebdo hatte laut Umfragen gut die Hälfte der Deutschen Angst, dass wir vom Islam überrollt werden. Leuten wie Thilo Sarrazin haben wir es zu verdanken, dass die "Wutbürger", angeführt von der braunen Brut, ihren rassistischen Ressentiments wieder lautstark Ausdruck verleihen. Und nicht nur in Deutschland ist es so. Es könnte einem gruseln! Nachdem mich gestern nacht Albträume quälten, habe ich heute lieber kein Auge zugetan.
Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny
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Die Sammelbecken sind weit geöffnet!
Erich, Lieber,
Dein Gedicht ist nur eine Facette von vielen.
Aber eine überaus "glänzende".
Es braucht Zeit, um das nun so sichtbare Konglomerat auszudröseln.
Aus den Sammelbecken wird eine neue Brut rekrutiert.
Leider ist das Thema so komplex, daß ich eine Stunde (mindestens) nötig hätte, um es zumindest anzureißen.
Aber ich find es sehr gut, daß Ihr Stichwortgeber seid.
Liebe Jenny -
Sarrazin traf auf offene Ohren und Augen.
DAS ist das Schlimme daran.
Ohne Brennmaterial kann kein Feuer entfacht werden.
Sein Feuer fand reichlich Nahrung.
Besorgte Grüße
von
Cyparis
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moin moin Erich,
du hast einen weit gespannten Bogen, doch sehe ich die Angst in Dresden anders:
Abgeschirmt. Angst vor der Welt war jahrzehntelang das Los derer, die nicht lernen durften
und konnten. Toleranz ist vielen ein Fremdwort.
Sie sind ein Dorn in unserm Fleisch gewesen,
schon in der DDR schrie man hinaus,
ob nun die Russen oder Vietnamesen
uns waren alle Fremden je ein Graus.
Angst, geschürt von braun gefärbten Dumpfbacken.
Ich hasse dieses Spiel mit Menschen, das durch Religionsverfechter und Politiker seit tausenden von Jahren betrieben wird.
Curd