die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: Erich Kykal am Juni 04, 2016, 13:18:19
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Du süße Wunde meiner harten Seele,
durch die ich blute in die Außenreiche,
darin ich wie ein blinder Bettler streiche
durch Gegenwart, der ich mich anbefehle,
doch die mich kaum berühren mag im Kühlen
des Atemholens meiner Gletscherzungen.
Wie selten ist mir dort ein Glück gelungen
als Dieb von weichen Blicken und Gefühlen.
Ich möchte tiefer in dein Fluten treiben,
verlieren mich in klaren Augenteichen
und in der Wärme deiner Nähe bleiben,
bis endlich alle Sinne dich erträumen,
sich dir empfehlen und wie ohnegleichen
im Duften deiner Gegenwart versäumen.
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Lieber Erich,
sich anbefehlen, das Fluten, die Augenteiche -
wie beglückend, daß Du mit diesen schönen Begriffen so wundervolle Lyrik erschaffst!
Hab vielen Dank dafür
von
Cypi!
Ich mag gar keine Vergleiche anstellen, denn das hieße, Dein Gedicht in Niederungen zu ziehen.
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Hi Cypi!
Mit Bedauern lese ich, dass dir die Reha kaum hilft. Ich hoffe, das ändert sich, so wie ich hoffe, dich im August genesen begrüßen zu dürfen! :)
Was das Gedicht angeht: Danke für dein Lob! Meine Werke sind (subjektiv empfunden) schöne Worte, weil ich das eben gut kann, ein Talent, das mir ohne Zutun geschenkt wurde durch den Zufall der Genkombination während der Zeugung. Dafür geehrt zu werden und mich darüber zu freuen, kommt mir nach wie vor nicht so recht korrekt vor ... ::)
LG, eKy
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Lieber eky -
bist Du sicher, daß Du Deine große Gabe der Kombination zweier Gene verdankst?
Ist das wirklich möglich?
Wie dem auch immer sein möge - für mich bist Du ein begnadeter Dichter.
Lieben Gruß
von
Cyparis
PS Bis August will ich unbedingt fit sein. Falls nicht, lasse ich mich überallhinkarren, wohin Du fährst oder gehst.
Auf jecen Fall komme ich!
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Hi Cypi!
Gene, ja - und was auch sehr geholfen hat, waren die Unmengen von Hörspielschallplatten, die mir mein Vater kaufte, als ich ein Knabe war: Deutsche Märchen, von Reineke Fuchs über Morgenstern bis Grimm und retour, erzählt, gelesen oder gespielt von teils namhaften Schauspielern und Synchronsprechern. Mit 15 entdeckte ich zudem seinen Faust auf Schallplatte mit Erich Ponto (Nachfolger von Gründgens) als Mephisto. Für Lyrik hatte mich mit 12 schon Rilke's Panther im Österreichischen Schullesebuch begeistert (ich heulte Rotz und Wasser aus Mitleid mit dem schönen Tier!), der heute seit langem schon daraus verschwunden ist - leider! Was soll's - die an den Massenmedien verblödete Jugend würde ihn ohnehin weder vortragen können noch wirklich verstehen. ::)
Vielen Dank für die Honeurs! :) (Ich hoffe, ich hab das richtig geschrieben - Französisch ist meine Stärke nicht ...)
LG, eKy
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Das waren bei mir - laaang vor Deiner Zeit - die rororo-Buchschätze, derer ich anteilig wurde.
Später kamen die erschwinglichen Ullstein-Bücher dazu.
Mutter:
"Lies, was Du willst; wirst sehen, ob es Dir gefällt".
Und das Querbeetlesen hat mich mit Wortvirtuosen wie Werner Bergengruen, Kurt Kusenberg; übersetzte Dichter wie Rimbaud und Verlaine; Schriftsteller wie Remarque (ivh lasse nur zwei Romannovellen gelten),
Dichterinnen wie Agnes Miegel - die Große! , Ricarda Huch und wie sie alle heißen mögen
tja, wie bringe ich den Satz nun zu einem guten Ende?
Sie hat mich seit 1954 die jährliche Literazzia von Hans Reimann verschlingen lassen:
Rezensionen der anderen Art.
Er hat mir in Grundzügen beigebracht, wie literarische Spreu vom Weizen zu trennen ist.
"Mein Name sei Gantenbein" hat er soo kommentiert:
"Mein Name sei Gigantenbein".
Das war alles und der Autor stellte sich in die Ecke und schämete sich nicht.
Du meine Güte,
jetzt hab ich Dich vollgedröhnt.
Morchen früh um achte sagt mir Onkel Doktor, wies weitergeht.
Wenns gut aus- und weitergeht, kommentier ich auch wieder (fleißig)! :-*
Bänglichen Nachtgruß
von
Cyparis
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Hi cypi!
Alles Gute für morgen Früh!
Ich bin ja bei weitem nicht so belesen wie du, was klassische Literatur betrifft. Ich las - außer reimenden Dichtern, die mir gefielen - nie namhafte Autoren, meist nur Fantasy und Science Fiction ...
LG, eKy
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Hi cypi!
Alles Gute für morgen Früh!
