die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: Curd Belesos am April 10, 2015, 23:42:30

Titel: Der Wollust Glut
Beitrag von: Curd Belesos am April 10, 2015, 23:42:30
Hell glänzt der See im Silbermondenschein,
so wie die Liebenden es gerne haben;
und wenn der Sehnsucht Lieder leise klagen,
sind sie entrückt und nimmermehr allein.

Hoch geht’s hinaus, berauscht im Liebesflug
in schöner Maiennacht bei mildem Wetter
und Amor war der süße Lebensretter,
der sie hinauf zum siebten Himmel trug.

Hier sollten schöne Sterne für sie blühn
und ihren Herzen Liebesglück verkünden;
sie könnten dort ein neues Haus begründen
und es in ehrenhaftem Stand beziehn.

Doch es ist heiß, das jung verliebte Blut
und die Vernunft versagt bei süßen Küssen;
sie wollen jetzt vom Ehestand nichts wissen,
denn sie verspüren nur der Wollust Glut.


© Curd Belesos
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: wolfmozart am April 11, 2015, 11:39:35
Hallo Curd,

Ein schönes Gedicht zum Thema Liebe/Wollust.

In sich geschlossen, prägnant von der Aussage, technisch sowieso ohne Fehl.

Gern gelesen

wolfmozart
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: Erich Kykal am April 11, 2015, 11:41:31
Hi, Curd!

Ein wunderschönes Gedicht!

Mein Senf:

S1Z4 - "nimmermehr" zusammen, sonst hat es eine andere Bedeutung, nämlich keine temporale mehr.

S3Z2 - Da würd ich schreiben: "und ihren Herzen ..."

S4Z2 - Der lateinische Terminus "Ratio" klingt recht kopflastig in solch lyrisch-feurigen Zeilen. Eindeutig erkennbar fremdwörtliche Begriffe sind in der Dichtkunst fast immer problematisch. Altern.: "Doch es ist warm, dem jung verliebten Blut // versagt sich die Vernunft bei heißen Küssen;" Das etwas sperrige, verkürzt formilierte "schäumend" habe ich ebenfalls satzmelodisch gerundet. Auch die Wortwiederholung von "heiß" in Z1 und 2 habe ich so behoben.

Interessant die jeweils ersten Zeilen der Stophen - sie sind so formuliert, dass sie eigentlich betont angelesen werden sollten, aber man kann jede einzelne auch unbetont auftakten, ohne dass es allzu bemüht wirkt. Das ist beileibe nicht immer der Fall, hier aber perfekt gelungen.
Dieser indifferente Einstieg befördert zusätzlich die labile emotionale Dynamik des Inhalts.


Sehr gern gelesen und besenft! :)

LG, eKy
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: gummibaum am April 11, 2015, 19:42:50
Das hat mich einmal mehr in deinen siebten Himmel getragen. Wer jung ist, denkt nicht als Gründer in die Zukunft.   

Sehr gern gelesen.
LG gummibaum
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: Curd Belesos am April 13, 2015, 00:02:13
Hallo wolfmozart,
danke, dein Kommentar freut mich.

Moin moin Erich,
ich freue mich über deine Gedanken, zeigen sie mir doch, dass du dich gerne mit meinem Gedicht beschäftigt hast. Dein "Senf" hat es auch schmackhafter gemacht  ;)

Hi, gummibaum,
schön, dass es dich tragen konnte  ;)

LG
CB
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: cyparis am April 13, 2015, 11:12:03
Da geht es ja heiß her, lieber Curd!

Mir fällt so einiges ein zu Deinem Gedicht, aber das gehört nicht an die Öffentlichkeit.
Vielleicht plaudern wir einmal darüber?


Lieben Gruß
von
Cyparis
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: Letreo71 am April 13, 2015, 22:23:10
Lieber Curd,

ein wirklich schönes Gedicht, so voller Liebe und Leidenschaft.
Du machst mir mit Deinen Gedichten viel Freude.

Liebe Grüße,

Letreo

PS: Bei so viel Honig braucht es keinen Senf. ;)
Titel: Re: Der Wollust Glut
Beitrag von: Curd Belesos am April 14, 2015, 00:28:12
Liebe Cyparis,

Der Jugend Sünden sind beglichen
durch Lebenskampf in tiefer Not,
doch niemals ist die Lust gewichen,
zu heißer Liebe, bis zum Tod  :-*

Liebe Letreo,

danke für deine Zeilen. Ja so ist es, das Gedicht, voller Liebe und Leidenschaft.

Euch einen nächtlichen Gruß aus dem Norden unserer Heimat  :)

Curd