oder: Die Amplitude
Aufgetriebne Leiber
zu Tausenden am Strand.
Namenlos und unerkannt.
Kein Amt und keine Schreiber.
Tsunami hat sie gleichgenannt:
Tote.
Väter, Mütter, Kinder.
Arme, Reiche, Gute, Sünder.
Tote.
Von einer Welle zuschanden geritten.
Gerissen von Dächern, von Bäumen,
von Händen. Entglitten den Träumen.
Aufgetürmte Leichen inmitten
der Trümmer.
Die Toten.
Nichts schlimmer als dieser Gestank,
die Fliegen, die Maden. Der Dreck.
Global nur ein winziger Schreck
für vier Wochen. Vorbei.
Ein Star der Szene wird magenkrank.
Da sind die Toten schon einerlei.
Die Toten.
14. Oktober 2015
Abseits der Gepflogenheit.
Im Grunde eine Replik.
oder: Die Amplitude
Von einer Welle zuschanden geritten.
Gerissen von Dächern, von Bäumen,
von Händen. Entglitten den Träumen.
Aufgetürmte Leichen inmitten
der Trümmer.
Diese mittlere Strophe ist stark. Sie schildert den Augenblick des Überlebens oder des Sterbens. Die Strophen davor und danach können natürlich nicht ebenso stark sein, denn dort herrscht Stillstand, Tod und Gestank. Ein Bild der Gescheiterten.