die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: cyparis am M?RZ 01, 2015, 19:56:23
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Mir ging ein gutes Stück an Lebenslust verloren.
Ich hab die liebe Stimme noch im Ohr.
Der helle Wein ist jetzt vergoren.
Das elend nackte Ende lugt hervor.
Ein Glück, daß wahre Freunde um mich sind.
Bei ihnen darf ich trauern. Weinen.
Da bin ich noch willkommnes Greisenkind.
Auch wenn heut keine Himmel scheinen.
Grau bleibt grau. Und Leer bleibt leer.
Stumm bleibt für immer dieser Mund.
Vorbei das fröhlichlasterhafte Scherzen.
Was solls - mir stößt ein Dorn in meine Wunden.
Mir fehlen dunkelglasgefüllte Stunden.
Ohne Scherz- wie soll die Nacht noch munden?
01. März 2015
für Volker
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(nicht von mir) überarbeitete Fassung:
Mir ging ein Stück an Lebenslust verloren.
Ich hab die liebe Stimme noch im Ohr.
Der helle Wein, er ist mir jetzt vergoren.
Das elend nackte Ende lugt hervor.
Ein Glück, daß wahre Freunde um mich sind.
Bei ihnen darf ich trauern und auch weinen.
Da bin ich noch willkommnes Greisenkind,
Auch wenn mir heute keine Himmel scheinen.
Das Grau bleibt grau, so ungetilgt die Leere,
Und stumm bleibt nun für immer dieser Mund.
Vorbei das fröhlich lasterhafte Scherzen.
Was soll's - mir stößt ein Dorn in meine Wunden.
Mir fehlen dunkelglasgefüllte Stunden.
Ganz ohne Scherz - wie soll die Nacht noch munden?
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Liebe Cyparis,
Ein sehr schönes Gedicht für einen Freund, der dir wohl viel bedeutet hat.
Mein tiefes Mitgefühl!
Lieben Gruß
charis
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Liebe Cyparis,
der lebenslustige Volker hat eine große Lücke hinterlassen. Sein "fröhlichlasterhaftes Scherzen" ist nie mehr zu vernehmen. Kein Wunder, dass dir nun alles grau erscheint. Doch trotz der tiefen Trauer: Kopf hoch! Dann kannst du vielleicht sehen, wie er dir zublinzelt. Und du wirst sehen: Wenn du dich später an seine Scherze erinnerst, wird die Nacht auch wieder munden.
Ein Gedicht in schönen Bildern.
Doch sind die "dunkelglasgefüllten Stunden" nicht die dunklen Stunden des Todes, und die gemeinsam verbrachten Stunden waren hell und fröhlich?
Lieben Gruß
Seeräuber-Jenny
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Hi, Cypi!
Ein würdiges Gedicht zu Ehren eines gegangenen Freundes!
Ein paar kleine Vorschläge zur Abrundung (Unbetonte Auftakte, 5-hebige Zeilen):
Mir ging ein Stück an Lebenslust verloren.
Ich hab die liebe Stimme noch im Ohr.
Der helle Wein, er ist mir jetzt vergoren.
Das elend nackte Ende lugt hervor.
Ein Glück, daß wahre Freunde um mich sind.
Bei ihnen darf ich trauern und auch weinen.
Da bin ich noch willkommnes Greisenkind,
Auch wenn mir heute keine Himmel scheinen.
Das Grau bleibt grau, so ungetilgt die Leere,
Und stumm bleibt nun für immer dieser Mund.
Vorbei das fröhlich lasterhafte Scherzen.
Was soll's - mir stößt ein Dorn in meine Wunden.
Mir fehlen dunkelglasgefüllte Stunden.
Ganz ohne Scherz - wie soll die Nacht noch munden?
Eine Frage am Rande: Was ist mit "dunkelglasgefüllt" gemeint???
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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Liebe charis,
hab Dank für die einfühlsamen Worte!
Liebe Jenny -
nichts wird, wie es früher war.
Mir werden seine Scherze, seine Bonmots, seine Ad-hoc-Kurzgedichte, seine Schlagfertigkeit sehr, sehr fehlen.
Gerade jetzt, wo er wieder telefonieren konnte: Vorbei.
Eine schreckliche Lücke.
Dunkelglasgefüllt:
während der vielen nächtlichen Telefonplaudereien trank ich meinen Roten aus einem roten Glas, er sein Whisky-Cola aus einem schwarzgefärbten.
Lieber Erich,
hab Dank für die Überarbeitung!
Ich hab sie unter die Erstfassung gestellt.
Das "dunkelglasgefüllt" steht in der Antwort an Jenny.
Euch ganz liebe Grüße
vom
trübsinnigen Cyparis