die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: Ingo Baumgartner am September 09, 2010, 09:57:46
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Des Waldbaums Tage, lang gezählt,
bringt Sturmgewalt zu jähem Ende.
Nun liegt der Stamm, der Erd' vermählt,
bereit zu lebensfroher Wende.
Die Borke bricht, der Moder frisst,
doch Pilzgeflecht treibt ersten Wucher.
Ein Samenkorn, man glaubt an List,
schickt Wurzelgarn als Humussucher.
Bald keimen Blätter fremder Art,
sie strecken sich dem Licht entgegen.
Zu Staub zerfällt ein Flechtenbart,
wird Erdenteil im Sommerregen.
Insekten wühlen durch den Bast,
er soll der Brut ein Obdach bieten.
Der Tausendfuß in steter Hast
sucht Ritzen um sich einzumieten.
Die graue Assel fühlt sich wohl
im feuchten Schutz der losen Rinde.
Ein Astloch, Nest versprechend hohl,
birgt geisterhaftes Waldgesinde.
Das Totholz, leblos nur zum Schein,
wird Eden, Platz für ganze Welten.
Es fügt sich in die Kreise ein,
die immer währen, ewig gelten.
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hallo ingo,
in deinem gereimten "lehrbuch der naturgeschichte" gehe ich immer wieder mal gerne spazieren!
es ist so erfreulich, wie du wissenwertes in locker dahinfließende reime packst. noch ein paar bilder dazu - fertig!
das würde schulkindern sicher sehr gefallen.
liebe grüße,
larin
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Hallo larin!
Freut mich, wenn dir meine "kleine Naturgeschichte" gefällt. Bei diesem Angebot an "Stoff" braucht aber ja kaum eigene Ideen einbringen. :) LG Ingo
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Hallo Ingo,
das Waldbaums Tage gezählt sind, das hat er schon selber gemerkt,
der hat sich deswegen doch in Prinz Nevis umbenannt :D
der Knacki grüßt