die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Meishere am M?RZ 13, 2015, 19:51:51
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Wir stehn am Rande einer Lichtung,
einer Lichtung tief im Wald,
es ist uns offen jede Richtung,
jede Richtung ist doch kalt.
So seh ich schwarze alte Bäume,
auf den Zweigen ruht kein Licht,
sie zeigen uns den Pfad der Träume,
Wunsch, der stirbt, erfüllt sich nicht.
Und dort im Nebel hör ich's klingen,
lockend, wie der Jungfrau Lied,
doch schlagen dort auch schwarze Schwingen,
Trauer, die im Nebel flieht.
Wir stehn am Rande dieser Lichtung,
in unsren Augen steht der Stolz,
es stand uns offen jede Richtung,
doch treten wir ins Unterholz.
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Lieber Meishere,
das ist in jedem Sinn ein phantastisches Gedicht, es hat etwas Magisches.
Sieht man es als Metapher - sehr gelungen! Deutliche, fast furchterregende Bilder und dennoch irgendwie wegweisen. Feine Sprache hast Du, das muß ich sagen.
Ich weiß nicht, ob meine Anregung metrisch paßt.
Lieben Gruß
von
Cyparis
Wir stehn am Rande einer Lichtung,
einer Lichtung tief im Wald,
es ist uns offen jede Richtung,
jede Richtung ist doch kalt.// doch ist jede Richtung kalt.
So seh ich schwarze alte Bäume,
auf den Zweigen ruht kein Licht,
sie zeigen uns den Pfad der Träume,
Wunsch, der stirbt, erfüllt sich nicht.
Und dort im Nebel hör ich's klingen,
lockend, wie der Jungfrau Lied,
doch schlagen dort auch schwarze Schwingen,
Trauer, die im Nebel flieht.
Wir stehn am Rande dieser Lichtung,
in unsren Augen steht der Stolz,
es stand uns offen jede Richtung,
doch treten wir ins Unterholz.
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Ich danke dir, Cypi :)
Die Anregung passt metrisch tatsächlich, aber zu einen ist es mein Bauchgefühl das das "doch" an dieser Stelle haben möchte und zum andren ist es eine bewusste Anapher zum nächsten Vers :)
Danke auch für das Loben meiner Sprache. Ich glaube, das wird mir tatsächlich selten gesagt, du schmeichelst mir ;)
LG,
Meishere