die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: gummibaum am M?RZ 08, 2016, 08:39:46
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Meine Tochter Jil war drei,
als die Bomben trafen.
Lag im Schutt so still, kein Schrei
und schien noch zu schlafen.
Legte ihr das Köpfchen frei
in gewecktem Hoffen.
Ihr Gehirn lief aus wie Brei.
Hinten war es offen.
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Hi, Gum!
Erschütternd! Man weiß natürlich, wie es ausgeht - die Aussage, bzw. die gewollte Wirkung und der gespannte Bogen der Handlung lassen kein anderes Ende zu - aber dennoch hofft man wider besseres Wissen den Augenblick bangend mit, den es dauert, die beiden ersten Zeilen der 2. Str. zu lesen!
Die Conclusio ist an eindringlicher Grausamkeit kaum zu überbieten, der brutale Realismus erzielt einen Kerntreffer! All das sinnlose Leid, die beliebige Ungerechtigkeit des Krieges auf's Deutlichste erzählt.
Traurig, eKy
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Die Schonungslosigkeit liegt in der Knappheit der Worte. Alles ist auf den Punkt gebracht, die Bombardierung, der Schutt, das offene Gehirn, der Tod des Kindes. Lakonischer geht es nicht. Ich wünsche keinem Kameramann der Welt, dass er dieses Bild in genau dieser Lakonie auf Zelluloid darstellen muss. Er könnte - müsste - seinen Beruf verfluchen.
Raspelgehäutet,
Aspasia
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Schaudernd hab ichs gelesen.
Wenn es doch nicht so schrecklich real wäre!