Ich bin ja bei weitem nicht so belesen wie du, was klassische Literatur betrifft. Ich las - außer reimenden Dichtern, die mir gefielen - nie namhafte Autoren, meist nur Fantasy und Science Fiction ...
LG, eKy
Ich auch!
Aber nur SF-Kurzgeschichten.
Fantasy war nicht so meines - oder doch?
Ich erinnere mich an eine KG mit dem Titel "roon", die bis zur erlösenden Schlußsequenz nach vierundzwanzig Seiten wirklich atemberaubend war.
Eine der schönsten Fantasy-Geschichten ist von H.G.Wells:
(https://de.wikipedia.org/wiki/H._G._Wells)
"Der Zauberladen".
Servis, lieber Erich!
Immer:
Cyparis
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Hallo Erich,
ein sehr schönes Liebesgedicht. Es ist immer ein Genuss Deine Werke zu lesen. Dem Text nach schließe ich auf eine heimliche Geliebte. Denn ich spüre ein Sehnen und Verlangen, jedoch auch einen emotionalen Abstand zur tatsächlichen Gegenwart. Das lyr. Ich scheint schon gebunden zu sein,
denn solche Gefühle spürt man nur, wenn man eine Liebe nicht (er)leben kann.
So wirkt es zumindest auf mich. Aber das ist ja das schöne an sehr guter Kunst. Jeder Betrachter oder Leser findet seinen eigenen Zugang zu dem Werk.
LG. Copper
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Hi Copper!
Ein Sehnsuchtsbild, weiter nichts - über irgendwelche Umstände drumherum habe ich mir beim Schreiben keine Gedanken gemacht.
Vielen Dank für deine vertiefenden Gedanken! :)
LG, eKy
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Lieber Erich.
ein berührendes Sonett eines zurückhaltenden Mannes, der sich nicht traut ,sich der Angebeteten zu offenbaren aus Angst zurück gewiesen zu werden.
Ja, es gibt diese Männer ( und auch Frauen), die es sicherlich schwer haben, ihr Glück zu finden.
Du hast das in starken Metaphern rübergebracht ( die Wunde).
Zufällig habe ich letzte Woche ein Sonett geschrieben, dass genau den antithetischen Mann beschreibt...
"Orphisch". Was ich nun sehe, als ich dieses lese, dass beide, obwohl sie so gegenteilig snd, genauso in sich zerrissen sind.
LG von Agneta
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Hi Agneta!
Vielen Dank für die trefflichen Worte! Ich schreibe selten Liebeslyrik, meist handelt sie dann von gebrochenen Typen oder dem Scheitern auf unzählige Arten.
Solche "einfach nur sehnsüchtigen" Werke gibt es bei mir kaum!
LG, eKy
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Lieber Erich,
ein wuchtig-zartes Sonnett, aber ich hatte/habe Probleme, in den Quartettten die richtigen Bezüge herzustellen. Werde es erläutern:
Das angesprochende "Du" ist die Geliebte und als solche die süße Wunde der "harten Seele" des LI. Die Wunde blutet warm in die "Außenreiche", denen sich sich das LI anbefohlen hat, doch kann sie dieses dort mit (inzwischen) kühlen "Gletscherzungen" kaum mehr erreichen.
"darin" (I/3) kann sich auf "Wunde" und "Außenbereiche beziehen.
"doch die" (II/1) kann sich auf "Wunde" und "Gegenwart" bziehen.
Sehr gern gelesen und nachempfunden.
LG gummibaum
p.s.: Ich schreibe zur Zeit nicht (d.h. heute nur ausnahmsweise), da ich zu wenig Zeit habe bzw. mein Spanisch-Studium mal zu Ende bringen will.
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Hi Gum!
Du hast recht, die Bezüge sind nicht so klar hier, ich opferte dies zugunsten einer besonders fließenden Sprachmelodie. Ich denke aber, mit etwas Zeit und Überlegung lässt sich der jeweils optimale Bezug durchaus ermitteln. ;)
Das "darin" bezieht sich auf die "Außenreiche".
"Doch die" bezieht sich auf die "Gegenwart".
Ich hangele mich sozusagen immer eins weiter, der Bezug geht immer zum nächst(davor)stehenden rückbezüglichen Wort ... ;)
LG, eKy
PS: Viel Erfolg bei deinem Sprachkurs, und "good vibrations" für die Lyrik! - wünscht der Unterzeichnete!
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Ein wunderschönes Liebesgedicht.
Wunderschön von der Sprache und vom Inhalt.
Freundlichen Gruß
wolfmozart
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Hi WM!
Vielen Dank! :)
LG, eKy
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@Erich
Grüße.
Die Wortwahl des Gedichtes , lasst mich staunend verharren, und euer Gespräch am Ende, sinnend abgleiten.
Ich kann nicht überall tanzen und bin durch Zufall wieder mal hierhergetragen worden.
Return.
Zitat:“Außenreiche?
So wie außerhalb der Fantasiegrenzen?
Sehr sehr schöne Wahl und das Sonett ist fließend gelungen.
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Hi HG2!
Danke für deinen Kommi und das Lob!
Die "Außenreiche" sind quasi alles, was außerhalb des eigenen Körpers liegt - sozusagen die Welt eben. Man könnte "Außenbereiche" sagen, aber das passt metrisch nicht hinein.
LG, eKy