die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: cyparis am Oktober 09, 2015, 12:43:06
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Es strebt mein Herz hinaus aus seinen Zwängen,
strebt machtvoll hin zu Deinem Herzen,
ist müd vom Lachen, matt vom Scherzen
und fühlt das quälend-süße Drängen
von Tag zu Tag mit tiefrer Glut.
So wie mein Pulsschlag, wie mein Blut
nun rascher strömt in stetem Bangen,
verräterisch mir überhaucht die Wangen,
vor Deinem Antlitz jäh verhaltend ruht,
so rinnt nun täglich neuer Mut
durch meine traumbefangen Sinne.
Oh , daß ich dieses eine Mal gewinne
den starken, fernen, blauen Blick,
bestimmend Stunde mir, Geschick
und Los und Zukunftsahnen,
als Fingerzeig, als stummes Mahnen!
Du weißt es nicht. Und gehst dahin
mit locker weitem, sichren Schritt.
Und hebst die Hand. Und trägst darin
mein Herz. Und weißt es nicht. Und nimmst es mit.
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Fassung II
Es strebt mein Herz aus aus seinen Zwängen,
strebt machtvoll hin zu Deinem Herzen,
ist müd vom Lachen, matt vom Scherzen,
und fühlt das quälend-süße Drängen
von Tag zu Tag mit tiefrer Glut.
So wie mein Pulsschlag, wie mein Blut
nun rascher strömt in stetem Bangen,
verräterisch mir färbt die Wangen,
vor Deinem Antlitz jählingsruht,
so rinnt nun täglich neuer Mut
durch meine traumbefangnen Sinne.
Oh , daß ich dieses Mal gewinne
den starken, fernen, blauen Blick,
bestimmend Stunde mir, Geschick
und Los und festes Zukunftsahnen,
als Fingerzeig, als stummes Mahnen!
Du weißt es nicht. Und gehst dahin
mit locker weitem, sichrem Schritt.
Und hebst die Hand. Und trägst darin
mein Herz. Und weißt es nicht.
Und nimmst es mit.
Bearbeitet von Erich Kykal
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Hi, Cypi!
Sehr schön gedichtet! :)
Die Peanuts: Die Gedichtzeilen sind meistenteils vierhebig, aber es gibt ein paar zu lange oder kurze Zeilen:
Es strebt mein Herz hinaus aus seinen Zwängen, 5 Heber! Altern.: "Es strebt mein Herz aus seinen Zwängen,"
strebt machtvoll hin zu Deinem Herzen,
ist müd vom Lachen, matt vom Scherzen Komma am Zeilenende.
und fühlt das quälend-süße Drängen
von Tag zu Tag mit tiefrer Glut.
So wie mein Pulsschlag, wie mein Blut
nun rascher strömt in stetem Bangen,
verräterisch mir überhaucht die Wangen, 5 Heber! Altern.: "verräterisch mir färbt die Wangen,"
vor Deinem Antlitz jäh verhaltend ruht, 5 Heber! Altern.: "vor deinem Antlitz jählings ruht,"
so rinnt nun täglich neuer Mut
durch meine traumbefangen Sinne. "traumbefangnen"
Oh , daß ich dieses eine Mal gewinne 5 Heber! Altern.: "Oh, dass ich dieses Mal gewinne"
den starken, fernen, blauen Blick,
bestimmend Stunde mir, Geschick
und Los und Zukunftsahnen, 3 Heber! Altern.: "und Los und leises Zukunftsahnen,"
als Fingerzeig, als stummes Mahnen!
Du weißt es nicht. Und gehst dahin
mit locker weitem, sichren Schritt. Vielleicht nicht falsch so, aber ich bevorzuge: "mit locker weitem, sichrem Schritt."
Und hebst die Hand. Und trägst darin
mein Herz. Und weißt es nicht.
Und nimmst es mit. Diese letzte Zeile würde ich (wie hier) gesondert stellen. Wirkt optisch besser und hebt die Conclusio zusätzlich hervor.
Wunderschön! Allergelungenst! Rilkiesk! Mit höchstem Genuss gelesen! :) Chapeau!
LG, eKy
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Lieber Erich,
jetzt sind meine Wangen tatsächlich mit Röte überhaucht -
das hat Dein Kommentar getan!
Ich übernehme alle Deine Anregungen.
Lediglich den letzten Langvers möchte ich nicht ändern.
Hab vielen, lieben Dank für den großartigen und lobenden Kommentar!
Ganz herzliche Grüße Dir
von
Cyparis!
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Hi cyparsi,
ein absolut gelungenes Gedicht.
Ein bißchen im griechischen Stil, z.B. Hölderlin.
Große Lyrik!
LG wolfmozart
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Liebe cypi,
ob die erste oder doch eher zweite Fassung: Die Schreib-Idee ist einfach genial.
Du spielst mit der Sprache, daß es Freude macht.
Sehr gute Arbeit - Chapeau!
VG Pitti
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Hi, Cypi!
Bei "Fassung II" hat die allererste Zeile ein wenig zuviel "aus"!
S2Z4 - da fehlt der Abstand zwischen "jählings" und "ruht".
S3Z2 - Leerstelle zuviel nach "Oh" und vor "Mal".
S3Z5 ist nach wie vor zu kurz.
Die letzte Zeile sollte abgesetzt sein.
Sorry, wenn ich so pingelig bin, aber wenn mein Name als "Bearbeiter" drunter steht, soll es doch korrekt sein, oder?? ;)
LG, eKy
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Liebe Cyparis,
Die Schreib-Idee ist einfach genial. Du spielst mit der Sprache, daß es Freude macht.
Es ist ergreifend schön.
Einen allerliebsten Gruß
sendet Curd
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Hallo Cyparis,
ich lese deine Gedicht und schon bei der letzten Zeile spüre ich das Bedürfnis es nochmal zu lesen und dann wieder und wieder. Es ist so facettenreich. Bei jeder erneuten Betrachtung legt sich ein neues Gefühl auf meine Seele. Schöner kann man die Sehnsucht nicht beschreiben. Meisterhaft schön.
Ach und der Schluss. Traurig und doch so romantisch.
viele Grüße, Copper