die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: a.c.larin am Juli 29, 2015, 19:09:15

Titel: Vom Glück der flüchtigen Momente
Beitrag von: a.c.larin am Juli 29, 2015, 19:09:15
Dem Anfang, sagt man, wohnt ein Zauber inne,
den jeder weitre Tag nicht halten kann!
Blumen verblühen, leiser wird die Minne,
und aus den Kindern werden Alte, irgendwann.

Es morschen Bäume, selbst ein Fels verwittert,
Sonnen verglühen, Galaxien vergehn,
doch wirkt der Augenblick, in dem das Leben zittert,
erlösend freudvoll, sichernd Neubestehn.

Es ist das Glück der flüchtigen Momente,
das uns ein Ewiges erahnen lässt.
So wünschen wir der Seligkeit die Dauer,

und blieben gern zu Gast in ihrem Fest,
denn ihr Verwelken füllt uns an mit Trauer,
weil uns das Abschiednehmen nie verlässt.
Titel: Re: Vom Glück der flüchtigen Momente
Beitrag von: cyparis am Juli 30, 2015, 15:29:42
Liebe larin,

die leise Melancholie, die dieses Gedicht durchzieht, ist hinreißend.
Du bist eine wahre Wortkünstlerin, Stimmungsschöpferin.
Aber das weißt Du ja selbst.

Lieben Gruß
von
Cyparis


Titel: Re: Vom Glück der flüchtigen Momente
Beitrag von: a.c.larin am Juli 30, 2015, 17:49:09
ich war ein wenig geknickt an jenem tag - und heute gings so weiter: der tag hat nicht gehalten,was der morgen versprach.
manche tage sollte man nach dem frühstück gleich wieder beenden ! (sie werden danach nicht besser)

aber wenigstens das gedichtehirn ist wieder angesprungen - dar war monatelang pause.

danke fürs mitfühlen!
lg, larin
Titel: Re: Vom Glück der flüchtigen Momente
Beitrag von: Erich Kykal am Juli 30, 2015, 21:02:35
Hi, larin!

Ein sehr schönes Sonett. Ich persönlich bevorzuge es, männliche Kadenzen nur in Mittelzeilen zu verwenden, aber das ist wohl eine persönliche Vorliebe bezüglich einer weicheren Sprachmelodie.

Auffallender sind hier ohnehin die beiden betont beginnenden Zeilen, die sich so gar nicht in die Sonettform fügen wollen, auch wenn sie rein sprachmelodisch keine Obstruktionen darstellen:

S1Z3 und S2Z2. Lösungen: "Die Blumen welken, ..." und "die Sonnen schwinden, ..."

In S2Z4 würde ich statt "sichernd" eher "sichert" verwenden. Es ist klarer verständlich.

S4Z1 - Hier würde ich statt des "in" ein "bei" einsetzen.

Ansonsten nix zu meckern! Lyrische Höchstqualität vom Allerfeinsten! Chapeau!

Allergernst gelesen! :)

LG, eKy