die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: gummibaum am Januar 19, 2016, 02:58:34
-
Die kleine Hand ist ausgestreckt,
der Handschuh leuchtet bunt.
Ich lege, weich und unbefleckt,
ein Bällchen auf das Rund.
Das Kind betrachtet es erfreut
und gibt dem Weißen Sinn:
Wirft weg den Schnee und streckt erneut
die bunte Hand mir hin.
-
Hi, Gum!
Da wurdest du aber SEHR von Rilke inspiriert! ;) :D
Sieh mal:
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.
Die überlange 4. Zeile in der ersten Strophe muss er bewusst gesetzt haben, warum auch immer ...
Aus den Blüten wird bei dir Schnee, aber sonst ist es dasselbe Bild! Schön das! :) Deine Version ist geraffter, aufgeräumter, aber sie strahlt denselben Glanz aus!
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
-
Danke, lieber Erich, für das schöne Rilke Gedicht. Ich kannte es nicht und hatte nur mit dem Kind der Nachbarn ein bisschen gespielt.
LG gummibaum
-
moin moin gummibaum,
dein Gedicht erinnert mich an meinen Sohn, der als zwei- oder Dreijähriger mit seinen Strickhandschuhen keine Schneebälle formen konnte.
Das Leben ist manchmal profan.
Doch Rilke hat, wie Erich beschreibt, den gleichen Gedanken in Worte gefasst "und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin"
Beide Gedichte lese ich mit einem angenehmen Erinnern.
LG
CB
-
Danke, lieber Curd. Das passt genau dazu. Das Nachbarskind dürfte auch zwei Jahre alt sein.
LG g