die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: gummibaum am M?RZ 06, 2016, 19:00:01
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Wie Jesus sitzt, in Geistes Licht gebadet,
der Anatom am Tisch und nimmt das Wort.
Was er seziert, spült alte Wunder fort:
Der Mensch ist nur vom Stofflichen begnadet.
Studenten stehen lauschend um die Leiche
und stieren in den aufgeschlitzten Arm.
Die Botschaft packt die neuen Jünger warm:
Struktur erschafft aus Totem Lebensreiche.
So treten neue Sichten in die alten,
bereiten jungen Bibeln eine Flur,
und doch ist alles Neue stets Erhalten
der tief im Menschen angelegten Spur:
Was bisher galt, verwandelt zu entfalten. -
Im Widerspruch ruht menschliche Natur.
http://www.mauritshuis.nl/-/media/4c6ca74c139f4a28b00270f281fb6cc2.ashx?mw=3000&mh=3000&dl=1
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Hi, Gum!
Auch wenn ich philosophisch mit deiner Conclusio nicht so recht übereinstimme, genieße ich doch dieses schöne Sonett zu dem berühmten Bild! Bei den Zehen der Leiche hat Rembrandt übrigens gepatzt - die wirken unausgeformt, zu knubbelig, so als hätte der Künstler dazu zu wenig Formstudien betrieben. Das sind eher Comix-Zehen wie bei Asterix!
Machst du jetzt auch ein Buch mit Bildgedichten? ;) Die Qualität stimmt jedenfalls! :)
Allergernst gelesen! :)
LG, eKy
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Danke, lieber Erich. Ich freue mich sehr, wenn es dir gefällt. Nein, kein Buch.
LG gummibaum
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Lebensreiche oder Wissensreiche, lieber gummibaum?
Ich selbst kann mit dem Vergleich Jesus - Dr.Tulp nichts anfangen.M.W. hat auch die katholische Kirche lange Zeit hinduch Sektionen verboten.
Was solls:
Ein großartiges Gemälde, umgestaltet in ein großartiges Sonett!
LG
Cyparis
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Danke, Thing.
Ich fühlte mich an Darstellungen vom letzten Abendmahl erinnert.
LG gummibaum
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Das dachte ich mir.
LG
C.