die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: a.c.larin am September 16, 2015, 18:04:06
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Wenn sich die Glut der Sonne legt,
wenn kühler Wind vom Berge fegt,
von fern her Glockenläuten klingt,
ein erster Stern am Himmel blinkt,
wenn Sehnsucht ihre Kreise zieht,
ins Abendglühn der Berge flieht,
dann webt ein Wunsch sich in den Klang:
Oh Sommer, währe endlos lang!
Hüllt dann die Nacht ihr dunkles Tuch
um dich in zärtlichem Versuch
zu schenken, was Vergessen bringt,
verziehen wird, was nie gelingt,
dann finde, Herz, in dich zurück,
genieße jenen Augenblick,
dich einzufügen in das Sein,
im Hier und Jetzt, mit dir, all-ein.
Denn in dem Dunkel wird es klar:
Was ist, was wird, was immer war.
Und blindes Wollen schwindet sacht,
verdämmert wie das Licht zur Nacht.
Es wurzelt Frieden ein zur Stunde:
In deiner Seele tiefstem Grunde
wiegt Stille dich in Herzensruh
und schließt die alten Wunden zu.
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Hi, larin!
Schön gedichtet, bloß mit dem "All-ein" am ende von S2 komme ich nicht klar. Ist das "All-Eine" gemeint? Müsste das dann in deinem Konstrukt an jener Stelle nicht "All-Eins" heißen? Jedenfalls missverständlich - würd ich umschreiben.
S2Z2 - kein Komma am Zeilenende.
Gern gelesen!
LG, eKy
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Liebe Larin,
Hüllt dann die Nacht ihr dunkles Tuch
um dich in zärtlichem Versuch,
zu schenken, was Vergessen bringt,
verziehen wird, was nie gelingt,
dann finde, Herz, in dich zurück,
genieße jenen Augenblick,
dich einzufügen in das Sein,
im Hier und Jetzt, mit dir, All-ein.
das ist für mich ein in feinster lyrischer Versschöpfung wunderbar beschriebener Gedanke.
Das letzte Wort nach dem letzten Komma zeugt von deiner Eigenwilligkeit, du darfst es ;)
Sehr gerne gelesen
LG
CB
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ja, statt allein ein All-ein zu schreiben - raffiniert!
ein wundervolles Gedicht, liebe larin, in das ich mich versenken kann!
Herzliche Grüße
von
Cyparis
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hallo ihr dreie,
gar nicht so raffiniert, das Al -lein : ich hab den Ausdruck irgendwo mal unterwegs mitgenommen.
ist so ein philosphischer grundgedanke:
zumeist möchte man ja unter alleinsein nur einsamkeit verstehen.
aber: man könnte es auch anders herum lesen, daher der bindestrich, der dann die bedeutung verschiebt.
All - ein: einig sein mit dem all, mit dem universum, mit dem dasein, mit dem leben in sich und um sich herum.
mit oder ohne bindestrich: der zustand ist ohnehin nur schwer zu erreichen!
bei herabgekühlten temperaturen fällt es mir aber ungleich leichter.
liebe grüße, larin
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Hi larin!
Da du meinen diesbezüglichen obigen Einwand ignoriert hast, muss ich nochmals insistieren:
Worum es mir geht, ist die Korrektheit des Wortes. Es kann "das All-Eine" heißen oder "All-Eins", aber in der oben gebrauchten Form kann es nicht hauptwörtlich gebraucht sein. Es gibt kein "Ein"! "Das Ein" oder "All-Ein" ist als Wort hier schlicht falsch oder in der falschen Form!
So eine Wortspielerei funktioniert nur, wenn es in beiden Bedeutungen korrekt formuliert ist. "allein" ist so möglich, ein "All-Ein" so nicht. Selbst als vielleicht behaupteter Neologismus wäre es immer noch sprachlich unkorrekt in dieser Form. Sorry.
LG, eKy
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Ich pflichte schüchtern bei.
Auf der anderen Seite:
Neologismen sind heuzutage dermaßen beliebt.....
Immer noch besser als Anglizismen :)!
Euch liebe Nachtgrüße
von
Cyparis
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Hi, Cypi!
Du verstehst nicht: Auch Neologismen müssen sich an die Regeln der Grammatik ihrer Sprache halten - und das tut diese Wortschöpfung so nicht, weil das entscheidende "e" oder "s" fehlt (wenn man zB sagen würde: "Wir sind All-Eins").
"Ein" ist ein per definitionem unbestimmter Artikel und kann daher nicht hauptwörtlich gebraucht sein, da er dann ja etwas Bestimmtes wäre!
In diesem Sinne gibt es nur das "All-Eine" - und kein "All-Ein". Das ist einfach kein korrektes Wort!
LG, eKy
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Stimmt, lieber Erich.
Im Grunde bin ich ebenso puristisch wie Du, aber ich wollte larin nicht zu sehr kritisieren.
Lieben Gruß!
Cypi
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ihr könnt mich gerne kritisieren, soviel ihr wollt - ich bin nicht aus zucker. ;)
ich weiß jetzt, was dran nicht stimmt: ich habs groß geschrieben - und eigentlich meinte ichs so : all - ein.
vor ein paar tagen hab ich im überfliegenden lesen wieder irgendwo aufgeschanpopt , war das was indisches, tantrisches...? - kein ahnung, wo.
auf jeden fall ist das ein begriff, der dort genau so gebraucht wird. ich hab ihn mir nicht ausgedacht ( also kein neologismus, zumindest nicht einer, den ich verbrochen hätte).
ich verfüge mich also demütiug in ein kleines a.
lg, larin
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Liebe Larin,
für mich klingt Dein Gedicht wunderbar, es erinnert mich an ein Volkslied. :)
Dieses "all-ein" mag ich schon alleine deshalb, weil es eine schöne Vorstellung ist, mit sich ein(ig) zu sein.
Lieben Gruß
Letreo
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Das ist wunderschön, liebe larin!
Lieben Gruß
charis
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Auch mir gefällt das Gedicht sehr gut, a.c.larin. Nach dem Verlust des Sommers der Gewinn der Ruhe und Einkehr.
LG gummibaum