die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: gummibaum am Dezember 13, 2015, 18:59:38
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Unter grauen Himmelsweiten
durch ein weglos tristes Land
hieß man uns nach Osten reiten,
wo der Feind in Eisen stand.
Müde wurden wir. Die Uhren
schritten rückwärts durch die Zeit.
Unverhofft dann die Konturen
eines Schlosses. Wirklichkeit.
Üppig ward ein Fest gegeben.
Wein und Frauen, Kerzenschein.
Eine band mich in ihr Leben,
durfte nachts ihr Page sein.
Schüchtern fanden wir zusammen,
waren plötzlich tief vereint.
Jäh ein Schrei: Das Schloss in Flammen!
Vor den Toren lag der Feind.
Fahne vor! Auf Pferdes Rücken
flog ich in der Feinde Schar.
Trunken nahm ich mit Entzücken
sechzehn blanke Klingen wahr…
Nach Rilke. „Die Weise von Liebe und Tod…“
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Hi, Gum!
Auch ohne deinen Hinweis am Ende hätten mich schon Titel und Inhalt allein natürlich sofort über die Quelle deiner Inspiration in Kenntnis gesetzt!
Obwohl deine Verse knapp und kurz sind, sprachlich klar umrissen und ganz ohne lyrisches Tamtam, kommen sie dank deiner Sprachhabung sehr edel und mitreißend daher. Auch wenn Rilke ein Freund der blumigeren Sprache und oft der längeren Verse war, wäre er über diese Kurzfassung sicherlich entzückt gewesen!
Hochlyrisches Steno, sozusagen! ;D
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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]Hochlyrisches Steno, sozusagen! ;D[/color]
moin moin gummibaum,
schöner kann man es nicht sagen ;)
LG
CB
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Lieber Erich, lieber Curd,
ganz lieben Dank. Ich fasse gern kurz. Wenn erlebte oder gelesene Ereignisse schon etwas länger zurückliegen (wie hier), ist es auch ganz leicht.
Liebe Grüße
gummibaum
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Kongenial,
lieber gummibaum.
Überdies meisterhaft und des Meisters würdig.
LG
Cyparis
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Auch dir herzlichen Dank, liebe Cyparis.
LG gummibaum